Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 09.05.2022

TIPPS!

Die Top 5 der Kreditmythen und warum man sie keinesfalls glauben sollte

Leider beschäftigen sich zu viele Menschen aus nahezu allen Ländern zu wenig mit Finanzfragen. Das ist mit ein Grund dafür, warum sich Kreditmythen so hartnäckig halten. Wo kein fundiertes Wissen vorliegt, ist Raum für Ängste und Aberglauben. Dabei bringen solche Mythen keine nennenswerten Vorteile, sondern führen im Gegenteil zu erheblichen Mehrkosten bei einer Kreditaufnahme. Grund genug, mit den gängigen Kreditmythen aufzuräumen und zu erklären, warum man ihnen keinesfalls Glauben schenken sollte. Diese Aufgabe übernimmt dieser Artikel.

Bild Text-ID 63954 Pixabay-com © niekverlaan CCO Public Domain.jpg
pixabay.de © niekverlaan CCO Public Domain Unter Verbrauchern halten sich hartnäckig Kreditmythen, die wenig mit der Realität zu tun haben.

Darum sind Kreditmythen so langlebig

Menschen gehen gerne den Weg des geringsten Widerstands. Das gilt für Finanzfragen ebenso wie für alle anderen Lebensbereiche. Deswegen üben Kreditmythen einen so großen Reiz auf uns aus. Sie geben vor, dass Finanzfragen ganz einfach zu klären sind und dass man sich mit ihnen nicht näher auseinandersetzen muss. Viele glauben diesen leeren Versprechungen, was oft zu finanziellen Problemen führt.

Beispielsweise wäre es ein enormer Vorteil, wenn ein Dispokredit sinnvoller und günstiger als ein Ratenkredit wäre. Dann müssten Kreditnehmer keinen Kreditvergleich vornehmen, keinen Kreditantrag stellen und keine monatlichen Raten zahlen. In der Regel ist der Dispokredit für viele Projekte jedoch ungeeignet. Da der Mythos des günstigen Dispokredits jedoch so verlockend und einfach ist, hält er sich unglaublich hartnäckig. Das gilt auch für andere Kreditmythen.

Verbraucher sollten Kreditmythen keinesfalls Glauben schenken

Kreditmythen haben in nahezu allen Fällen negative Auswirkungen für die Verbraucher. Sie führen dazu, dass keine Angebote miteinander verglichen werden, sondern meist das erstbeste Angebot der Hausbank angenommen wird. Ebenso orientieren sich Kreditsuchende nicht an relevanten Werten wie dem effektiven Jahreszins, sondern schenken Faktoren wie den Schaufensterzinsen große Aufmerksamkeit.

All dies hat negative Konsequenzen. Die Betroffenen geben deutlich mehr Geld für ihren Kredit aus als nötig wäre und nehmen selbst dann keine Umschulung vor, wenn diese sich als praktisch erweisen würde. Kreditmythen sind fast immer irreführend und gaukeln eine Einfachheit vor, die es bei Finanzfragen nicht gibt. Es ist daher nahezu immer angeraten, nicht auf Mythen zu hören, sondern Informationen zu sammeln, Angebote einzuholen und möglichst viele Daten zur Hand zu haben, auf die man seine Finanzentscheidungen stützt.

Der Dispo ist nicht günstiger als ein Ratenkredit

Bild Text-ID 63954 Pixabay-com © mohamed_hassan CCO Public Domain.jpg
pixabay.de © mohamed_hassan CCO Public Domain Um das Beste aus seinem Kapital herauszuholen ist ein Dispositionskredit nicht die ideale Wahl.

Einer der Kreditmythen, der am häufigsten anzutreffen ist, lautet, dass der Dispokredit praktischer und günstiger als ein Ratenkredit sei. Natürlich ist es angenehm, keinen komplizierten Kreditantrag stellen zu müssen, sondern sein Konto einfach überziehen zu können. Diese Flexibilität und Einfachheit gehen aber mit vielen Nachteilen einher.

Beispielsweise bedeutet es für Banken ein hohes Risiko, wenn sie nicht wissen, wofür ihre Kunden den Dispokredit nutzen und wann sie ihr Geld wiederbekommen. Entsprechend verlangen sie hohe Dispozinsen, um dieses Risiko auszugleichen. Außerdem passiert es schnell, dass Kreditnehmer in die Dispofalle geraten. Das ist dann der Fall, wenn die Restschuld so hoch ist, dass die regelmäßigen Einnahmen sie nicht ausgleichen können. Dann steigen die Zinsen immer weiter an, bis die Betroffenen extrem verschuldet sind. Aus all diesen Gründen ist der Dispo ausschließlich für kurze Projekte geeignet, während sich für längerfristige Ausgaben quasi immer ein Ratenkredit aufgrund seiner vorteilhaften Konditionen lohnt.

