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Lifestyle | 02.06.2021

Nehmen wir unsere Vorsorge selbst in die Hand!

Vorstandsdirektorin Sonja Steßl im Exklusiv-Interview mit look!-Herausgeberin Uschi Pöttler-Fellner: ein Gespräch mit besten Aussichten, geführt im Headquarter der Wr. Städtischen Versicherung im Ringturm. Den Link zum gesamten Talk findet ihr hier:

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"Gespräche über Finanzen sollten nicht tabu sein, wenn es um die eigene Zukunft geht!" © Stefan Diesner

 

Sonja Steßl kann auf eine beeindruckende Vita verweisen: Vorstandsdirektorin der Vienna Insurance Group, verantwortlich für den Vertrieb, Marketing, Werbung, Digitalisierung und die Zweigniederlassung in Slowenien. Die gebürtige Steirerin ist Juristin, war Staatssekretärin im Bundeskanzleramt. Und bis zu ihrer Bestellung in den Vorstand der Wiener Städtischen 2020 Leiterin der Krankenversicherung und Landesdirektorin der Assekuranz in Graz. Im look!-Talk erzählt sie, wie Frauen am besten vorsorgen.

look!: Frau Mag. Steßl, das Thema Gesundheit ist derzeit so präsent wie nie. Würden Sie sagen, dass sich Frauen oder Männer mehr Gedanken um ihre Gesundheitsvorsorge machen?

Sonja Steßl: Wir beobachten bei unseren rund 650.000 Kundinnen und Kunden, dass Frauen sensibler auf das Thema Gesundheit reagieren und sich mehr Gedanken machen. Und oft die Gesundheitsmanagerinnen innerhalb des Familienverbandes sind.

Apropos Familienverband: In Österreich fühlen sich immer noch viele Frauen gut abgesichert, wenn sie in einer Beziehung leben. Wie könnte man sie davon überzeugen, dass sie sich mehr Gedanken über die eigene Zukunft und Finanzplanung machen sollten?

Tatsächlich ist eine gute Beziehung nicht unbedingt die beste finanzielle Vorsorge oder Absicherung! Frauen dürfen durchaus gesunden Egoismus leben und privat vorsorgen, nicht zuletzt wegen Karenzzeiten oder Teilzeitberufen. Es gibt nachgewiesenermaßen einen Unterschied im Verdienst zu Männern, der wirkt sich natürlich auch auf die Pension aus. Und deshalb sollte man auch in jungen Jahren nicht nur sein Leben, seine Karriere oder die Familie planen, sondern auch seine eigene Vorsorge.

 

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FINANZEN ÜBERPRÜFEN. Sonja Steßl im Gespräch mit Uschi Pöttler-Fellner über Wege zur individuell richtigen Vorsorge. © Stefan Diesner

Welche Modelle bietet die Wiener Städtische da speziell für Frauen an?

Für jeden eignet sich als Grundbasisschutz eine Unfallversicherung, denn die meisten Unfälle passieren nicht in der Arbeit, wo man abgesichert ist, sondern in der Freizeit. Besonders für junge Frauen ist auch eine Gesundheitsvorsorge von Vorteil, dann sind die Prämien auch dementsprechend niedriger, als wenn ich erst mit 45 oder 50 eine Gesundheitsvorsorge abschließe.

Und es geht vor allem auch um die eigene Pension. Wir haben zwar ein sehr gutes Pensionssystem in Österreich, aber man ist doch seinen Lebensstandard gewohnt und möchte ihn in der Pension weiterführen. Junge Frauen haben es heute doppelt schwer: Einerseits leben wir gerade in einer Pandemie, der Arbeitsmarkt ist sehr schwierig, andererseits haben wir ein Niedrigzinsniveau, das heißt, man muss auch in einer Pensionsvorsorge dementsprechend ansparen und etwas mehr an Risiko nehmen.

Wie können Frauen der Altersarmut konkret vorbeugen?

