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Lifestyle | 24.11.2021

New Work – Ist die 40-Stunden-Woche noch zeitgemäß?

Weniger arbeiten und das gleiche Gehalt bekommen? Was für viele utopisch klingt, ist nach einem Experiment in Island eingeführt worden: die 35-Stunden-Woche. Wir haben die Vor- und Nachteile zusammengetragen und mit zwei Firmen in Österreich gesprochen, die bereits eine Stundenreduzierung eingeführt haben. Text: Tjara-Marie Boine

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Die 40-Stunden-Woche hat für viele ausgedient. Umfragen zeigen, dass sich die Mehrheit der Angestellten eine geringere Arbeitszeit wünscht. Vor allem die Generation Z – junge Menschen geboren zwischen 1995 und 2012 – wünscht sich nicht nur eine gute Work-Life-Balance, sondern eine komplette Trennung von Arbeit und Privatleben. Standen bei der Generation Y, geboren zwischen 1994 und 1980, noch Struktur und Sicherheit im Vordergrund des Arbeitslebens, wünscht sich die zukünftige Generation der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ganz neue Arbeitszeitmodelle. Diese sollen es ermöglichen, abseits der Arbeit die eigenen Träume zu verwirklichen. Ist die Arbeitswelt jedoch schon bereit für dieses Arbeitsmodell?

Vorreiter Island. Eine Langzeitstudie in Island hat nun gezeigt, dass das Wunschmodell auch zur Realität werden kann. Im Auftrag der Regierung wurde von 2015 bis 2019 eines der größten Experimente zur 30-Stunden-Woche durchgeführt. Dabei wurde die Arbeitszeit der Proband:innen von 40 Stunden auf 35 oder 36 Stunden reduziert – bei gleichbleibendem Gehalt. 2.500 Beschäftige nahmen am ersten Durchgang teil. 2017 folgte der zweite Teil, in dem über 400 Personen teilnahmen. Für Island ist das eine erhebliche Zahl, die gesamte arbeitende Bevölkerung liegt bei etwa 200.000 Personen. Und die Ergebnisse können sich sehen lassen: Das generelle Wohlbefinden der Teilnehmer:innen stieg an, genauso wie auch die Produktivität während der Arbeitszeit. Außerdem wurden weniger Stress und mehr Zeit für Familie sowie Freizeitgestaltung angegeben. Es zeigte sich sogar, dass sich Männer in heterosexuellen Beziehungen mehr im Haushalt beteiligten.

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Ein langer Weg. Neu ist die Idee der reduzierten Arbeitsstunden nicht. Diese lässt sich sogar historisch nachverfolgen. Im 19. Jahrhundert arbeiteten die Menschen bis zu 16 Stunden pro Tag und bis zu 80 Stunden die Woche. 1885 sahen die Zeiten auch weniger rosig aus: 66-Stunden-Wochen und elf Stunden Arbeit pro Tag standen an der Tagesordnung. Im Jahr 1919 wurde dann der Acht-Stunden Tag beschlossen und die Arbeitszeit pro Woche auf 48 Stunden reduziert. In den darauffolgenden Jahren reduzierte sich die tägliche und die wöchentliche Arbeitszeit immer mehr. Im Jahr 1975 wurde dann die 40-Stunden-Woche beschlossen. Zehn Jahre später einigten sich bestimmte Branchen auf die 38,5-Stunden-Woche.

Intensivere Arbeitszeit. Der Versuch Islands hat gezeigt, dass die Reduzierung der Arbeitszeit bei gleichbleibendem Gehalt Vorteile haben kann. Aber wie sehen diese genau aus? Expert:innen sind sich einig: Nach sechs Stunden Arbeit nimmt die Konzentration ab und die Fehler nehmen zu. Weniger Arbeitszeit heißt also oft auch mehr Konzentration und Produktivität. Außerdem wirkt sich mehr Freizeit positiv auf die Gesundheit der Menschen aus – mehr Zufriedenheit und Entspanntheit sind die Folge. So lassen sich Krankheiten oder Burn-outs eher vermeiden.