Die Hausbank bietet nicht zwangsläufig die besten Kredite

Treue wird in der Finanzwelt leider nicht belohnt. Trotzdem hält sich der Kreditmythos hartnäckig, dass es bei der Hausbank die besten Kreditzinsen geben würde. Kreditnehmer gehen davon aus, dass ihre Hausbank möchte, dass sie ihr treu bleiben. Deswegen würde sie ein gutes Kreditangebot unterbreiten, damit sie sich keinen Kredit bei einer anderen Bank besorgen.

In diesen Kategorien denken Banken allerdings nicht. Ihnen geht es vor allem darum, Marktanteile zu gewinnen und zu großen Playern in ihrer Branche zu werden. Das erreichen sie aber nur dadurch, dass sie möglichst viele Neukunden gewinnen. Entsprechend bekommen gerade die treuen Stammkunden nicht die besten Angebote unterbreitet, sondern Menschen, die bisher in keiner Verbindung zu der Bank stehen. Aus diesem Grund ist es dringend angeraten, nicht gleich das erste Kreditangebot der Hausbank anzunehmen, sondern einen umfassenden Kreditvergleich durchzuführen. Gerade im Onlinebereich sind häufig viele Anbieter zu finden, die gute Kreditkonditionen bereitstellen.

Der Schaufensterzins ist nicht repräsentativ

Viele Banken und Kreditinstitute arbeiten bei ihren Kreditangeboten mit sogenannten Schaufensterzinsen. Das bedeutet, dass sie die Idealbedingungen aufzeigen, unter denen ein Kredit zu haben ist. Das Ziel besteht darin, möglichst niedrige Kreditzinsen anbieten zu können, um so aus der Masse an Anbietern hervorzustechen und möglichst viele Kreditnehmer für sich zu interessieren. Das Problem ist bloß: Die optimalen Voraussetzungen für einen Kredit bringt nahezu niemand mit.

Den Schaufensterzins würden meistens nur Menschen bekommen, die so viele Sicherheiten und Eigenkapital besitzen, dass sie gar keinen Kredit bräuchten. Für die meisten anderen würde ein Kreditangebot deutlich teurer ausfallen. Deswegen sollten Verbraucher keinesfalls auf die Schaufensterzinsen achten, wenn sie nach einem günstigen Kredit suchen. Stattdessen ist es empfehlenswert, den effektiven Jahreszins in den Blick zu nehmen, da dieser deutlich aussagekräftiger ist. Zudem lassen sich mit diesem Wert verschiedene Kreditangebote leicht miteinander vergleichen.

Bild infografikschufa.png
Foto: beigestellt

Die Schufa kann für Antragsteller zum Vorteil werden

Die Schufa ist eine von mehreren Auskunfteien. Diese sammeln Finanzinformationen über die Bürger, speichern diese ab und stellen sie übersichtlich dar. Banken und Kreditinstitute greifen auf die bei den Auskunfteien hinterlegten Informationen zurück, um ihr Ausfallrisiko so gering wie möglich zu halten. Sie möchten die Zahlungsfähigkeit und Zahlungsmoral eines Antragstellers bestmöglich einschätzen können, um zu wissen, ob sie einen Kredit vergeben sollten und wenn ja zu welchen Konditionen.

Viele potenzielle Kreditnehmer sehen in der Schufa deshalb einen Feind. Es hält sich hartnäckig der Mythos, dass die bei den Auskunfteien hinterlegten Daten immer schädlich für die Kreditnehmer seien. Das ist bei weitem nicht der Fall. Wenn jemand seine Rechnungen immer pünktlich und vollständig bezahlt, nur wenige Bankkonten und Kreditkarten verwendet, möglichst keine Null-Prozent-Finanzierung nutzt und einige weitere Regeln einhält, hat er einen hohen Schufa-Score. Dieser wird von den Banken und Kreditinstituten häufig durch hervorragende Kreditkonditionen goutiert. Wer seine Finanzen im Griff hat und seinen finanziellen Verpflichtungen immer pünktlich nachkommt, kann aus einer Anfrage bei der Schufa sogar Vorteile ziehen.

Ein Kredit lässt sich prinzipiell immer umschulden

Ein weiterer Kreditmythos, der einfach nicht kleinzukriegen ist, lautet, dass ein einmal abgeschlossener Kredit bis zum Ende durchgezogen werden muss. Das ist in keiner Weise richtig. Es kommt immer wieder zu Zinsschwankungen am Markt, sodass Kredite teurer oder günstiger werden. Wer die Möglichkeit hat, einen günstigen Kredit in Anspruch zu nehmen, kann diesen aufnehmen, um damit einen alten Kredit abzulösen. Dann müssen nicht mehr die bisherigen teuren Zinsen bezahlt werden, sondern man profitiert von den gesunkenen Zinsen.

