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Lifestyle | 17.07.2019

COOLER LEBEN

Die erfolgreiche Mode-Unternehmerin Christiane Seitz ist ein echter Wohn-Profi: Nach Lebens­stationen in Tirol, New York und Paris hat sie sich in Wien ihr Traumhaus gebaut. Gäste, Hunde und Kinder sind in ihrem so coolen wie gemütlichen Refugium stets willkommen.

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COOL LIVING. "Meine Gäste sollen sich in meinem Haus genauso wohl­fühlen wie ich!“, ist die Devise von Christiane Seitz. Setter-Hündin Hillary freut’s!©Stefan Joham

"Schön, dass ihr da seid!“, Hausherrin Christiane Seitz empfängt uns strahlend und in Begleitung von Setter-Hündin Hillary im Garten, durch den man direkt in die gemütliche Küche gelangt. Jeans, asymmetrisches Top und keine Schuhe – der coole Look verrät auf den ersten Blick, dass die Besitzerin der Wiener Top-Boutique Sterngasse 4 ein Händchen für gutes Styling hat. Das sich – logisch – auch in der Einrichtung ihres Hauses spiegelt. 

look: Christiane, erzähl uns ein bisschen über die unterschiedlichen Wohnorte und Stationen in deinem Leben …

Christiane Seitz: Aufgewachsen bin ich in Innsbruck auf einem Bauernhof, bin mit 17 aber schon in eine kleine Wohnung am Hof gezogen. Hotel Mama mit eigenem Eingang, das war sehr cool (lacht). Dann hat es mich nach New York verschlagen, ins Loft meines Freundes, der Fotograf war.  Durch ihn hab ich auch die Fotografie als Kunstrichtung entdeckt. 

Nach meinem Jus-Studium bin ich nach Wien gezogen, um mein Gerichtsjahr zu machen, gemeinsam mit einer Freundin in eine Wohnung im 3. Bezirk. Dort habe ich zum ersten Mal richtig kreativ gewohnt …

Wie hat sich das im Wohnstil niedergeschlagen?

Wir hatten zwar nur ein Mini-Budget, aber machten das Beste daraus, kauften z. B. im Bauhaus einen Malertisch und legten eine lange Tischdecke drauf. Hat sehr cool ausgesehen!

Und dann bist du in Wien sesshaft geworden?

Um Gottes Willen nein, noch lange nicht (lacht)! Dann bin ich für 12 Jahre nach Paris gezogen, habe dort bei Daniel Swarovski und Dior gearbeitet. Ich bin in Paris dreimal umgezogen, jede meiner Wohnungen war alt, aber mit viel Charme. Wenn die Architektur stimmt, muss man gar nicht so viele Möbel hineinstellen. Als ich schwanger wurde, wollten mein Mann und ich dann aus Paris weg, weil ich mir nicht vorstellen konnte, dort neben dem Job ein Kind großzuziehen. Also sind wir in Wien gelandet, in einer Wohnung in der Reisnerstraße. Vor zehn Jahren dann habe ich dieses Haus gebaut. Eigentlich weil ich wollte, dass mein Sohn in einem Haus mit Garten aufwachsen kann.

LIEBLINGSSTÜCKE
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Wohnen im Grünen ©Stefan Joham
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Der Stuhl links stammt aus dem Familienbesitz, wurde neu gepolstert und überzogen. ©Stefan Joham

Wie beschreibst du deinen jetzigen Wohnstil?

Mehrere Stile an einem Ort. Ich mag keine zu durchgestylten Häuser, die sind „nice to visit“, aber nicht zum Leben da. Ich habe einen starken Bezug zu alten Möbeln aus dem Familienbesitz, die ich aufpolstern oder restaurieren ließ. An solchen Dingen hänge ich, die ziehen immer wieder mit mir um. Ich verstehe Menschen nicht, die sich immer wieder alles neu kaufen.

Was ist dir persönlich das Wichtigste beim Wohnen?

