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Lifestyle | 08.10.2019

Die 9 häufigsten Fragen zu Brustkrebs

Mythen, Missverständnisse, Fehlinformationen: Um das Thema Brustkrebs ranken sich viele offene Fragen. Wir sagen: Schluss mit Unklarheiten. Und bitten eine Brustkrebsexpertin um Erleuchtung.

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Lebensfreude. Trägt ihre Glatze mit Stolz: Natalia M. möchte trotz schwerer Erkrankung mit Freude und Enthusiasmus leben und anderen Mut machen. Am Tag vor ihrer 4. Chemo ließ sie sich von ihrer Freundin Marina Probst-Eiffe für eine Foto­ausstellung ablichten. Die Wandlung von Schwarz-Weiß zu Farbe soll Lebensfreude und Kraft symbolisieren. © Marina Probst-Eiffe

Mammografie: mehr Schaden als nutzen?

Der Nutzen des Mammografie-Screenings, Brustkrebs zu entdecken, ist deutlich höher als das theoretische Risiko, Brustkrebs zu verursachen. Durch strenge Qualitätskontrollen und fortlaufende tech­nische Entwicklungen wird die Strahlenbelastung immer geringer. Die Mammografie ist die effektivste Untersuchungsmethode im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung. Die Strahlenbelastung wurde mit den modernen Geräten deutlich reduziert und entspricht einem Flug von Europa nach Amerika.

(Alle in Österreich eingesetzten Geräte liegen unterhalb der vorgeschriebenen Belastungsgrenze!)

Erhöht hormonelle Verhütung Brustkrebsgefahr?

Durch die Pilleneinnahme erhöht sich das Brustkrebsrisiko geringfügig. Bezieht man die positiven Effekte der Pille (selteneres Auftreten von Eierstock-, Gebärmutter­körperkrebs, Schutz vor Eierstockzysten, Entzündungen und Blutungsstörungen sowie ungewollter Schwangerschaft) in die Entscheidung ein, so überwiegen diese positiven Effekte aber bei weitem.

Mit 30 schon zur Mammografie?

Das Brustgewebe von jüngeren Frauen ist meist so dicht, dass bei einer Mammografieaufnahme gesundes von krankem Gewebe nur schwer unterschieden werden kann. Dadurch kann es auch zu falsch positiven Befunden kommen. Zudem ist das Brust­gewebe von jüngeren Frauen empfindlicher gegen Röntgen­strahlen. Es empfiehlt auch weltweit keine medizinische Fachgesellschaft eine routinemäßige Mammografie zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen unter 40 Jahren. Sollte es in der Familie vermehrt Brustkrebsfälle geben, dann wird geraten, mit dem Arzt des Vertrauens eine individuelle Früherkennungsmaßnahme zu besprechen.

Großer Busen – größeres Risiko?

Für einen Zusammenhang zwischen Körbchengröße und Brustkrebs gibt es keiner­lei wissenschaftliche Belege. Brustkrebs geht zudem von den Brustdrüsen aus, nicht vom Fettanteil. Es gibt daher keinen Zusammenhang zwischen Brustgröße und dem individuellen Brustkrebserkrankungs­risiko. Allerdings haben Frauen mit einem besonders dichten Brustdrüsengewebe ein etwas höheres Risiko als Frauen mit einer geringen Gewebedichte.

Die Sache mit dem engen BH …

Der Mythos, dass falsch sitzende BHs Brustkrebs verursachen, hält sich hartnäckig. Frauen können aber aufatmen: Krebsforscher aus den USA haben Lebensgewohnheiten und BH-Trageverhalten von gesunden wie auch brustkrebserkrankten Frauen untersucht. Das Ergebnis der Studie zeigte deutlich: Das Tragen von BHs hat keinerlei Einfluss auf das Brustkrebsrisiko.

Silikon als Krebsauslöser?

Nein, es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Brustimplan­tate aus Silikon bestehen heute aus einem sogenannten Kohäsiv-Gel, das nicht ausfließen kann. Diese Implantate sind behördlich (FDA) geprüft. Sie gelten nicht als Auslöser für Brustkrebs. Zudem sind Brustimplantate kein grundsätz­licher Hinderungsgrund für eine Untersuchung mittels Mammografie. Sprechen Sie aber bitte vor der Untersuchung mit Ihrem Radiologen, und wenn Sie Unterlagen über die Art des Implantats haben, dann bringen Sie diese zur Unter­suchung mit.

Knoten entdeckt, was tun …?

Nicht jeder Knoten, der ertastet wird, ist Brustkrebs. In den meisten Fällen hat er harmlose Gründe. Trotzdem sollten Sie umgehend zur weiteren Abklärung Ihren Arzt informieren. Die derzeit geeignetste Methode zur Früherkennung ist die Mammografie – alle Infos dazu finden Sie unter krebshilfe.net und pinkribbon.at

Gutartig oder bösartig

Sind die Unterschiede ertastbar? Nur die feingewebliche Untersuchung (Biopsie und Histologie) kann zwischen gutartigen und bösartigen Knoten unterscheiden. Der Tastbefund sowie die Mammografie können nur einen Verdacht aussprechen und erfordern jedenfalls die Biopsie zur Sicherung der Diagnose.

Richtiges Selbstabtasten

Durch eine Selbstuntersuchung lernen vor allem junge Frauen ihre Brust „kennen“ und können eventuelle Veränderungen feststellen. Es ist aber wichtig zu wissen, dass die Selbstuntersuchung keinesfalls die Mammo­grafie ersetzt. Ausführliche Anlei­tungen finden Sie in der ­Broschüre „Aus Liebe zum Leben“ der ­Österreichischen Krebshilfe ­unter www.krebshilfe.net

Im Sitzen oder Stehen

Oberkörper locker auf die Seite neigen, die man untersuchen will. Hand der gleichen Seite leicht anhebend unter die Brust legen. Mit aneinanderliegenden Fingern die Brust tastend abfühlen. Dann die ganze Brust mit gegen­einanderspielenden Händen nochmals abtasten. Brustwarze mit den Fingern umgreifen, abfühlen, wobei man zugleich in die Tiefe drückt.

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© iStock by Getty Images

Do it yourself!

Mediziner empfehlen, ab dem 25. Lebensjahr die Brust einmal im Monat abzutasten. Wichtig: Die Selbstuntersuchung ersetzt nicht die Mammografie!

Brustkrebs- Warnsignale:

• Knoten in Brust oder Achselhöhle

• Neu aufgetretene Einziehungen der Brustwarze

• Rötungen der Brust, Schmerzen und Spannungen

• Größenveränderung einer Brust

 

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Unsere Expertin: Fachärztin für Gynäkologie, OA Dr. Ursula Denison. © Stefan Joham