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Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 22.12.2020

Gedanken zu einem besonderen Jahr. Und was es mit meinen Kindern gemeinsam hat.

Folgende Beobachtung: Männer merken es in Krisenzeiten gar nicht, wenn sie am Nervengerüst ihrer Gefährtinnen mit trittfesten Bergschuh-Profilen hochklettern. Sie klettern und klettern, vergleichbar dem gemeinen Alpenbock, der mit Leichtigkeit von Gipfel zu Gipfel turnt. Und dann. Hurra! Entdecken Sie ein winziges, blank liegendes Nervchen und denken kühn, es lohne sich gewiss, sich daran festzukrallen. Und noch tüchtig draufzutreten.
Gedacht, getan!
Der Alpenbock und sein Gämslein (also ich) fahren zum Supermarkt, um für die gefräßigen Bergziegen daheim frisches Futter zu besorgen. Beide freuen sich in Zeiten beschränkter Sozialkontakte unter anderes Getier zu kommen – und sei es nur in der Obstabteilung. Flugs ist die Ware im Kofferraum verstaut und es geht heimwärts ins Gehege.
Das Gämslein am Steuer kennt den Heimweg im Schlaf, jeder Pflasterstein ist ihm vertraut. Da meckert der Bock am Beifahrersitz unvermittelt aus dem Off: „Da vorne musst du links abbiegen!“ Das Gämslein denkt, es habe sich verhört, starr vor Staunen verharrt es in wortgewaltiger Stille. Fährt weiter, setzt, wie tausende Male zuvor, den Blinker links. Und nur eine Nano-sekunde später rülpst es -erneut von nebenan: „Jetzt links!“
Jetzt reicht’s! „Spinnst du?!“ kreischt das Gämslein. „Sei nicht so hysterisch“, grummelt der Bock, „ich hab doch nur gesagt, du sollst links abbiegen!“
Folgende Beobachtung: Die Frau lenkt, der Mann denkt – meistens, dass alles in Ordnung ist. Und wenn nicht, merkt er es erst, wenn sie schon links abgebogen ist.

 

Haben Sie einen guten Jahresbeginn und bleiben Sie gesund! Herzlichst, Ihre

 

Bild uschi signature.bmp
USCHI FELLNER, HERAUSGEBERIN UND CHEFREDAKTEURIN