Go green. Nicht nur das Wohlbefinden der Arbeitnehmer:innen kann durch eine Reduzierung der Stunden erhöht werden. Auch das Klima könnte davon profitieren. Simple Büroarbeit ist alles andere als klimafreundlich, man bedenke energiefressende Computer und das Kühlen oder Heizen der Räume. Außerdem pendeln viele Menschen zur Arbeit oder machen Geschäftsreisen, was Treibhausgasemissionen zur Folge hat.

Gleichberechtigung und Familienfreundlichkeit. Eine Reduktion der Arbeitsstunden könnte auch die Care-Arbeit gerechter verteilen. Knapp ein Drittel der Beschäftigten in Österreich arbeitet Teilzeit, die Mehrheit sind Frauen. Jedoch leisten diese in ihrer Freizeit auch mehr unbezahlte Arbeit und kümmern sich um ältere Familienmitglieder, Kinder und den Haushalt. Wie auch das Experiment in Island gezeigt hat, hätten Männer mit einer geringeren Arbeitszeit auch mehr Zeit, im Haushalt zu helfen und Care-Arbeit zu übernehmen. Ein weiterer Vorteil der reduzierten Arbeitszeit: Dadurch könnten neue Menschen eingestellt werden und mehr Jobs werden ermöglicht.

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Work-Life-Balance. Kritiker:innen merken an, dass durch die Arbeitszeitverkürzung gleich viel in weniger Zeit gearbeitet werde. Man dürfe also nicht direkt davon ausgehen, dass weniger Arbeitsstunden auch weniger Stress bedeuten würden. Laut Expertinnen und Experten sei es hier wichtig, wie das Modell genau umgesetzt werde. Ein oft genannter Kritikpunkt ist außerdem, dass soziale Dinge auf der Strecke bleiben würden. Schließlich sei das Büro auch ein sozialer Ort. Pausen oder Gespräche mit Kolleginnen und Kollegen seien ein wichtiger Faktor für das Betriebsklima. Hierbei sollte vor allem darauf geachtet werden, das Teambuilding auch außerhalb der Arbeitszeit zu stärken, beispielsweise mit Ausflügen oder anderen Unternehmungen.

Nachhaltig denken. Ein häufiges Gegenargument ist, dass eine Arbeitszeitverkürzung zu teuer sei. Diese käme einer Gehaltserhöhung gleich und könnte wohlstandsgefährdend für das Unternehmen sein. Wichtig hierbei ist, auch anzumerken, dass nicht alle Branchen einfach die Arbeitszeit reduzieren können. Eine Marketingfirma kann dies beispielsweise deutlich besser umsetzen als Unternehmen im öffentlichen Bereich. Interessierte sollten deswegen ganz genau überlegen, ob ein anderes Arbeitszeitmodell zum Unternehmen passt und ob dieses wirklich möglich ist.

New Work – Less Work. Ist die Zeit also reif für ein neues Arbeitszeitmodell? Auch in Österreich experimentieren immer mehr Unternehmen mit reduzierter Arbeitszeit oder steigen sogar gänzlich um. Beispielsweise die Oberösterreicher Online-Agentur eMagnetix sowie die Osttiroler Latschenölbrennerei Unterweger. Die Firma eMagnetix setzt dabei auf eine 30-Stunden-Woche in fünf Tagen, die Firma Unterweger hingegen auf 36 Stunden innerhalb von vier Arbeitstagen – beides mit Vollzeitgehalt. Wir haben mit dem Geschäftsführer von eMagnetix und mit der Key-Account-Managerin der Firma Unterweger gesprochen.

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Klaus Hochreiter, Geschäftsführer eMagnetix © SN/MAGNETIX

TIROLERIN: eMagnetix hat eine 30-Stunden-Woche bei vollem Gehalt eingeführt. Was war der Auslöser dafür?

