Loading…
Du befindest dich hier: Home | Lifestyle

Lifestyle | 02.09.2018

Pionierin des Genusses

Trendsetter. Margit Stolzlechner hat in ­ihrer Wiener „­Hollerei“ schon lange vor dem großen Hype vegetarisch & vegan gekocht. Mit Erfolg. Mit der Galerie landete die Gastronomin ihren nächsten Coup.

Bild 1809_W_Hollerei-5.jpg
Eine Frau für alle Sinne. Vegane Kost vom Feinsten gibt es in Margit Stolzlechners „Hollerei“ schon lange, bevor die Bobos fleischlose Kost zum Ultimativen erhoben. Jetzt gibt es zum Essen auch Kunst. © Stefan Joham

In ihrer Küche hat seit 20 Jahren kein Henderl mehr den Ofen von innen erblickt. „Wie lange ich selbst Vegetarierin bin, weiß ich eigentlich gar nicht mehr“, erzählt Margit Stolzlechner, die das Credo ihres Wiener Restaurants, der „Hollerei“, wie folgt erklärt: „Das Unetablierte ist für uns das Interessanteste.“ Deshalb wird hier seit 1999 vegetarische und vegane Küche auf höchstem Niveau betrieben, lange bevor diese Nahrungstrends die Genuss-Seiten der Lifestyle-Magazine eroberten. Seit 2014 hat Stolzlechner samt Familie und „Hollerei“-Team das Gastronomie-Konzept um einen wesentlichen Aspekt erweitert: Gegenüber dem Restaurant erwarb man eine Lokalität als Ausstellungsraum für junge Künstler aus aller Welt. Die Idee dahinter? Die „Hollerei“ zum Ort zu machen, da „Speis und Kunst sich im Genuss vereinen“. look! bat die Wiener Trendsetterin zum Talk über Pionier­arbeit, vegane Vorurteile und Fleisch als „tote Materie“.


Bild 1809_W_Hollerei-4.jpg
Exquisit. Die Hollerei bietet vegane Küche auf höchstem Niveau und Kunstgenuss in der hauseigenen Galerie. Infos: hollerei.at und hollerei.at/art © Stefan Joham

look: Warum haben Sie schon lange vor dem großen Trend vegetarische und vegane Küche praktiziert?

Margit Stolzlechner: Ich bin schon lange selbst Vegetarierin und wollte nie selbst mit Fleisch kochen. Was beim Kochunterricht in der Schule sehr schwierig war. Die Fleischskandale ­haben dann eine breitere Öffentlichkeit sensibilisiert. Die fleischlose Küche setzt sich immer mehr durch. Viele und vor allem junge Konsumenten denken um bzw. wurden oft schon vegetarisch/vegan erzogen oder haben sich bewusst entschieden, ihren Speiseplan zu verändern. Auch im Cateringsektor setzt sich diese Bewegung durch. Allein ­diesen Sommer durften wir fünf vegetarische/vegane große Hochzeiten ausrichten und erobern gerade die Vorstandsebene. Wichtig ist mir dabei, es nicht mit erhobenem Zeigefinger zu tun. Genuss muss im Vordergrund ­stehen.


Was entgegnen Sie Kritikern, die meinen, ohne Fleisch/Fisch würden dem Körper wesentliche Nährstoffe ­fehlen?

Die Natur bietet so tolle Produkte an – Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte , Beeren, Körner – alles voll mit Vitaminen und Nährstoffen. Man kann wunderbare, kreative Gerichte zaubern, oder auch schnelle Gerichte – je nach Zeit und Lust. Dies bieten wir auch in unseren Kochworkshops an. Mir erschließt sich die Diskussion nicht ganz, denn brutal formuliert ist es „tote Materie“ – wo sollen da noch Nährstoffe sein? Wenn schon Fleisch, dann aus heimischer Landwirtschaft und nachhaltiger Bewirtschaftung und artgerechter Tierhaltung und auch nicht jeden Tag.


Neben guter Küche setzen Sie mit der Hollerei Galerie auch auf Kunst. Warum diese Verbindung?

Uns treibt schon immer der Gedanke vom „Schwellenabbau“ – anstatt ­exklusiv oder elitär sollen Dinge auf einfache Weise zugänglich sein! Das Verbindende, der Gemeinsamkeits­gedanke ist uns ein großes Anliegen – unsere Brunches, Wine-Tastings oder Art Dinners fördern Kommunikation und Genuss und lassen sich gemeinsam mit Freunden und Familie eben doch am besten erleben. Es ist wie beim Veganismus damals, 1999: Gerade das Unetablierte ist für uns auch hier das Interessanteste.

Bild Bildschirmfoto 2018-08-31 um 13.25.27.png
Kunst & Genuss. Ab 18. September präsentiert Larissa Leverenz ihre Bilder in den Ausstellungsräumen der Hollerei. © Evelyn Verth