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Julia SchweigerYoga und Fitness Trainerin

Julia Schweiger | 20.11.2014

„Yoga in Vienna“ by Wari Om

– das Video-Yoga-Projekt vor den Kulissen Wiens. Ein Riesengeschenk.

„Who else wants to go next?“.... fragt Wari Om, Fotograf und Yogi aus Barcelona, im Abspann des 6-ein-halb-minütigen Videos „Yoga in Vienna“. Und versetzt mich mit einem Schlag sieben Monate zurück – Ende April, Anfang Mai war es da. Und hier in Wien trafen sich mehrere Tage lang Yogis und Yoginis über alle Yogastile und Levels hinweg zum locker-kreativen Fotoshooting mit Guillem Castellsague aka Wari Om. Vor der Karlskirche, bei der Fernwärme Spittelau, im Stadtpark, im Türkenschanzpark, beim Donauturm, in Schönbrunn oder beim Belvedere setzten farbenfroh – das war die einzige Voraussetzung für's Mitmachen – gekleidete Yogis und Yoginis bunte Yoga-Akzente. Nach Yoga in New York, Rio de Janeiro, San Francisco, Japan, Colorado, Moskau etc. entstand so auf Einladung von yoga.ZEIT auch Yoga in Vienna.

 

Wari, dem der Schelm aus strahlend blauen Augen lacht, hat es dabei geschafft, ganz unaufgeregt nicht nur die wunderschönsten Yoga-Bilder zu machen. Er hat auch die ganz spezielle Stimmung an den jeweiligen Locations in der Stadt eingefangen. Seine Bilder sprechen für sich.

 

Das Kennenlernen und Austauschen mit anderen Yogis und Yoginis beim Posieren, gemütlichen Plaudern und Lachen während der 2-4 stündigen Shootings war eine schöne Erfahrung, die mir die Yoga-Welt hier in Wien näher gebracht hat. Und sie hat etwas in mir bewegt. Ich habe wieder Lust bekommen, zu experimentieren, auszuprobieren, mich tiefer auf meine eigene Praxis einzulassen.

 

 

Nach meiner Rückkehr nach Wien vor zweieinhalb Jahren bin ich in eine „Beziehungskrise“ mit Yoga geschlittert. Die (körperliche) Asana-Praxis, die für mich mehrere Jahre lang 'on the road' so wertvoll war, konnte mir nicht mehr geben, was ich brauchte. Sie fühlte sich irgendwie langweilig und leer an, steif und korsettiert. Ich bin nicht mehr an die inneren Orte gekommen, wo sie mich früher immer hin gebracht hat.

Ich betone die ASANA-Praxis hier so, weil Yoga für mich weit über das Körperliche hinaus geht. Aber der Körper war für mich schon immer ein wichtiges Tor zu tieferen Ebenen. Und das Asana-“Schloß“ wollte plötzlich nicht mehr so recht aufsperren....irgendetwas klemmte da.

 

Im Gegensatz dazu sperrte das 5-Rhythmen-Tanzen -“Schloss“, das ich zu der Zeit zum ersten Mal ausprobierte, in seiner Lebendigkeit und Kraft wie geschmiert! Ich entdeckte Seiten an mir neu, die ich durch den Tanz erst richtig ausdrücken konnte; etwas Schelmisches, Neugieriges brach auf; wie bei einem Kind, das die Welt um sich entdeckt, war jede (Tanz)„Welle“ eine spannende Reise. Nie wußte ich, was diesmal passieren würde. Welche Kontinente auf der inneren Landkarte ich diesmal entdecken und erkunden würde.

 

 

Bild 5R 1.jpg
© IRma LeKlerk

Nach jedem intensiven Tanzworkshop hatte ich das Gefühl, ich müsste mich nun entscheiden zwischen Yoga (Asana-Praxis) oder Tanzen. Aber irgendetwas holte mich jedes Mal wieder zurück, hielt mich davon ab, meiner Yoga-Asana-Praxis völlig den Rücken zu kehren. Schließlich weiß ich um ihre große Kraft und heilsame Wirkung und habe sie am eigenen Leib erfahren. Und ich bin dran geblieben. Aber manchmal bin ich mir trotzdem vorgekommen wie eine untreue Seele.

 

Heute weiß ich, dass mir die Yoga-Asana Praxis in den Jahren des Reisens und häufigen Umziehens Struktur und Halt gegeben hat. Dann, als ich beschlossen hatte, mutig zu sein und zum ersten Mal in meinem Erachsenen-Leben einfach mal an einem Ort zu bleiben – das war für mich eine größere Herausforderung als ständig zu reisen und meine Zelte immer wieder in anderen Ländern aufzuschlagen –, habe ich zum Ausgleich etwas anderes gebraucht. Nämlich Bewegung, Interaktion, Unvorhersehbares, Spontanes. Und das habe ich beim Tanzen gefunden.

 

Diesen Sommer hat sich dann etwas nachhaltig verändert... Ich habe während eines intensiven Tanzworkshops auf der Insel Vis in Kroatien jeden Morgen bei Sonnenaufgang den Tag mit einer Yoga-Asana Praxis gestartet. Nicht weil ich es mir vorgenommen hatte, sondern einfach weil ich Lust hatte und es mir gut getan hat. Nach einem intensiven Tanz-Tag habe ich am Abend mit ein paar FreundInnen eine Weile am Strand meditiert.... Und es hat sich rund angefühlt. So als hätte ich endlich zwei Teile in mir integriert. Tanzen und Yoga. Bewegung und Struktur. Yin & Yang.

Ich glaube, „Yoga in Vienna“ hat dabei keine unbedeutende Rolle gespielt. Die Farben, das Lachen, der lockere Austausch, das Miteinander waren wichtig. Ich habe die Freude am Yogaüben, am Ausprobieren, am spielerischen Entdecken hier wieder gefunden.

 

Es hat wohl wie immer alles seine Zeit....

Wenn du wissen möchtest, ob deine Zeit für Yoga jetzt da ist, probier's mal dieses Wochenende auf der Yoga Planet, der ersten Yoga-Messe Österreichs aus. Bei dem vielfältigen Programm ist vielleicht genau der Stil dabei, der für dich passt. Oder falls deine eigene Praxis gerade stagniert und du neue Inspiration brauchst, findest du dort womöglich gerade den Workshop oder die Begegnung für dich, die du brauchst, damit etwas in dir und deiner Praxis einen neuen Spin bekommt.

 

Also dann, vielleicht bis Freitag bei der Yoga Planet!

 

 

 

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