Klaus Hochreiter: Genau, wir haben 2018 die 30-Stunden-Woche bei Vollzeitgehalt eingeführt. Wir nennen das #30sindgenug. Dafür gab es zwei Gründe. Der eine war, dass uns im Jahr 2016 der Fachkräftemangel erwischt hat. Wir haben einfach keine Bewerberinnen und Bewerber mehr bekommen. Für Einsteigerjobs haben wir im Schnitt nur zehn Bewerbungen bekommen und auf Jobs mit Erfahrung teilweise über Monate keine einzige. Das war eine sehr dramatische Situation, weil das bestehende Team natürlich die ganze Arbeitslast hat tragen müssen – genug Aufträge waren ja da. Das hat dann zu Überstunden und Unzufriedenheit geführt. Der zweite Grund war, dass wir gemerkt haben, dass man die junge Generation nicht mehr einfach nur mit Gehalt alleine lockt – die neue Währung ist die freie Zeit. Dann haben wir uns auf die Suche begeben, wie man das in der Zukunft lösen kann, und daraus wurde dann die Idee geboren, die Arbeitszeit zu reduzieren.

Wie funktioniert dieses Modell genau?

Prinzipiell haben wir Kernarbeitszeiten von Montag bis Freitag, diese können sich unsere Mitarbeitenden flexibel einteilen. Die einen fangen um sechs Uhr in der Früh an, die letzten kommen gegen neun Uhr, das ist ganz verschieden. Mittlerweile können sich die Mitarbeitenden sogar aussuchen, ob sie die 30 Stunden in fünf Tagen oder in vier Tagen machen. Pendler:innen bevorzugen beispielsweise vier Tage. Das heißt, das ist bei uns nichts Starres und sehr flexibel.

Wie wurde die Umstellung umgesetzt?

Wir haben die Umstellung 2017 angekündigt. Die Reaktionen unserer Mitarbeitenden waren total spannend. Der Großteil war euphorisch und sehr glücklich mit der Entscheidung. Natürlich waren auch einige skeptisch, wir haben dann aber erklärt, wie wir das Ganze umsetzen wollen, und sie waren dann etwas beruhigter. Danach hat sich jede:r einzelne Mitarbeiter:in über Wochen und Monate hingesetzt und überlegt, wie man effizienter arbeiten kann. Da haben alle wahnsinnig toll mitgearbeitet und wir haben eine Liste mit über 100 Maßnahmen gesammelt. Nach dem Zeitmanagement war unsere zweite große Maßnahme die Digitalisierung. Wir haben geschaut, wo man Prozesse automatisieren kann. Ich glaube, zu sagen, wir machen jetzt das Gleiche wie vorher und stellen das von heute auf morgen um, funktioniert einfach nicht.

Gab es dabei Herausforderungen?

Natürlich gab es Herausforderungen, die wird es auch weiterhin noch geben. Bisher haben wir aber immer eine Lösung gefunden. Man muss sich generell darüber im Klaren sein, dass so eine Umstellung eine laufende Maßnahme ist. Man muss immer daran arbeiten, denn eine Arbeitszeitverkürzung deckt auch viele Mängel auf. Bei der Umstellung 2018 gab es erst einmal eine Eingewöhnungsphase für die Mitarbeitenden, bei der wir ihnen etwas Zeit gegeben haben. Was man auch sagen muss, ist, dass so eine Umstellung natürlich auch Geld kostet. Wir haben das aber einfach als eine Investition in langfristige Mitarbeiterzufriedenheit gesehen, was sich dann auch bewahrheitet hat.

Wie hat sich die Umstellung auf Ihre Mitarbeiter:innen ausgewirkt?

Am Anfang waren die 30 Stunden natürlich noch etwas ungewohnt. Das hat sich aber nach ungefähr zwei Monaten eingependelt. Mittlerweile hat sich die Produktivität unserer Mitarbeitenden gesteigert. Wenn es gemeinsame Termine gibt, werden die sehr effizient abgehalten. Dieses Feedback erhalten wir auch von unseren Kund:innen. Wir führen auch regelmäßig Umfragen durch, da haben wir absolut gutes Feedback bekommen. Wir fragen dabei auch die Zufriedenheit unserer Mitarbeitenden durch eine anonyme Umfrage ab, und da erreichen wir auf einer Skala bis fünf aktuell eine vier, das ist ein toller Wert. Alles in allem kann man sagen, unsere Mitarbeitenden sind zufrieden – und auch unsere Kund:innen. Das ist eine einfache Rechnung, in der man gerne zur Arbeit geht, und dann macht man die Arbeit auch gut. Das ist unsere Philosophie.

