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Lifestyle | 24.05.2022

Raumenergetik bringt in Balance

Wohnen & Wohlfühlen. Mithilfe der Raumenergetik kann die persönliche Befindlichkeit positiv beeinflusst werden. Wie genau das geht, verrät uns ein Experte der Wirtschaftskammer Wien.

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WOHLFÜHL-UMFELD. Wer sein persönliches Umfeld optimiert, stärkt damit Körper, Geist und Seele © Elina Sazonova

Das Wichtigste zuerst:
Raum­
energetik hat nichts mit Zau­berei oder „Heilsversprechen“ zu tun, sondern mit gesun­dem Menschenverstand und naturwissenschaftlichen Erkenntnissen. Dr. Oswald Ritzengruber, Sprecher der Raumenergetiker in der WKW, hat jahr­zehntelange Erfahrungen auf diesem Gebiet. Das Interview mit dem Experten.

look!: Herr Dr. Ritzengruber, was genau versteht man unter Raumenergetik?

Oswald Ritzengruber: Der moderne Begriff Raumenergetik beschreibt eine uralte Fertigkeit, die existiert, seit sich Menschen Behausungen schufen. Sie ist kulturübergreifend und hat gesunden Menschenverstand sowie naturwissen­schaftliche Erkenntnisse zur Grundlage und ist eine tradierte „Erfahrungstech­nik“. Raumenergetik wurde nicht nur in China als „Feng­Shui“ bzw. Indien als „Vastu“ angewandt, sondern auch in „unserer“ Welt z.B. in Form der Dom­ bauhütten. Man sehe sich die großartigen alten Sakralbauten sowie Profanbauten an, die ebenfalls nach raumenergetischen Gesichtspunkten errichtet wurden. Schloss und Schlosspark von Schönbrunn seien hier als Beispiel genannt. Raum­energetik ist weder Heilslehre noch neuer Gesundheitsberuf, auch keine neue archi­tektonische Gestaltlehre, sondern versteht sich vor allem als Ergänzung – eben der energetischen – zu einer professionel­ len Planung und technischen Ausfüh­ rung bei allen Bau­ sowie Einrichtungs­ planungen. Mitunter liest man noch die Bezeichnung Lebensraum­ Consulting für Raumenergetik.

Welche Anwendungsmöglichkeiten gibt es?

Anwendung findet die Raumenergetik in allen Bereichen, die von Menschen ge­nützt werden. Wohnbauten, Siedlungen, Geschäftsbauten, Außenräume etc. ge­hören dazu. Dabei ist die Dimension un­ erheblich, es geht also in der Betrachtung gleichsam von der Hundehütte bis zum Wolkenkratzer. Grundsätzlich geht es da­ rum, eine Ausgewogenheit zu schaffen. Immer ist es auch die Suche nach dem „guten Platz“. 

Ist Wohnen und „das eigene Umfeld“ durch Corona noch wichtiger geworden?

Gerade in jüngster Vergangenheit spüren wir die unmittelbaren Auswir­kungen der Pandemie. Es wird daher besonders wichtig, das persönliche Um­feld zu optimieren, um Einschränkungen erträglicher zu machen. Dieser private, persönliche Ort, die eigene Wohnung eben, spielt eine zentrale Rolle für unser Leben, da dieses Zuhause mitunter viel­fach als Homeoffice sowie fürs Home­ schooling dienen muss. Eine Entwick­lung, die möglicherweise gekommen ist, um zu bleiben. Es muss ein Ausgleich, eine Harmonie geschaffen werden: hier Erholung und Rückzug, dort Arbeit und Kreativität. Dafür ist die Raumenergetik gefragt, da sie mit dem Blick von außen Lebenssituationen erkennen kann.

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MODERNE RAUMENERGETIK BESCHREIBT ALTE FERTIGKEITEN. Gerade in Krisenzeiten ist es besonders wichtig, das persönliche Umfeld zu optimieren. In China wird Raumenergetik als „Feng-Shui“ angewandt, in Indien als „Vastu“ © Cottonbro

Wie findet man einen geeigneten Raumenergetiker?

Obwohl die Ausübung des Berufes Raumenergetik in keiner Weise regle­mentiert ist, sehen wir es als eine Selbst­verständlichkeit an, eine fundierte Aus­bildung absolviert zu haben, um Kunden in den vielschichtigen Bereichen profes­sionell beraten zu können. Daher hat die Berufsgruppe „Raumenergetik“ im Fach­verband der persönlichen Dienstleister österreichweit Richtlinien erarbeitet, die als Leitlinie unserer Berufsausübung zu verstehen sind. So gibt es ein Berufsbild, das die Tätigkeitsfelder und die gewerbli­chen Reichweiten aufzeigt, Standesregeln und Ethikrichtlinien festlegt. Unsere vielfältigen Tätigkeitsbereiche setzen eben eine intensive Beschäftigung mit den einzelnen Fachgebieten voraus. Nur ein gewissenhafter Umgang mit diesen Themen stellt sicher, dass eine positive Beeinflussung für den Menschen auch manifest wird. Nachzulesen ist das auf der Webseite der Wirtschaftskammer Wien.

