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Lifestyle | 12.12.2019

Advent-Romantik

Seit fast 300 Jahren verzaubern die Wiener Christkindlmärkte jährlich tausende Gäste mit weihnachtlichem Charme, verlockenden Angeboten und einer großen Portion Romantik.

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Ein Wiener Highlight vor imperialer Kulisse: der Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Belvedere. © iStock by Getty Images

Wenn funkelnde Lichter aus den Wiener Einkaufsstraßen wahre Märchenlandschaften zaubern, der Duft von Lebkuchen und gebrannten Mandeln in der Luft liegt und die Menschen sich die kalten Finger an heißen Glühweintassen wärmen, dann ist die schönste Zeit des Jahres angebrochen. Von Mitte November bis Weihnachten verwandeln sich die beliebtesten Plätze Wiens in ein romantisches Adventwunderland, das mit seinen romantischen Lichtern, verführerischen Leckereien und himmlischen Angeboten die Wartezeit auf das große Fest versüßt.

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Mehr als drei Millionen Besucher genießen jährlich die Atmosphäre des Christkindlmarkts am Wiener Rathausplatz.

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VERZAUBERND. So wird der Bummel zum Erlebnis für Groß und Klein – die Wiener Einkaufsstraßen erstrahlen im schönsten Lichterglanz. © iStock by Getty Images

Geschichte. Die Christkindlmärkte sind aber keineswegs ein modernes Phänomen. Bereits vor 300 Jahren gab es Vorläufer der heutigen Christkindlmärkte. Ein klares Entstehungsjahr kann aber nicht festgelegt werden. Aufzeichnungen zeigen, dass bereits um das Jahr 1600 zur Weihnachtszeit Marktstände in der Gegend rund um den Stephansdom errichtet wurden, wo in erster Linie Lebkuchen- und Zuckerbäcker ihre Waren feilboten. Die erste konkrete Erwähnung eines Christkindlmarkts, ähnlich dem wie wir ihn heute kennen, stammt von 1722. Damals wurde auf der Freyung der erste „Nikolo-, Weihnachts- und Krippenmarkt“ eröffnet, nach Streitigkeiten unter den Kaufleuten jedoch auf den Platz Am Hof verlegt. Bis ins 20. Jahrhundert war der Platz Am Hof der xe Stand- ort des Wiener Christkindlmarkts, der im Jahr 1903 erstmals mit elektrischer Beleuchtung ausgestattet wurde. Noch heute bestehen auf diesen Plätzen zwei beliebte Christkindlmärkte, auf denen in erster Linie traditionelles Handwerk und unwiderstehliche österreichische Schmankerln angeboten werden.

Die turbulenten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gingen aber auch am Wiener Christkindlmarkt nicht spurlos vorüber. Besonders im Ersten und Zweiten Weltkrieg gestaltete sich die Organisation und das Abhalten eines solchen Markts äußerst schwierig. Jedes Jahr wurde erneut nach einem sicheren und passenden Standort gesucht, bevor der Krieg schlussendlich das Abhalten eines Christkindlmarkts verhinderte.

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PRACHTVOLL. Wie riesige Luster funkelt die imposante Weihnachtsbeleuchtung am Graben. © iStock by Getty Images

Klassiker. Bis Mitte der 1970er Jahre etablierten sich zuerst der Neubaugürtel und dann der Platz vor dem heutigen MuseumsQuartier als erfolgreiche Standorte. Mit dem Bau der Tiefgarage musste der Markt im Jahr 1975 jedoch wieder weichen und wurde vorübergehend am Rathausplatz abgehalten. Die malerische Kulisse des Rathauses und des Parks schufen schlussendlich die ideale Atmosphäre für einen stimmungsvollen Adventmarkt, der sich alsbald zum größten und beliebtesten der Stadt etablierte. Heute trägt er den charmanten Namen „Wiener Weihnachtstraum“ und ist bei Touristen und Einheimischen gleichermaßen beliebt. Das einladende Ambiente mit dem wunderschön beleuchteten, herrschaftlichen Rathaus und das große Angebot – wie ein Eislaufplatz sowie der bei Pärchen besonders beliebte Herzerlbaum –, lassen keine Wünsche offen. Die Popularität dieses Christkindlmarkts lässt sich in Zahlen ausdrücken: Rund 3,5 Millionen Menschen haben im vergangenen Jahr den Christkindlmarkt am Rathausplatz besucht und damit einen überwältigenden Besucherrekord aufgestellt.

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ERHABEN. Der Wiener Stephansdom zeigt sich abends eindrucksvoll bestrahlt von seiner ganzen Pracht. Zu seinen Füßen: ein kleiner Adventmarkt. © iStock by Getty Images

Ganz Wien. In den vergangenen Jahren und Jahrzehnten gesellten sich freilich eine Vielzahl weiterer, zauberhafter Märkte hinzu. Ob vor imperialer Kulisse vor dem Schloss Schönbrunn, in historischem Ambiente im Arsenal oder im familiären Dorf-Stil am Maria-Theresien-Platz, im Alten AKH oder am Spittelberg. Ein ganz besonders bezauberndes Ambiente erwartet die Besucherinnen und Besucher auch im Schlossgarten des Belvedere im dritten Bezirk. Vor barocker Kulisse lädt das Weihnachtsdorf, genauso wie jenes im Alten AKH, zum Flanieren und Genießen in familiärer Atmosphäre ein.

Aber die romantischen Christkindl­märkte sind keineswegs nur den inne­ren Bezirken vorbehalten. Auch in den äußeren Bezirken kommen Liebhaber der Vorweihnachtszeit nicht zu kurz. So locken beispielsweise die Blumen­gärten Hirschstetten im 22. Bezirk mit einem reichhaltigen Angebot für die ganze Familie – von musikalischen Weihnachtsklängen bis hin zu biologi­schen Schmankerln.

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TREFFPUNKT. Auf der Wiener Freyung gab es schon vor 300 Jahren den ersten Krippen- und Nikolomarkt. Heute ist der Altwiener Christkindlmarkt ein Fixpunkt im Advent. © iStock by Getty Images

Einzigartiges. Neben den wohlbe­kannten Christkindlmärkten gibt es aber noch einige Geheimtipps, die in der Vorweihnachtszeit definitiv einen Besuch wert sind. In den Ringstras­sen-­Galerien gegenüber der Staatsoper lockt beispielsweise ein kleiner, feiner Gourmetmarkt, der Gäste mit öster­reichischen und italienischen Deli­katessen verwöhnt. Besonders erfreu­lich ist, dass die Stände von einem Glasdach geschützt sind und somit auch bei Schlechtwetter einen Besuch zum angenehmen Erlebnis machen.

Wer im Advent etwas Gutes tun möchte, findet in Wien auch eine Rei­he an karitativen Marktständen, die mit ihrem Erlös Obdachlose, Kranke, Frauenhäuser, Kinder­ oder Flücht­lingsheime unterstützen. Ein Beispiel sind die Punschstände auf der Freyung, direkt vor dem Palais Ferstel, bei denen abwechselnd verschiedene karitative Organisationen ihre Waren anbieten.

Fest steht auf alle Fälle: Egal, ob mit den Freunden, dem Partner, der Fami­lie, den Kindern – die Wiener Christ­kindlmärkte versüßen uns die Vor­ Weihnachtszeit mit ihrem Ambiente und ihrem Warenangebot.

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© iStock by Getty Images