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Lifestyle | 21.10.2021

Sei achtsam!

Um das Thema Brustkrebs ranken sich viele Mythen, Missverständnisse und Fehlinformationen. Wir sagen: Schluss mit Unklarheiten. Die häufigsten Fragen im Überblick und was "frau" wissen sollte.

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© Anna Tarazevich / Pexels

Mammografie: mehr Schaden als Nutzen? 

Der Nutzen des Mammografie-Screenings, Brustkrebs zu entdecken, ist deutlich höher als das theoretische Risiko, Brustkrebs zu verursachen. Durch strenge Qualitätskontrollen und fortlaufende technische Entwicklungen wird die Strahlenbelastung immer geringer. Die Mammografie ist die effektivste Untersuchungsmethode im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung. Die Strahlenbelastung wurde mit den modernen Geräten deutlich reduziert und entspricht einem Flug von Europa nach Amerika. (Alle in Österreich eingesetzten Geräte liegen unterhalb der vorgeschriebenen Belastungsgrenze!)

Mit 30 schon zur Mammografie?

Das Brustgewebe von jüngeren Frauen ist meist so dicht, dass bei einer Mammografieaufnahme gesundes von krankem Gewebe nur schwer unterschieden werden kann. Dadurch kann es auch zu falsch positiven Befunden kommen. Zudem ist das Brustgewebe von jüngeren Frauen empfindlicher gegen Röntgenstrahlen. Es empfiehlt auch weltweit keine medizinische Fachgesellschaft eine routinemäßige Mammografie zur Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen unter 40 Jahren. Sollte es in der Familie vermehrt Brustkrebsfälle geben, dann wird geraten, mit dem Arzt des Vertrauens eine individuelle Früherkennungsmaßnahme zu besprechen.

Silikon als Krebsauslöser?

Nein, es gibt keine Hinweise auf ein erhöhtes Brustkrebsrisiko. Brustimplantate aus Silikon bestehen heute aus einem sogenannten Kohäsiv-Gel, das nicht ausfließen kann. Diese Implantate sind behördlich (FDA) geprüft. Sie gelten nicht als Auslöser für Brustkrebs. Zudem sind Brustimplantate kein grundsätzlicher Hinderungsgrund für eine Untersuchung mittels Mammografie. Sprechen Sie aber bitte vor der Untersuchung mit Ihrem Radiologen, und wenn Sie Unterlagen über die Art des Implantats haben, dann bringen Sie diese zur Untersuchung mit.

Kein Risiko bei Schwangerschaft?

Dass Frauen während ihrer Schwangerschaft oder während des Stillens nicht an Brustkrebs erkranken können, ist ein Mythos. Richtig ist aber, dass Frauen, die viele Kinder zur Welt gebracht haben und daher wiederholt und lange Zeit gestillt haben, seltener an Brustkrebs erkranken.

Gutartig oder Bösartig? 

Sind die Unterschiede ertastbar? Nur die feingewebliche Untersuchung (Biopsie und Histologie) kann zwischen gutartigen und bösartigen Knoten unterscheiden. Der Tastbefund sowie die Mammografie können nur einen Verdacht aussprechen und erfordern jedenfalls eine Biopsie zur Sicherung der Diagnose.

Die Sache mit dem engen BH...

Der Mythos, dass falsch sitzende BHs Brustkrebs verursachen, hält sich hartnäckig. Frauen können aber aufatmen: Krebsforscher aus den USA haben Lebensgewohn- heiten und BH-Trageverhalten von gesunden wie auch an Brustkrebs erkrankten Frauen untersucht. Das Ergebnis der Studie zeigte deutlich: Das Tragen von BHs hat keinerlei Einfluss auf das Brustkrebsrisiko.

Erhöht hormonelle Verhütung die Brustkrebsgefahr? 

Durch die Pilleneinnahme erhöht sich das Brustkrebsrisiko geringfügig. Bezieht man die positiven Effekte der Pille (selteneres Auftreten von Eierstock-, Gebärmutterhalskrebs, Schutz vor Eierstockzysten, Entzündungen und Blutungsstörungen sowie ungewollter Schwangerschaft) in die Entscheidung ein, so überwiegen diese positiven Effekte aber bei weitem.

 

Großer Busen – größeres Risiko?

Für einen Zusammenhang zwischen Körbchengröße und Brustkrebs gibt es keinerlei wissenschaftliche Belege. Brustkrebs geht zudem von den Brustdrüsen aus, nicht vom Fettanteil. Es gibt daher keinen Zusammenhang zwischen Brustgröße und dem individuellen Brustkrebserkrankungsrisiko. Allerdings haben Frauen mit einem besonders dichten Brustdrüsengewebe ein etwas höheres Risiko als Frauen mit einer geringen Gewebedichte.

 

Knoten entdeckt, was tun ... ? 

Nicht jeder Knoten, der ertastet wird, ist Brustkrebs. In den meisten Fällen hat er harmlose Gründe. Trotzdem sollten Sie umgehend zur weiteren Abklärung Ihren Arzt informieren. Die derzeit geeignetste Methode zur Früherkennung ist die Mammografie – alle Infos dazu finden Sie unter: krebshilfe.net und pinkribbon.at

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VORSORGEN, BITTE! Weitere Infos zum Thema Brustkrebs und Früherkennung finden Sie in der Broschüre „Aus Liebe zum Leben“ der Österreichischen Krebshilfe – erhältlich unterkrebshilfe.net