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Lifestyle | 22.06.2020

Wiens Musik im Live-Stream

Wien wird häufig als das Zentrum der österreichischen Musikszene gesehen.

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https://storage.needpix.com/rsynced_images/vienna-1279312_1280.jpg © needpix.com

Nicht nur befinden sich dort heute die meisten Veranstaltungsräume – auch historisch kann nicht jede Stadt mit Wiens Musikern mithalten. Namen wie Haydn, Mozart, Schubert und Beethoven gehörten zu den wichtigsten in Wien agierenden Künstlern der Wiener Klassik im 18. und 19. Jahrhundert. Erst letztes Jahr wurde beispielsweise das 250. Beethoven-Jubiläum in der Hauptstadt gefeiert. Und noch immer zieht es Touristen sowie Einheimische in die Konzertsäle Wiens, um Kompositionen dieser Musiker zu hören. Einen Zeitsprung später – im 20. Jahrhundert – waren Falco sowie Austropop-Legenden Reinhard Fendrich und Wolfgang Ambros in Wien aktiv. Lieder wie „Rock Me Amadeus“, „I am from Austria" und “Schifoan" sind den meisten Österreichern und Österreicherinnen auch im Jahr 2020 ein Begriff. Seit den späten 1950ern erfreuen sich nicht nur Österreich, sondern fast 100 Länder an dem Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker. 2018 maß man eine Rekordzuschaueranzahl von über einer Million. Wien und Musik scheinen Hand in Hand zu gehen.

Ein neuer Trend, der nun auch die Wiener Musikszene erreicht hat, ist jedoch das Live-Streaming von musikalischen Veranstaltungen. Wie das funktioniert und welche Events in Wien bereits zustande gekommen sind, zeigen wir hier.


Die Staatsoper wird zum Live-Stream

Unter dem Motto „Live at Home” bietet die Wiener Staatsoper immer wieder gratis Konzerte im Live-Stream an. Täglich werden hier derzeit Events in Echtzeit veröffentlicht. Am 16. Juni kamen beispielsweise verschiedene Komponisten des Opernstudios zusammen, um das „Ensemblekonzert (Französisches Repertoire)“ zu veranstalten. Zuschauer konnten sich online einen Platz für den Live-Stream sichern, um ab 19.30 Uhr „ins Konzert“ zu gehen. Ende Juni dürfen sich Interessierte auch auf Aufführungen wie Verdis Rigoletto und Falstaff freuen. Tickets kann man beispielsweise über Culturall sichern.

Die Staatsoper ermöglicht es ihren digitalen Gästen, auf dem Gerät der persönlichen Wahl zuzuschalten. Moderne Fernseher und Smartphones sind kompatibel, wie auf der Webseite der Wiener Staatsoper nachzulesen ist. Zudem stellt der Anbieter sicher, dass Zuschauer zwei Ansichtsoptionen haben: entweder der realitätsnahe Blick aus den Publikumsplätzen oder eine bewegte Kamera, die auch Close-ups zeigt. Die Entscheidung liegt vollends beim Betrachter. Mit dieser fortschrittlichen Live-Streaming-Option darf sich die Staatsoper durchaus blicken lassen – auch international.

Digitale Festivals und Konzerte

Nicht nur die vermutlich bekannteste Oper Österreichs, sondern auch vergleichsweise kleinere Veranstalter begeben sich vermehrt ins Internet. Beispielsweise fand das Homestage Festival vom 24. bis 26. April 2020 virtuell statt. Finanzieren konnte sich das digitale Festival über Crowdfunding: Einnahmen gingen an die Künstler und Künstlerinnen. Die Organisatoren des Events – Raumpioniere – wollten Zuschauern eine Bandbreite an Musik, aber auch Literatur und Theater, näherbringen. Das nächste Festival ist bereits in der Planungsphase; derzeit kümmert man sich um die notwendige Finanzierung. Trotz des kleineren Maßstabs des Events folgte auch das Homestage Festival dem neuen Trend des Live-Streamings – und das mit Erfolg.

Ähnlich bietet das Online-Portal Fidelio Streaming-Optionen für klassische Konzerte und Opern. Fidelio finanziert sich über den Verkauf von Jahresabos, allerdings kann das Angebot zunächst kostenlos ausprobiert werden. Die Preise können mit jenen von traditionellen Konzerten im Konzertsaal auch gut mithalten. Nach der Anmeldung erhalten digitale Gäste Zutritt zu den laut Fidelio „schönsten Opern, Konzerte, Ballette und Dokumentationen“. Zu diesen zählen Live-Streams aus dem RadioKulturhaus Wiens und Musikverein Wien. Die Wiener Philharmoniker sind auch digital bei den Salzburger Festspielen zu sehen. Ähnlich zum Live-Stream der Wiener Staatsoper legt auch Fidelio Wert darauf, mit einer Vielzahl von Endgeräten kompatibel zu sein. Auf dem Fernseher, Smartphone, Tablet und Computer können sämtliche Veranstaltungen also in HD verfolgt werden.

 
Woher kommt der Live-Stream-Trend?

Die Musikwelt Wiens ist nicht die erste Branche, die sich die Vorteile des Live-Streams zunutze macht. Tatsächlich hat sich die Technologie bereits ein mehreren Online Industrien durchgesetzt. Mittlerweile ist es für Sport-Fans normal, ein Fußballspiel im Live-Stream zu verfolgen. Das funktioniert über Anbieter wie DAZN. Distanzen sind keine Hürde mehr, so verfolgten 2018 über drei Milliarden Zuschauer das WM-Finale zwischen Frankreich und Kroatien. Online Casinos sind eine weitere Branche, die zu den wichtigsten Anbietern der Live-Streaming-Technologie zählen. Im Live Casino werden Spieler mit echten Croupiers und Mitspielern verbunden. In Echtzeit wird bei etablierten Live Casinos wie BetwayBlackjack und Roulette gespielt. Ein realitätsnahes Casino-Feeling ist daher auch von zu Hause aus gesichert. Um ein weiteres Beispiel zu nennen: Nicht nur in Wien kennt man Live-Wetterkameras. Die auf dem Arsenalturm positionierte Wetterkamera filmt die Umgebung, welche auf Vienna.at in Echtzeit wiedergegeben wird. Dabei handelt es sich wiederum um nichts anderes als einen Live-Stream.

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https://cdn.pixabay.com/photo/2015/08/24/01/57/mozart-904374_1280.jpg © pixabay.com

Ob im Sport, im Entertainment oder sogar bei Wetterberichten - tatsächlich konnten sich Live-Streams bereits in verschiedenen Industrien durchsetzen. In Wien genießt Musik einen besonderen Stellenwert und letztere hat bereits in der Vergangenheit mit Konzerten den Sommer in der Hauptstadt verschönt. Aufgrund dieser Bedeutung der Wiener Musik-Industrie verwundert es kaum, dass auch hier die zunehmend beliebte Streaming-Technologie eingesetzt wird.