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Julia SchweigerYoga und Fitness Trainerin

Julia Schweiger | 26.10.2014

Move it, Baby! Und alles bleibt anders.

Was Tanzen und Reisen gemeinsam haben.

Freitag Abend. Um mich herum wurrelt es.... Es wird gepackt, herum gecheckt, aus- und weggeräumt, ausgemistet, umgepackt. Letzte Treffen werden noch vereinbart, die To-do Liste erscheint endlos.... der Count Down läuft: Meine Mitbewohnerin bereitet gerade ihre laaaange Reise nach Australien vor. Ich freue mich sehr für sie, kenne das Gefühl der Vorfreude, das Kribbeln im Bauch, die leichte Anspannung und gleichzeitige unglaubliche Leichtigkeit.... Und ich genieße die Aufbruchstimmung quasi als Trittbrettfahrerin mit! Natürlich frage ich mich auch, ob ich nicht selbst wieder Lust hätte, meine sieben Sachen zu packen und weg zu fahren, mich dabei ganz dem Flow hinzugeben, die Ungewissheit zu genießen? Einfach schauen, was passiert. Passieren lassen. Und dabei mitten drin sein im Geschehen? Hmmm... Voll das Leben!

Klar, Lust auf all das habe ich große. Aber zum ersten Mal seit sehr, sehr langer Zeit fühle ich mich in Wien genau am richtigen Platz. Das Abenteuer findet derzeit also hier statt, manchmal mehr, manchmal weniger. Wenn ich es mal vergesse und merke, dass mir 'etwas fehlt', nämlich die Würze in meinem Alltag, weiß ich, dass es höchste Zeit für mich ist – zu TANZEN!

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© IRma LeKlerk

Nach meiner Rückkehr aus Südamerika vor zwei Jahren bin ich zu meinem ersten 'Sweat (your Prayers)' am Sonntag Vormittag gegangen. Und habe mich auf der Stelle zu Hause gefühlt: Zwei Stunden lang tanzen, mich völlig dem Beat hingeben, mal wild und zügellos, dann wieder sanft und verspielt, in die Stille gehen...um danach in die nächste Welle einzutauchen – für mich Genuss pur. Die 5 Rhythmen, eine Conscious Dance Practice nach Gabrielle Roth, haben eine wichtige Rolle dabei gespielt, in mir das Gefühl von Lebensfreude, Spontaneität, Entdecken und Erleben, das ich beim Reisen so genieße, auch in Wien lebendig zu halten. Warum? Es gibt keine Regeln, keine Choreographie. Es gibt einen Rahmen, die 5 Rhythmen (Flowing, Staccato, Chaos, Lyrical und Stillness). Sie sind so etwas wie eine Landkarte. Aber „reisen“ und entdecken - in den Tiefen von Körper und Seele - tut jede/r beim Tanzen für sich – und auf eine sehr subtile und spezielle Art und Weise auch mit den anderen gemeinsam. Anspannungen lösen sich, die Bewegungen, anfangs vielleicht noch zögerlich, werden immer mutiger, ehrlicher. Etwas tief im Inneren erwacht....

 

Die 5 Rhythmen sind damals ein wöchentlicher Fixtermin für mich geworden. Ich fühle mich mit der Offenheit und Direktheit der Community total wohl. Und tanzen verbindet. Wenn ich heute nach London fahre, nach Belgrad, Paris oder Austin, gehe ich gerne 5 Rhythmen tanzen und fühle mich sofort wie zu Hause.

Bild 5R8.jpg
© IRma LeKlerk

Zu Conscisous Dance gibt es in Wien überraschend viele Möglichkeiten. Im Vergleich zu vielen anderen Städten ein echter Luxus. Allein 5 Rhythmen werden mehrmals pro Woche angeboten. Dazu Soul Motion bei Martin oder Hermine, Trance Dance.... Auch gibt es immer wieder tolle Wochenendworkshops von LehrerInnen aus dem In- und Ausland.

 

Vorkenntnisse sind in den seltensten Fällen notwendig. Einfach Scheu ablegen, auf die Bewegung einlassen und schauen, was alles passiert! Move it, Baby! Falsch machen kann man dabei gar nichts. Und am Ende wirst du merken, dass es nie um's Tanzen gegangen ist....

 

Set the body in motion and the psyche will heal itself.

(Gabrielle Roth)

 

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