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Lifestyle | 18.05.2018

Bedürfnisse ernst nehmen

Work-Life-Balance. Manuela Vollmann vom abz*austria weiß, wie Vereinbarkeit von Kind und Karriere gelingt, ohne auf die eigenen Energiereserven zu vergessen.

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Spagat. Mutter sein, top im Job und die eigenen Bedürfnisse wahrnehmen: So geht’s, erklärt Manuela Vollmann vom abz*austria (www.abzaustria.at). © iStock by Getty Images

Kinder versorgen und betreuen, die Pflege der Eltern organisieren oder übernehmen und als Fachkräfte dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen: Das geht mit Vollzeit für Männer und Frauen nicht, wie wir sie bisher definieren. Männer wünschen sich, ihre Arbeit zu reduzieren, fürchten aber negative Folgen für ihre Karriere. Frauen würden gerne mehr Stunden arbeiten, können aber oft nicht von ihren Teilzeitjobs aufsteigen. Die flächendeckende Kinderbetreuung, insbesondere von Kindern vor dem schulpflichtigen Alter und außerhalb der Unterrichtszeiten, ist nicht gegeben. Eine 30-Stunden-Woche für Männer und Frauen würde neue Vereinbarkeitsperspektiven schaffen. Solange es diese Strukturen nicht gibt und Frauen den Spagat zwischen den unterschiedlichsten Anforderungen schaffen müssen, kann ich nur empfehlen, die eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und auch entsprechende Forderungen zu stellen –im Berufs- genauso wie im Privatleben.


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Expertin. Vollmann leitet das abz austria.Kernkompetenz: Frauen, Wirtschaft , Gleichstellung. © Volker Hoffmann

Investment in eigene Ressourcen. Sprechen Sie es an, wenn z. B. ­wichtige Meetings immer erst nach 17 Uhr stattfinden, erläutern Sie beim Ausstiegsgespräch vor der Karenz bereits Ihre Wiedereinstiegspläne, überlegen Sie gemeinsam mit Ihrem Partner, wie auch er Elternkarenz in Anspruch nehmen und danach Stunden reduzieren könnte. Wenn Sie Teilzeit arbeiten und den Großteil der Kinderbetreuung übernehmen, klären Sie mit Ihrem Partner die Möglichkeit, im Gegenzug einen aktiven Beitrag auf Ihr Pensionskonto einzuzahlen. Diese Gespräche sind oft fordernd und bedeuten ein Investment Ihrer Ressourcen, aber gute Vereinbarungen zahlen sich in jedem Fall aus. Für viele Frauen kann ich auch empfehlen, den eigenen Perfektionismus zurückzustellen: Es muss nicht immer jeder Kuchen für ein Schul- oder Kindergartenfest selbst gebacken sein, um nur ein Beispiel zu nennen. Manchmal ist es wichtiger, die eigenen Energiereserven aufzutanken.