Wie kann man Raumenergetik schon bei der Hausplanung miteinbeziehen?

Grundsätzlich sollte eine raumener­getische Beratung bereits bei der Grund­stückswahl bzw. bei der Auswahl einer Wohnung beginnen. In der Praxis zieht man wohin, richtet sich ein und ist dann nicht zufrieden. Hier reparierend einzugreifen, ist unser täglich Brot. Im Idealfall aber beginnt unsere Arbeit, wenn ein neuer Lebensraum entsteht. Dann sehen wir uns an: Wer zieht ein, wie ist der Wohnraum ge­schnitten, ist der Eingang richtig gesetzt, ist die Küche gut plat­ziert? All das sind Aspekte, die für eine gute oder schlechte Energie sorgen. Auch sollte man auf Erdmagnetfelder und die Umgebung achten: Wo sind Berge, wo gibt es Wasseradern, Straßen? Dann kann man gemein­ sam mit dem Architekten oder Bau­ meister den Hausentwurf machen. Wir machen zwar keine technische Planung, bieten aber auch begleitend eine baubiologische Grundberatung an. Wir können also sagen, ob das jeweilige Baumaterial eine gute Schwingung hat. 

Was macht für Sie persönlich die Faszination der Raumenergetik aus?

Einerseits waren Wohnen, Architek­ tur, Raumgestaltung und Design immer Themen, die mich sehr interessierten, andererseits waren auch Ökologie und die Natur immer persönliche Anliegen. Meine akademische Ausbildung habe ich in diesem Bereich abgeschlossen. Zur Raumenergetik bin ich durch eine sinnvolle Synthese beider Themen gekom­men, überspitzt gesagt die „artgerechte Menschenhaltung“. Ich hatte glücklicherweise Gelegenheit, mir bei vielen Lehrern ein breites Spektrum an Wissen anzueig­ nen. Nunmehr versuche ich seit einem guten Vierteljahrhundert, die Raumener­getik unter die Leut zu bringen, wie man in Wien so schön sagt. Mittlerweile habe ich mich aus dem operativen Geschäft weitgehend zurückgezogen, arbeite aber mit viel Herzblut im Rahmen der Fach­gruppe und des Fachverbandes für unse­ren Berufszweig Raumenergetik. Ich will weiter daran mitarbeiten, unseren Beruf aus einer falsch verstandenen Esoterik zu führen. Leider ist es noch immer üblich, unseren Beruf in dieses Eck zu verorten. Manche behaupten, dass es einen mit naturwissenschaftlichen Methoden ge­wonnenen Nachweis geben muss, dass ein Phänomen auch wirklich existent ist. Dem kann ich nur entgegnen, dass es das Erdmagnetfeld bereits gegeben hat, noch bevor man es entdeckt und wissen­ schaftlich nachgewiesen hat – immerhin ein wesentlicher Teil des chinesischen Feng­Shui (Kompassschule).

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DR. OSWALD RITZENGRUBER, Sprecher der Raumenergetiker in der Wirtschaftskammer Wien © Weinwurm GmbH

 VON FENG-SHUI BIS ZUR KRAFT DER STEINE

Die wichtigsten Methoden der Raumenergetik:

  • Radiästhesie: Ist das Wahrnehmen einer Art Strahlung. Am besten bekannt sind die sogenannten „Wasseradern“, die den Schlaf beeinträchtigen können.
  • Geomantie & Geobiologie: In Analogie zu den Akupunkturpunkten des menschlichen Körpers gibt es auf der Erde Kraftlinien bzw. Kraftpunkte, die nutzbar gemacht werden können.

  • Baubiologische Messtechnik: Mittels Messgeräten ist es möglich, eventuelle technische Störer im niederfrequenten Bereich zu erkennen und ggf. Abhilfe zu schaffen. In diesen Bereich fallen auch die Wirkungen von Baustoffen.

  • Feng-Shui: Mit dieser Technik aus dem alten China kann der Energiefluss zwischen kosmischen und terrestrischen Kräften für die Gestaltung von Innenräumen, Gebäuden und offenem Gelände derart beeinflusst werden, dass sich das Wohlbefinden des Menschen im Rahmen der individuellen Möglichkeiten zum Positiven verbessert.

  • Kräfte der Steine: Richtig platzierte Gesteine und Mineralien sind in der Lage, Raumqualitäten zu verbessern.

  • Raumduft und -klang: Dabei werden Duftstoffe bzw. Klänge zur Raumklärung sowie zur energetischen Aufladung genutzt. 

  • Planetare Konstellationen: Darunter versteht man die Berechnung planetarer
    Einflüsse (Gravitationsfelder), die bei der Raumgestaltung Berücksichtigung finden.


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