Dass man wirklich leben, essen, feiern kann! Ich mag es gemütlich, obwohl meine Lebensstationen in Tirol, Paris und New York natürlich auch meinen Wohngeschmack beeinflusst haben. Mir ist beim Wohnen wichtig, dass man nicht zu sehr aufpassen muss, dass etwas kaputtgeht. Ich hasse Wohnungen, in denen man sich als Gast die Schuhe ausziehen muss und einen Untersetzer zum Wasserglas bekommt. Dort fühl’ ich mich nicht willkommen und will gleich wieder gehen (lacht).

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MITTELPUNKT. Die lichtdurchflutete und topfunktionelle Küche ist vom Garten begehbar. Stylish und gemütlich zugleich. ©Stefan Joham

Welche sind deine Lieblingsstücke im Haus?

Alle meine Bilder! Mein Vater hat mir schon als Kind Bilder geschenkt, damals habe ich das weniger cool gefunden (lacht). Aber heute bin ich sehr dankbar dafür, er hat auf diese Art mein Verständnis für Kunst geweckt. Bei mir muss ein Bild Gefühle auslösen, wer es gemalt hat, ist mir nicht wichtig. Wenn ich ein großes Budget hätte, würde ich mir einen Basquiat kaufen! Das wird vermutlich nie passieren, aber träumen darf man ja (lacht).

In deiner Küche hängt ein Kruzifix über dem Esstisch …

Ja, das liebe ich sehr! In Tirol hängt das in jedem Herrgottswinkel, ohne den geht’s auch in Wien nicht. Mein Vater, der leider schon verstorben ist, hat das Kreuz eigenhändig eingeschlagen, das war das Erste, was er getan hat, als er dieses Haus betreten hat. Sehr tirolerisch (lacht).

 

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DETAILS. Gegensätze ziehen sich an: Zum Beispiel das Kruzifix im Herrgottswinkel und der Designer-Kugelluster. ©Stefan Joham

"Ich kaufe Stücke, die mir gefallen und überlege erst später, wo im Haus sie hinpassen." 

-Christiane Seitz

TRADITION TRIFFT MODERNE
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Wohnen heißt für Christiane Seitz auch, das Beste aus der Vergangenheit in die Gegenwart zu bringen. ©Stefan Joham
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Die Möbel sind vom Tiroler Tischler gefertigt. ©Stefan Joham
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©Stefan Joham
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Sohn Leo vor seinem Mischpult. ©Stefan Joham

Stellst du oft deine Möbel um?

Nein, was liegt, das pickt! Aber was ich dauernd verändere, sind die Wandfarben. Die ändern sich je nach Lebenssituation (lacht). Und ich mag es, in verschiedenen Zimmern verschiedene Farben zu haben.

Bei welchen Wohn-Accessoires wirst du immer wieder schwach?

Immer wieder bei Bildern, die zählen allerdings für mich nicht als Accessoires, sondern als elementare Stücke im Haus. Richtig schwach werd’ ich immer wieder bei Aschenbechern, die bringe ich aus diversen Hotels mit. Nennen wir es einmal so (lacht). 

Angenommen, du hast einen Sonntag nur für dich alleine. An welchem Lieblingsplatz in deinem Haus findet man dich?

Ganz ehrlich? In meiner Badewanne und in meinem Bett. Da geht nichts drüber …

Es wirkt, als wärst du mit diesem Haus auch an deinem Traum-Wohnort angekommen. Oder zieht es dich noch irgendwo anders hin?

Ich liebe mein Haus! Aber ich kann mir gut vorstellen, auch noch woanders zu leben, wer weiß, wo es mich noch hinverschlägt. Mein Herz hängt an Menschen, nicht an Orten und Dingen … Obwohl, an vielen Dingen in diesem Haus hängt es natürlich schon, die Möbel würden ja mitkommen (lacht). Ich würde eigentlich gerne noch einmal ein Haus bauen, noch einmal ganz anders. Wer weiß, vielleicht am Meer …

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NATUR-FEELING. Durch die großen verglasten Terrassentüren kommt der Garten automatisch in den Living Room. ©Stefan Joham