Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 05.11.2021

Glücksspiel

Der Glücksspielstaatsvertrag und sein Einfluss auf die Welt des Gambling

Im Juli 2021 war es soweit, in Deutschland trat der Glücksspielstaatsvertrag in Kraft. Mit diesem Moment gehörte Glücksspiel in Deutschland keiner illegalen Branche mehr an. Casinos und Sportwettenanbieter können sich seither in Deutschland offiziell lizenzieren lassen und damit Spielern legal ein Angebot zur Teilnahme machen.

Bild download (7).jpg
Foto: beigestellt

Sportwetten weniger betroffen als Online-Casinos

Wie sich bei gambleonline.co sportwetten zeigt, gibt es eine riesige Anzahl seriöser Casinos in Deutschland, aber auch in Österreich und der EU, so dass es eine große Erleichterung ist, dass die Einschränkungen und Änderungen in diesem Bereich nicht übermäßig hoch sind. Schwierig ist nur, dass fortan Sportwetten und Glücksspiel voneinander getrennt werden müssen. Unter der gleichen URL dürfen Buchmacher kein doppeltes Angebot mehr offerieren. 

Darüber hinaus sind Sportwettenanbieter verpflichtet, mit einem sogenannten Panik-Button ihren Mitgliedern den Sofortausschluss für 24 Stunden anzubieten. Per Klick auf den Button kann sich der Spieler selbst ausschließen, um gefährliches oder suchtgefährdendes Spielverhalten zu unterbinden. Einen solchen Button gab es allerdings bei vielen Online-Casinos und Buchmachern schon vorher. 

Gravierender Eingriff ins Automatenspiel 

Stark betroffen sind allerdings Slots, die zu den beliebtesten Spielarten im Online-Casino gelten. Zuvor gab es hinsichtlich der Einsatzhöhe kaum eine Einschränkung. Das Spiel gab vor, wie hoch der Gambler setzen durfte. Mit Inkrafttreten des GlüStV hat sich das verändert. Ab sofort darf maximal ein Euro pro Umdrehung eingesetzt werden, und zwar addiert auf alle Gewinnlinien. Der Endbetrag pro Runde darf diesen Euro nicht überschreiten. Für Highroller, die zuvor 10 Euro und mehr pro Spiel gesetzt haben, eine herbe Einschränkung. 

Doch das sind nicht die einzigen Änderungen, die im Online-Casino am Slot spürbar sind. Auch die Spielzeit ist deutlich verlängert. Pro Umdrehung werden mindestens fünf Sekunden Laufzeit verpflichtend praktiziert, eine einzelne Spielrunde kann also niemals kürzer als jene fünf Sekunden dauern. Das wiederum hat zur Folge, dass Speed-Games und auch Autoplay nun der Vergangenheit angehören. Der Spieler soll bewusst den auslösenden Button für den nächsten Dreh drücken müssen und sich aktiv im Spiel befinden. Den Slot laufen lassen und derzeit die Hausarbeit erledigen, ist nicht mehr möglich. 

Und noch eine dritte Regelung betrifft abermals die Slots und auch hier vor allem die Fans spezieller Spiele. Es gibt keine Jackpot-Slots mehr. Zuvor wurden progressive Jackpots ausgespielt, deren Wert sich mit jeder Umdrehung gesteigert hat. Ein Gewinner wurde per Zufallsgenerator ausgewählt und dann mit der Gesamtsumme beglückt. Vergangenheit, denn Jackpots gelten als suchtfördernd und sind künftig nicht mehr erlaubt. 

Allgemeine Neuerungen durch den Glücksspielstaatsvertrag

Es gibt aber auch noch eine große Zahl allgemeiner Neuerungen, die nicht unbedingt von allen Spielern positiv aufgefasst werden. So muss beispielsweise bei Neuanmeldung in einem deutsch lizenzierten Casino eine Authentifizierung durchgeführt werden. Zuvor reichte es aus, bei der ersten Auszahlung die Kopie des Personalausweises hochzuladen und sich zu verifizieren. Nun wird die Authentifizierung bei der Anmeldung mittels Video-Ident-Verfahren durchgeführt. Der Spieler muss eindeutig legitimieren, dass er die registrierte Person ist. 

Es soll mit dieser Maßnahme verhindert werden, dass sich Menschen unter falschem Namen oder unter dem Namen von Familienmitgliedern registrieren. Denn: Mit Inkrafttreten des GlüStV ist auch die zentrale Sperrdatei in Kraft getreten. Gamer, die ein verdächtiges und gefährdendes Spielverhalten an den Tag legen, können casinoübergreifend von der Spielteilnahme ausgeschlossen werden. Um diesen Schritt zu gehen ist es aber erforderlich, dass der Spieler korrekt erfasst und zugeordnet werden kann. 

Eine dritte allgemeine Neuerung betrifft die monatliche Grenze bei der Einzahlung. Spieler dürfen pro Monat maximal 1.000 Euro einzahlen. Überschreiten sie diesen Betrag, wird das Konto bzw. die Spielteilnahme bis zum nächsten Monat blockiert. Hier sollen allerdings Ausnahmen möglich werden, wenn ein entsprechendes Einkommen vom Spieler nachgewiesen werden kann. 

Keine Tischspiele mehr, mit einer Ausnahme

Hart war es für all jene, die gern Roulette, Blackjack oder Baccarat gespielt haben. All diese beliebten Tischspiele sind aus den Online-Casinos verschwunden. Als suchtgefährdend eingeschätzt dürfen sie vom deutschen Online-Casino weder in der automatischen Form noch mit Livedealer angeboten werden. Eine einzige Ausnahme ist Poker, denn das Kartenspiel gilt nicht als reines Glücksspiel. Beim Poker wird davon ausgegangen, dass hier auch ein Teil Geschicklichkeit und Strategie benötigt wird, so dass Poker nicht verboten wurde. 

Fazit: Glücksspielstaatsvertrag stellt Gambler auf den Kopf

Der GlüStV war schon lange in Planung, seine finale Version hat allerdings eingeschlagen wie eine Bombe. Plötzlich war es nicht mehr nur in Schleswig-Holstein möglich legal ein Online-Casino zu nutzen. Wer sich aber an gewisse Vorzüge gewohnt hat und gewisse Regeln, der tut sich oft schwer mit den neuen Veränderungen. Es wundert nicht, dass sich Casinos mit EU-Lizenz im Vergleich zur deutschen Lizenz in ihrer Beliebtheit deutlich steigern. Bleibt abzuwarten, ob der vermeintlich gut gemeinte Staatsvertrag am Ende der Hauptgrund ist, warum immer mehr Zocker abwandern und ihr Glück im Ausland, im Bitcoin-Casino oder bei den EU-Nachbarn versuchen. Illegal ist die Teilnahme für Spieler nur dann, wenn das Casino überhaupt keine Lizenz besitzt. Stammt diese hingegen aus der EU, dürfen nach EU-Abkommen auch deutsche Spieler, mit weniger strengen Vorschriften, spielen.