Das Wichtigste ist, zu wissen, welche Ausgaben man im Monat hat oder wie viel Geld übrig bleibt, auch in schwierigen und unsicheren Zeiten. Ein gutes Vorsorgekonzept nützt auch staatliche Förderungen aus. Bei der klassischen Prämienpension haben wir Kundinnen und Kunden, die mit 30 bis 50 Euro im Monat beginnen. Zusätzlich kann ich mein Erspartes ein wenig risikoreicher, aber dadurch je nach Risikoklasse mit höherem Ertrag in eine Lebensversicherung investieren. Wir bemerken auch einen großen Trend zu nachhaltigen Veranlagungen. Unser Produkt „Eco Select Invest“ trägt etwa das Umweltkennzeichen.

Sind die ÖsterreicherInnen bei der Veranlagung risikobereit?

In Österreich lieben wir das Sparbuch und den Bausparvertrag, aber vor allem junge Menschen beschäftigen sich mehr damit, wie sie ihr Geld nachhaltig, ethisch, sozialverträglich anlegen. Andererseits hat sich die Sparquote erhöht und man sollte sich überlegen, ob es sich auszahlt, das Geld auf dem Sparbuch mit wenig Zinsen liegen zu lassen, oder es nicht besser zu veranlagen und so gleichzeitig für den Lebensabend vorzusorgen.

Auf dem Sparbuch war das Geld immer abrufbar. Das ist bei der Veranlagung anders ...

Richtig, doch wir haben auch flexible Produkte, wo man Geld entnehmen oder einen gewissen Betrag dazugeben kann. Aber natürlich kann ich nicht sofort am nächsten Tag über das gesamte Kapital verfügen. Es ist kein Sprint, aber auch kein Marathon.

Es ist ein Investment in die Zukunft. Wir haben in Österreich ein funktionierendes Gesundheitssystem, warum ist es trotzdem nicht schlecht, eine Gesundheitszusatzvorsorge zu haben?

Wir sehen uns als klassische Ergänzung zur gesetzlichen Krankenversicherung. Es gibt viele Menschen, die sich ihre Behandlung aussuchen wollen, beispielsweise alternativmedizinische Angebote. Man möchte nicht warten, bis man einen Arzttermin hat, sondern ruft den Arzt seines Vertrauens an, hat schneller einen Termin und kann die Behandlungsmethode aussuchen.

 

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VORSORGE-MANAGEMENT, GANZ PERSÖNLICH. Mag. Sonja Steßl: „Frauen sind in der Familie oft für die Lebensplanung zuständig und vergessen dabei auf die eigene Vorsorge.“ © Stefan Diesner

Was sind die größten Irrtümer beim Thema Altersvorsorge?

Wir leben in einem Staat, der wirklich sehr gute soziale Absicherungen bietet. Eines der wichtigsten Themen bei der Vorsorge ist der Wert der Unabhängigkeit für einen selbst, unabhängig vom Partner, unabhängig vom Staat, unabhängig von manchen Rahmenbedingungen, auf die man sonst keinen Einfluss hat.

Wann ist denn der ideale Zeitpunkt, um mit einer Pensionsvorsorge zu beginnen?

Möglichst früh, es gibt viele Kundinnen und Kunden, die bereits für ihre Kinder eine Pensionsvorsorge abschließen, die dann von den erwachsenen Kindern fortgeführt werden kann. Es kann nie früh genug sein, weder für eine Pensionsvorsorge noch für eine Gesundheitsvorsorge. Es gibt aber auch kein „Zu-Spät“. Mit 60 wird es natürlich schwieriger, aber es ist wichtig, sich beraten zu lassen. Die persönliche Beratung, auch wenn sie beispielsweise digital unterstützt wird, ist essenziell in unserer Branche. Meine Eltern haben für mich als Zweijährige bereits meine Gesundheitsvorsorge bei der Wiener Städtischen abgeschlossen.

Der Trend geht eindeutig in Richtung Eigenverantwortung?

Ja, die eigene Vorsorge muss man selbst in die Hand nehmen.

Waren Sie persönlich immer schon eigenverantwortlich?

Durchaus. Das habe ich von den Frauen in meiner Familie gelernt. Meine Großmutter war Alleinerzieherin in der Nachkriegszeit, das war ungewöhnlich. Sie hat meiner Mutter beigebracht, dass man zumindest so viel Geld zur Verfügung haben sollte, dass man selbst und eigenständig seine Entscheidungen treffen kann. Das habe ich von meiner Mutter gelernt, und das sollte man jungen Frauen mitgeben ...

Den aufgezeichneten Stream zum Thema Vorsorge findet ihr hier!