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Julia SchweigerYoga und Fitness Trainerin

Julia Schweiger | 09.11.2014

Namasté & Play!

Yoga für Kinder oder der best“bezahlte“ Job der Welt

Samstag Abend...meine kleine Nichte, der Wirbelwind, war heute Nachmittag bei mir zu Besuch. Erst ging's auf den Spielplatz im Garten. Rutschen, dann Fussball spielen, danach schaukeln, wieder Fussball, rutschen, Fussball – die Kleine ist zweieinhalb und schießt wie eine Große! Da hatte ich richtig zu tun! Dann rein zur Jause und danach das Indoor Programm. Tanzen, hüpfen, „bergsteigen“ auf dem Sofa – über Pölster, Decken, die Tante.... Ein richtiges kleines Energiebündel.

 

Phuuu, jetzt ist Rosa wieder zu Hause und ich sitze auf der Bergsteiger-Couch und muss lächeln. So viel Energie und Lebensfreude ist einfach ansteckend!

 

Das ist wahrscheinlich der wichtigste Grund, warum ich meine Arbeit so sehr liebe! Viele Stunden pro Woche verbringe ich in Kindergärten, Schulen und Horten und mache mit Kindern gemeinsam Yoga. Die jüngsten sind manchmal knapp über zwei, die meisten zwischen vier und zehn Jahre alt. Bei manchen bin ich nur einmal, zum Kennenlernen und Ausprobieren. Bei anderen wiederum jede Woche. Egal welches Alter, Yoga kommt an. Und wie! Sicher nicht bei jedem Kind. Aber die überwiegende Mehrheit taucht mit Begeisterung ein in die bunte Welt der Asanas (Yogahaltungen), von denen ganz viele heißen wie Tiere, in Yoga-Geschichten und -Spiele verpackt, dazu Fantasiereisen, Massagen und vieles mehr.

 

Warum steigen Kinder, oft auch die sogenannten 'schwierigen'..... so auf Yoga ein? Kinderyoga wohlgemerkt. Dieses unterscheidet sich in der Dynamik sehr von einer Einheit für Erwachsene. Kinder verweilen nur kurz in den einzelnen Yogahaltungen. Diese sind oft eingebaut in Geschichten, Gedichte, Lieder oder Spiele. PartnerInnen- oder Gruppenübungen sind ein wertvoller Teil der Stunde, ebenso wie Massagen – wiederum eingepackt in kurze Geschichten – oder Fantasiereisen. Es kann manchmal ganz schön wild zugehen und im nächsten Moment wieder ruhig werden.... Die Fähigkeit, aus der Bewegung in die Ruhe zu kommen, ist ein Geschenk für's Leben!

 

 

  • Beim Yoga darf jedes Kind so sein, wie es ist. Es gibt keine Vergleiche, keine Konkurrenz. Auch keinen Zwang. Und wenn man nicht muss, bekommt man oft ganz von alleine plötzlich Lust mitzumachen.

  • Die Yogaübungen wirken ganzheitlich – auch wenn es nach außen hin manchmal wild und chaotisch aussehen kann, weiß ich als Begleiterin, wie viele Rückbeugen, Drehhaltungen, Atem- und Balanceübungen etc. ausgeführt wurden. So kann ich den Energielevel entsprechend ausgleichen und darauf achten, dass es eine „runde“ Stunde wird. Das Ergebnis tut einfach gut.

  • Viele Kinder spüren ihren Körper und dadurch sich selbst wieder (mehr). Am Ende der Stunde sind alle wichtigen Körperpartien gestärkt und gedehnt, der Atem wurde bewusst wahrgenommen. Die Freude an der Bewegung und am Ausprobieren wächst. Ebenso das Selbstvertrauen.

  • Partner- und Gruppenübungen machen nicht nur viel Spaß und ermöglichen tolle Erfolgserlebnisse, sie stärken auch das soziale Miteinander.

 

 

  • Yogaspiele und Fantasiereisen regen die Fantasie an und fördern den kreativen Ausdruck. Was ich manchmal an einem einzigen Vormittag alles erleben darf.... Ha! Dinosaurier, Einhörner und Meerjungfrauchen geben sich ein Stelldichein!

  • Malmeditationen, Traumreisen, Massage- und Entspannungsgeschichten geben Raum zum Loslassen und zur Ruhe kommen.

  • Am allerwichtigsten aber: Kinderyoga macht Riesenspaß! Und wenn etwas Spaß macht, lernt es sich wie von selbst. Viele Kinder merken intuitiv, welche Übungen oder „Tiere“ ihnen gut tun und nehmen sich diese mit in ihren Alltag....

Kinderyoga-Kurse gibt es mittlerweile in fast jedem Yoga-Studio. In immer mehr Schulen und Kindergärten wird Yoga als Zusatzangebot oder im Rahmen der Nachmittagsbetreuung angeboten. Der Verein Kids-in-Motion z.B. führt in Kindergärten, Horten und Schulen in ganz Wien neben vielen anderen Bewegungsformen auch Yoga aus – gefördert vom Sportministerium, im Rahmen der Initiative Kinder gesund bewegen sind diese Einheiten gratis und ermöglichen ein Schnuppern und Kennenlernen.

 

Und noch etwas Wichtiges: Wieder-Kind-sein tut auch Erwachsenen gut, auch oder gerade wenn man sich vielleicht zu alt vor kommt, um zu brüllen wie ein Löwe, als Hund sein Revier zu markieren oder wie ein Frosch quakend mit den Knien bis zur Decke zu hüpfen. Deshalb die Empfehlung: die eigenen Kinder oder Neffen, Nichten, Patenkinder....schnappen, zum Familienyoga gehen und gemeinsam spannende Yoga-Abenteuer erleben!

 

 

Sonntag Vormittag. Für mich geht’s jetzt zur KinderyogalehrerInnenausbildung ins Freiraum-Institut – dort tauchen dieser Tage 13 angehenden KiYo-LehrerInnen in die Welt des Kinderyoga ein. Mal sehen, ob ihre Augen bei der Praxiseinheit auch so strahlen!

 

Namasté & Play!

 

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