Kritiker:innen sagen, dass durch eine reduzierte Arbeitszeit das Soziale in der Firma auf der Strecke bleiben könnte. Wie nehmen Sie das wahr?

Das ist ein wichtiger Punkt, über den wir uns auch im Vorfeld Gedanken gemacht haben. Natürlich kann Smalltalk auch immer noch während der Arbeit stattfinden – nur nicht endlos. Bei unseren Umfragen ist herausgekommen, dass sich die Pausenzeiten nicht verkürzt haben. Wir versuchen, auch als Unternehmen das Miteinander zu fördern, machen regelmäßige Veranstaltungen, Ausflüge und Team-Meetings. Da muss man aber ganz klar sagen, dass das aufgrund von Corona momentan nicht möglich war.

Was würden Sie anderen Unternehmen raten, die auch ein reduziertes Zeitarbeitsmodell einführen wollen?

Natürlich passt das Modell nicht zu jedem Unternehmen, bei uns funktioniert das sehr gut. Mein Tipp ist, dass sich jedes Unternehmen erst einmal gemeinsam mit den Mitarbeiter:innen hinsetzen und fragen muss, was diese wollen. Daraus kann man dann bestimmte Maßnahmen ableiten. Das muss ja nicht unbedingt eine Verkürzung auf 30 Stunden sein, vielleicht auf 35 oder vielleicht einfach zusätzliche Urlaubstage. Mein zweiter Tipp ist, dass man am Ende des Tages einfach etwas tun muss. Ich möchte nicht wissen, wo wir heute ohne die Umstellung wären. Heute bekommen wir auf Einsteigerjobs bis zu 100 Bewerbungen. Da sieht man schön, was man erreichen kann. Wir haben zufriedene Mitarbeitende und zufriedene Kund:innen, da kann am Ende jeder davon profitieren.

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Mechtild Stocker, Key-Account-Managerin Brüder Unterweger © privat/Stocker

TIROLERIN: Brüder Unterweger hat eine Vier-Tage-Woche bei vollem Gehalt eingeführt. Wie funktioniert das genau?

Mechthild Stocker: Wir arbeiten von Montag bis Donnerstag und das täglich um die neun Stunden, das sind insgesamt 36 Stunden. Davon fallen weitere zwei Stunden aufgrund von bezahlten Pausen zu je 15 Minuten am Vormittag und am Nachmittag weg. Genau betrachtet arbeiten wir also nur 34 Stunden in der Woche und werden bezahlt für 38,5 Stunden. Wir arbeiten dabei in einem Gleitzeitrahmen. Ein entsprechender Rahmen für den Start und das Ende der Arbeitszeit und die Sollzeit ist festgelegt – über die genaue Arbeitszeit entscheiden die Mitarbeitenden jedoch selbst.

Was war damals der Auslöser für die Umstellung?

Ursprünglich hatten wir eine normale Fünf-Tage-Woche. Freitags haben wir von 7.30 bis 12 Uhr gearbeitet. Im Endeffekt konnten wir an den besagten Freitagen jedoch nur für wenige Stunden wirklich produktiv arbeiten, da als Abschluss der Arbeitswoche die Endreinigung der Maschinen und Arbeitsplätze notwendig ist. Und dann hat es sich so entwickelt, dass die Geschäftsführung den Entschluss getroffen hat, auf die Vier-Tage-Woche umzustellen. Entsprechend wurden die zwei Arbeitsstunden von Freitag auf die Arbeitstage von Montag bis Donnerstag aufgeteilt.

Welche Herausforderungen gab es bei der Umstellung?

