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Lifestyle | 24.02.2022

MotoGP wird grün

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Vor einem Jahr schien es lediglich eine Vision zu sein, nun wird diese Realität. Die MotoGP-Weltmeisterschaft möchte auf eine nachhaltige Zukunft setzen und beginnt mit der Einführung von nicht-fossilen Treibstoffen. Diese werden in zwei Phasen eingeführt. Ab 2024 werden die Treibstoffe in der Weltmeisterschaft zumindest zu 40 Prozent aus nicht-fossilem Ursprung sein, ab 2027 folgt dann die Umstellung auf 100 Prozent umweltfreundliche Rohstoffe. Damit sind die Tage herkömmlicher Treibstoffe in der MotoGP gezählt.

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© pixabay

Mit dem Beschluss der Verantwortlichen zieht der Umweltschutz in eine Sportart ein, die ihre Faszination auch vom Geruch des Treibstoffs und dem Röhren der Motoren bezieht. Damit fällt eine der letzten Bastionen, die bisher noch die „Errungenschaften“ herkömmlicher Antriebe hochgehalten hat. Bisher arbeitete die MotoGP mit hocheffizienten Verbrennungsmotoren. Doch jetzt will die Rennserie mit dem Einsatz nicht-fossiler Treibstoffe eine Vorreiterrolle einnehmen.

Versprechen eingelöst

Dieser Sinneswandel spricht für den jahrzehntelangen Einsatz von Umweltschützern, deren Erfolg bereits vor mehr als 50 Jahren seinen Anfang genommen hat. Damals gingen Millionen von Amerikanern auf die Straße, um für Umweltgesetze zu demonstrieren. Aus dieser Bewegung entstand der Tag der Erde, der heute weltweit begangen wird. Themen wie Luftverschmutzung und CO2-Ausstoß bewegen viele Menschen. Sie versuchen daher beispielsweise ihre Flüge auszugleichen. Umso erfreulicher ist es, dass jetzt auch die MotoGP ihren Beitrag für eine Reduktion der Emissionen leisten möchte.

Mit dem Beschluss lösen die Verantwortlichen ein Versprechen ein, das sie bereits im Mai des Vorjahres öffentlich abgegeben haben. Damals sprachen sich sowohl der Motorradweltverband FIM als auch die Teamvereinigung IRTA, das Herstellerbündnis MSMA und die Vermarktungsgesellschaft Dorna Sports dafür aus, die MotoGP zukünftig umweltfreundlicher gestalten zu wollen. Den Fokus wollten die Entscheider auf neue Kraftstoffe legen. Jetzt folgt auf die Ankündigung ein konkreter Zeitplan. Für den aktuellen Weltmeister 2021, Fabio Quartararo, und seine Kollegen steht damit fest, wohin der Weg der MotoGP führen wird.  

Vorbild für die Industrie?

Die Herausforderung dabei war, grüner zu werden, ohne das hohe Leistungslevel des Sports zu gefährden. Das scheint jetzt gelungen zu sein. Mit dieser Art der Umsetzung möchte die Königsklasse des Zweirad-Motorsports als Vorbild für die Reduzierung der Co2-Emissionen dienen. Immerhin geht es um insgesamt zwei Milliarden Motorräder, die weltweit auf den Straßen unterwegs sind. Jährlich kommen 60 Millionen neu verkaufte Fahrzeuge dazu.

Alle Hersteller dürfen auch zukünftig mit ihren Lieferanten zusammenarbeiten und gemeinsam die neuen Treibstoffe entwickeln. Davon erhofft sich die MotoGP jene Innovationen, die am Ende des Tages nach ihrer Erprobung auf den Rennstrecken auch bei den Zapfsäulen der Konsumenten einlangen sollen. Der neue Treibstoff ist grundsätzlich auf herkömmliche Verbrennungsmotoren ausgerichtet.

Doch im Gegensatz zu den fossilen Kraftstoffen wird er im Labor entwickelt bzw. aus den Abfällen oder aus Biomasse gewonnen. Das führt zu einer erheblichen Einsparung von Treibhausgasemissionen im Vergleich zu dem bisher verwendeten Benzin. Damit nicht genug, sollen die Lieferanten verstärkt die Verwendung von erneuerbaren Energien bei der Herstellung dieser nicht-fossilen Treibstoffe einführen.

Moto2 und Moto3 ziehen nach

Ein wenig anders sieht die Situation in den Klassen Moto2 und Moto3 aus. Dort müssen die Hersteller zukünftig weiterhin auf einen einzigen Kraftstofflieferanten zurückgreifen. Doch auch in dieser Motorsportklasse beginnt die Revolution bereits 2024. Drei Jahre später ist dann auch hier Schluss mit fossilen Treibstoffen.

Die Vorsitzenden der vier maßgeblichen Organisationen zeigten sich in ihren Statements stolz darauf, zukünftig im Motorsport eine Vorreiterrolle einzunehmen. Schließlich seien Motorräder für viele Menschen auf der Welt ein wichtiger Faktor in ihrem Freizeitverhalten, nachhaltige Kraftstoffe könnten daher einiges bewirken. Nach langen Verhandlungen mit den Mineralölgesellschaften sei es gelungen, einen Durchbruch zu erzielen und eine echte Revolution für mehr Nachhaltigkeit zu starten. Das Beispiel der MotoGP solle beweisen, dass es möglich sei, auch mit nachhaltigem Treibstoff Spaß zu haben. Die Rennserie möchte den Weg in die Zukunft weisen und Leader in diesem Wandel sein.

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© pixabay

Mit dieser Neuausrichtung der Rennserie beenden die Verantwortlichen eine lange Diskussion zum Thema, in welche Richtung sich die MotoGP entwickeln solle. Lange Zeit war nicht sicher, welche Technologie zukünftig zur Anwendung kommen wird. Immerhin wurde erst 2019 die MotoE-Serie vom MotoGP-Promoter Dorna etabliert. Doch nun sind die Würfel gefallen.