Hierfür müssen allerdings einige Voraussetzungen gegeben sein. So wird bei Vertragsabschluss zwischen den Banken und Kreditnehmern vereinbart, wie lange die Zinsbindung gelten soll. Hiermit ist gemeint, dass die Kreditzinsen für einen bestimmten Zeitraum weder steigen noch fallen dürfen. Das gibt beiden Seiten Planungssicherheit. Wenn noch eine lange Zinsbindungsfrist gilt, haben Banken und Kreditinstitute bei einer Umschuldung die Möglichkeit, Vorfälligkeitsgebühren zu erheben. Hier müssen die Kreditnehmer dann genau rechnen, ob sich eine Umschuldung tatsächlich lohnt. Bei merklich gesunkenen Zinsen ist dies aber häufig der Fall.

Bereits bei Kreditantrag einen guten Eindruck hinterlassen

Wer einen günstigen Kredit haben möchte, sollte sich keinesfalls von Kreditmythen leiten lassen. Es gibt aber noch viele weitere Maßnahmen, die Antragsteller ergreifen können, um Ihre Chancen auf eine Kreditbewilligung zu erhöhen. Hierzu gehört unter anderem, bereits bei der Antragstellung einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Das gelingt beispielsweise dadurch, dass sämtliche Dokumente und Informationen von Anfang an korrekt und vollständig eingereicht werden. Hierdurch sehen die Banken und Kreditinstitute, dass die Antragsteller ihre Finanzen im Griff haben und zuverlässig und sorgfältig arbeiten.

Im Rahmen eines Kreditantrags werden viele unterschiedliche Informationen und Papiere benötigt. Hierzu gehören unter anderem eine Selbstauskunft, eine Haushaltsrechnung und der Kreditantrag selbst. Außerdem müssen Bonitätsnachweise eingereicht und Informationen über Sicherheiten gegeben werden. Wenn alle benötigten Dokumente von Anfang an korrekt sind, spart das eine Menge Zeit und Aufwand. Die Banken können dann effizient arbeiten und die Kreditnehmer haben das benötigte Geld schnell zur Verfügung.

Einen Kreditvertrag individualisieren

Des Weiteren ist es eine gute Idee, den Kreditantrag zu individualisieren. Banken und Kreditinstitute geben häufig bestimmte Rahmenbedingungen vor. Innerhalb dieser Grenzen besteht allerdings Raum für Verhandlungen und individuelle Anpassungen. Das betrifft insbesondere die monatliche Rate. Einigen Kreditnehmern ist es wichtig, eine hohe Tilgung zu vereinbaren, um den Kredit möglichst schnell zurückzuzahlen und Zinskosten zu sparen. Andere wollen eine eher niedrige Kreditrate haben, um im Alltag eine größtmögliche finanzielle Flexibilität zu genießen. All dies lässt sich individuell aushandeln.

Es gibt noch viele weitere Faktoren, bei denen sich Handeln häufig lohnt. Hierzu gehören der Zinssatz, die Zinsfestschreibung, die Laufzeit und die Möglichkeit zu Sondertilgungen. Es ist wichtig, sich genau zu überlegen, was man von einem Kredit erwartet und welche Aspekte einem hierbei besonders wichtig sind. Dann können die Konditionen so gewählt werden, dass sie zu den persönlichen Vorstellungen und Wünschen perfekt passen.

Fazit

Grundsätzlich gilt: Je mehr Informationen Kreditnehmer zur Verfügung haben und je besser sie sich mit den Mechanismen der Finanzbranche auskennen, desto bessere Kreditkonditionen können sie aushandeln. Kreditmythen sind das Gegenteil von Wissen. Sie appellieren gerade an die Gefühle und Emotionen der Kreditnehmer und führen sie hierdurch in die Irre. Wer viel weiß, fällt weniger leicht auf solche Mythen herein und kann wirklich günstige Kreditkonditionen aushandeln.

Zu diesem Zweck ist es wichtig, Zeit und Mühe in die Suche nach passenden Anbietern zu investieren. Es lohnt sich, einen umfassenden Anbietervergleich durchzuführen und verschiedene Kreditangebote in den Blick zu nehmen. Interessierte sollten sich mit verschiedenen Fachbegriffen der Branche auseinandersetzen und versuchen, diese zu verstehen. Da all dies nicht über Nacht möglich ist, ist es elementar wichtig, sich genügend Zeit für die Kreditsuche zu nehmen. Nicht erst wenn ein Projekt ansteht, sollte mit der Suche begonnen werden. Je weniger Zeitdruck vorherrscht, desto mehr Informationen können gesammelt werden und desto fundierter ist die Entscheidung, die die Kreditnehmer treffen.