Man muss dazu sagen, dass wir eine sehr gute Basis für die Umstellung hatten, denn der Freitag war immer schon unser Puffertag – unsere Lieferung haben wir bereits vorher von Montag bis Donnerstag an unsere Speditionen übergeben. Der Freitag war dann eher für Vor- und Aufbereitungen da. Unseren Kund:innen ist diese Umstellung also meist gar nicht aufgefallen. Es haben sich eher interne Prozesse verändert, um notwendige Arbeitsschritte entsprechend zu optimieren. Da hat es natürlich viel Zeit und vor allem Vorbereitung gebraucht. Außerdem war im Zuge der Umstellung noch einiges an Nachbereitung und Veränderung notwendig. Mittlerweile sind wir aber sehr gut auf die Vier-Tage-Woche eingespielt.

Wie hat sich die Umstellung auf die Produktivität und Einstellung der Mitarbeiter:innen ausgewirkt?

Wir sind alle sehr glücklich mit der Entscheidung der Geschäftsführung und können es uns anders gar nicht mehr vorstellen. Die Produktivität ist da ein ganz spannendes Thema. Die Mitarbeiter:innen sind deutlich erholter und motivierter, wenn sie am Montag zur Arbeit kommen. Durch den freien Freitag haben wir ja quasi jede Woche einen Kurzurlaub und können zudem viele unserer privaten Vorhaben und Termine an diesem Tag einplanen. Wir haben ein junges Team – auch Väter oder Mütter, bei denen die Partnerin oder der Partner an den Freitagen und Samstagen arbeitet. Unsere Vier-Tage-Woche unterstützt hierbei die Organisation der Familie entsprechend. Zudem steigt die Nachfrage nach einer guten Work-Life-Balance mit Einstellung von meist jungen neuen Mitarbeiter:innen.

Kritiker:innen sagen, dass durch eine reduzierte Arbeitszeit das Soziale in der Firma auf der Strecke bleibt. Wie nehmen Sie das wahr?

Grundsätzlich gilt natürlich auch bei uns die Einhaltung einer gesetzlichen Pause nach sechs Stunden Arbeitszeit. Da die Firma unter anderem für die Kosten des Mittagessens aufkommt, wird beispielsweise diese Zeit genutzt, um sich auszutauschen. Auch die bereits angesprochenen Vormittags- und Nachmittagspausen tragen zum sozialen Beisammensein bei. Was sich seit der Umstellung zudem entwickelt hat, ist, dass sich einige Mitarbeiter:innen freitags treffen, um gemeinsam Unternehmungen oder zusammen Sport zu machen. In Folge dessen kann ich nicht bestätigen, dass in unserem Unternehmen das Soziale unter der Vier-Tage-Woche leidet.

Welches Feedback erhalten Sie von Kund:innen?

Ich bin unter anderem für die Neukundengewinnung und die Betreuung bestehender Kund:innen zuständig. Für eine gute Geschäftsbeziehung ist es wichtig, dass diese wissen, wie wir arbeiten und wann wir genau erreichbar sind. Denn es kommt auch vor, dass wir Donnerstagabend oder freitags eine dringende Anfrage einer Kundin oder eines Kunden erhalten. Auf diese kann aufgrund unseres Arbeitszeitmodells erst am darauffolgenden Montag reagiert werden. Im Großen und Ganzen kann jedoch gesagt werden, dass die Umstellung auf die Vier-Tage-Woche für unsere Kund:innen kaum spürbar ist und wir da bisher auch immer sehr gutes Feedback von diesen bekommen haben.

Was würden Sie anderen Unternehmen raten, die auch ein reduziertes Arbeitszeitsmodell einführen wollen?

Ich bin der Meinung, dass mit durchdachter Vorbereitung der Wechsel zu einem reduzierten Zeitarbeitsmodell zumindest für Produktionsunternehmen möglich sein kann. Für den öffentlichen Sektor stelle ich es mir eher schwieriger vor. Organisatorisch ist es von Vorteil, alle Prozesse im Unternehmen zu durchleuchten und zu schauen, wo beispielsweise Zeit und Ressourcen eingespart und Abläufe verbessert werden können. Als absolut essenziell sehe ich motivierte Mitarbeitende an, die mit vollem Einsatz die Philosophie des Unternehmens leben und ihr Know-how zum Erfolg beitragen. Das ist meiner Meinung nach das Wichtigste dabei.