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Julia SchweigerYoga und Fitness Trainerin

Julia Schweiger | 08.12.2014

Yin Yoga - die stille Kraft des Geschehenlassens.

Ein Geheimtipp – besonders wenn es stressig wird.

Mit dem Anbruch von Kalenderwoche 50 ist das Jahr schon so gut wie gelaufen. So gut wie. Endspurt-Stimmung macht sich breit. Dies und jenes will noch erledigt werden „vor den Feiertagen“. Die Zeit scheint noch schneller zu vergehen als sonst. Die Kasterln im Adventskalender öffnen sich mit einem Tempo, das ich mir als Kind sehnlichst gewünscht hätte!

 

Ist es wirklich so stressig, oder machen wir uns „künstlichen“ Stress, weil das zum Jahresende halt dazu gehört?

 

Mein Körper macht da auf jeden Fall ungern mit. Am Morgen möchte er gerne länger schlafen....den Abend lieber gemütlich daheim verbringen, als in der finsteren Kälte irgendwo hin zu eilen. Und da ist noch mehr: Wenn ich dieser Tage laufen oder 5 Rhythmen tanzen gehe oder eine intensive Asana-Praxis mache, spüre ich dabei zwar nach wie vor Freude, aber irgendwie fühlt es sich „daneben“ an. So als würde etwas fehlen, ich aus Gewohnheit etwas tun, was aber nicht mehr so ganz passt. Wie ein Teil zum Anziehen, in dem ich mich die längste Zeit einfach toll und umwerfend gefühlt habe, plötzlich seine Wirkung verloren hat und nur mehr „etwas zum Anziehen“ geworden ist.

Good news ist, dass sich das wieder ändern kann bzw. mit dem Frühling bestimmt wieder ändern wird. Aber was mache ich in der Zwischenzeit? Beim Gewand ist die Antwort einfach: Shoppen gehen oder mal Kleidertausch mit Freundinnen.

 

Und was bitte braucht mein Körper wirklich an Bewegung in dieser Zeit? Was würde sich jetzt so anfühlen, wie wenn man in den perfekten Schuh schlüpft – optisch ansprechend und zugleich so bequem, als hätte man gar nichts an den Füßen?

Ich finde besonders in den hektischen Zeiten des Jahres verstärkt zu einer Yoga-Praxis, die auf Behutsamkeit, Geschehenlassen und Hingabe beruht. Nichts verändern, ständig verbessern und tun wollen, sondern annehmen, beobachten und in den Körper hinein spüren. Yin Yoga mit ihrer stillen Kraft ist ein wunderbares Gegenstück zum hektischen Tun und Erledigen-müssen, wovon die letzten Wochen des Jahres oft gekennzeichnet sind.

 

Wie geht das? Und warum wirkt es?

 

Yin Yoga-Haltungen mit Fokus auf Hüften, Becken und unteren Rücken werden am Boden geübt und meist zwischen 3 bis 5 Minuten gehalten. Der Körper wird in eine sichere und kontrollierte Stellung gebracht, gerne auch mithilfe von Props wie Decken, Kissen oder Bolsters, in der die Muskeln nach und nach loslassen und entspannen können. Das ermöglicht eine tiefe Wirkung auf das Bindegewebe. Qi oder Prana, oft als Lebensenergie übersetzt, kann wieder besser durch die sechs Meridiane in diesen Körperregionen fließen, was sich auf Wohlbefinden, Gesundheit und Lebenskraft positiv auswirkt.

Der Geist wird zum stillen, meditativen Beobachten eingeladen. Impulsen – zum Beispiel sich zu bewegen, weil es unbequem ist oder geworden ist – wird nicht mehr gefolgt (außer natürlich bei Schmerzen oder wenn sich etwas falsch anfühlt). Das trainiert Gelassenheit – auch für den Alltag!

Gerade wenn es hoch her geht, kann das besonders wertvoll sein....!

Wenn du Lust auf Yin Yoga (bekommen) hast, dann gibt es in mehreren Wiener Studios die Gelegenheit dazu, zum Beispiel im Yoga Kula, im Prana, im Amazing Yoga Vienna, im One Yoga und einigen mehr. Im Yoga Sol gibt es Montag abends immer eine Yin & Yang Yoga Einheit.

 

In diesem Sinne wünsche ich uns in den nächsten Wochen viele stille Momente der Kraft, die uns dann helfen, die Weihnachts- und Neujahrs-Aktivitäten noch mehr zu genießen!

 

Mehr über Julia Schweiger und YOGAJU!