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Uschi Fellnerlook into my life

Uschi Fellner | 04.02.2021

Will ich mein altes Leben zurück?

Leben, wie es früher einmal war. Wünschen Sie sich das gerade auch so sehr? Oder trotzen Sie „der Krise“ mühsam positive Aspekte ab? Ich bin – wie viele in meinem Umfeld – hinsichtlich meiner „Corona-Gefühle“ höchst ambivalent.

Reisen! Geht mir schon die längste Zeit enorm ab. Das meinem Naturell entgegen gesetzte „Festgehalten werden“ hat allerdings schon so manche spannende Reise in mein Inneres bewirkt. Und erstaunlich Positives (Dankbarkeit für jedes „kleine Glück“), wie Selbstkritisches (Bin ich eigentlich die Weltmeisterin im Verdrängen? Warum lenke ich mich dauernd ab?) zutage befördert.

Vorbehaltlose Umarmungen und Bussis mit meinen Kindern
und Kindeskindern! Vermisse ich unendlich. Im Großfamilien-Verbund sind wir
zwar mittlerweile ExpertInnen im „Testen, testen, testen“, begegnen einander aber auch frisch getestet etwas zu hölzern. Für meinen Geschmack.

„Mama, du bist volle Risikogruppe!“ „Danke, liebes Kind, du mit deinen zarten 17 Jahren aber irgendwie auch!“ Mittlerweile wissen wir viel über das Virus und trotzdem viel zu wenig.

Leider wissen wir jetzt aber, was es EIGENTLICH mit uns macht. Nämlich Angst und Verunsicherung schüren. Und – begibt man sich z. B. auf die Ebene der Sozialen Medien – Meinungen und Menschen in einer Weise spalten, dass einem der Spaß an überlebenswichtiger Kommunikation glatt vergehen kann.

Jeder hat Corona mittlerweile in der Psyche sitzen, egal ob durch die Diagnose betroffen oder nicht. Und schon alleine deshalb: JA! BITTE! Ich wünsche mir die Unbeschwertheit von VORHER zurück. Die Leichtigkeit, den Frohsinn, das innige Drücken beim Verabschieden, das Knuddeln und Knutschen, mit denen, die meine Liebsten auf der Welt sind.

Aber ich wünsche mir auch, dass wir aufhören, wegen Corona alles (und alle anderen, die nicht unserer Meinung sind) schlecht zu reden. Wir selbst, und vor allem diese nervige, furchtbare, energieraubende Krise, werden dadurch nämlich nicht besser. Augen auf und durch. Und im Hinterkopf die Gewissheit, dass das Leben prinzipiell für uns, und nicht gegen uns ist.

Ich glaube, das hilft. Passen Sie auf sich auf! Herzlichst, Ihre

 

Bild uschi signature.bmp
USCHI FELLNER, HERAUSGEBERIN UND CHEFREDAKTEURIN