Loading…

Julia SchweigerYoga und Fitness Trainerin

Julia Schweiger | 10.09.2014

Die besonderen Yoga-Stunden mit dem Baby

Oder: Warum ich immer noch Lampenfieber habe.

Dienstag Vormittag, halb zehn. Ich bin auf dem Weg ins Freiraum Institut in der Liechtensteinstrasse. Ich stimme mich ein auf das, was mich dort in Kürze erwartet. Vorfreude mischt sich mit so etwas wie Lampenfieber. Ja, vor jeder Yoga-Einheit taucht es auf. Es hilft mir, aufmerksam und präsent zu bleiben. Volle Konzentration. Im Hier und Jetzt. In dem Moment, wo meine Aufmerksamkeit nachlässt, verwechsle ich Links und Rechts, nenne die Hand schon mal Knie oder die Oberschenkel Ellenbogen.... oder in einer englischsprachigen Stunde wird aus dem Unterarm plötzlich die Achselhöhle...alles schon passiert.

Und genau deshalb ist das Leiten einer Yoga-Einheit auch für mich wohltuend. Ich muss meinen Alltagskram an der Tür abgeben. Sonst siehe oben...

 

Heute Vormittag spüre ich wieder diese leichte Aufregung in der Magengegend...und ich stelle mich in Gedanken auf die TeilnehmerInnen ein. Und da sind sie dann auch, 26 an der Zahl: 13 von ihnen zwischen Ende zwanzig und Anfang vierzig. 13 weitere zwischen 3 und 12 Monaten.

Yoga mit dem Baby! 90 Minuten Yoga pur.

 

Wer schon einmal in einem Raum mit 13 Babies war, der weiß wie schön das sein kann, und auch, wie schnell ein ruhiger Moment in genau das Gegenteil kippen kann. Freude, Verzweiflung, Unverständnis, Vertrautheit, Spaß, Ungeduld, Hilflosigkeit, Harmonie. Von allem ist etwas im Raum. Es ist Freude pur, so viele süße kleine Wesen um sich zu haben, so viel Liebe zu spüren, die zwischen den Müttern und Babies fließt. Und gleichzeitig ist es der Reality Check der Gelassenheit für alle Beteiligten, wenn zum Beispiel ein Baby anfängt zu weinen, ein paar andere aus Solidarität oder „Mitgefühl“ mittun und der Kanon immer lauter wird, immer lauter.... Und dann – plötzlich wieder verebbt. Und alles ist wieder entspannt und ruhig, ein paar Babies werden gestillt, ein paar sind eingeschlafen, ein paar lächeln, gurren oder spielen mit den Haaren ihre Mütter, die sich in einer Yogaübung über sie gebeugt haben.

Viele TeilnehmerInnen haben im Zuge der Schwangerschaft Yoga erstmals für sich entdeckt: Entspannen, Atmen, Körper und Geist sanft kräftigen und auf die Geburt einstimmen, Austausch mit anderen Schwangeren. Es ist eine besondere Zeit.

 

Die Yogapraxis nach der Geburt fortzusetzen bietet u.a.

 

  • endlich wieder gutes Spüren des eigenen Körpers

  • wertvollen Austausch mit anderen frisch gebackenen Müttern

  • soziale Kontakte für die Kleinsten

 

Yoga mit dem Baby gibt es mittlerweile in immer mehr Yoga-Studios in Wien. Im Freiraum Institut im 9. Bezirk, zB gibt es täglich (!) 1-2 Einheiten. Bei bfamily in der Neubaugasse gibt es Yoga mit dem Baby auch auf Deutsch und Englisch.

 

Ba-by! Ba-by! Ja, noch ein Baby! Die kleine Sophie, heute die Älteste unter den Jüngsten, kam gar nicht heraus aus dem Baby-Entdecken!

 

Und ich freue mich schon unheimlich auf die nächste Einheit – „Lampenfieber“ inklusive.

 

Mehr über Julia & yogaju.