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Lifestyle | 22.11.2022

UN' BALLO IN MASCHERA

Mit der Inszenierung der Verdi Oper "Un' Ballo in Maschera" im Stadttheater Klagenfurt stellen Intendant Aron Stiehl und sein Team abermals ihre Fähigkeiten unter Beweis, sorgen für einen hervorragend besetzten Operngenuss und verleihen der klassisch-schweren Handlung jene Leichtigkeit, die wir in Zeiten wie diesen so sehr brauchen.

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Bühnenspektakel dank fulminanter Cast & herausragendem Chor: Verdis "Un Ballo in Maschera" in Klagenfurt. © Martin Steinthaler

STAR-POTENZIAL, SPITZEN-CHOR & EIN INTENDANT ZUM ANFASSEN

Einige der bekanntesten und herausforderndsten Opern, wie etwa Die Walküre und Siegfried, hat er bereits inszeniert; das Broadway Musical Evita und die Operette Der Vogelhändler gehen ebenfalls auf sein Konto – um nur ein paar Episoden Theatergeschichte hervorzuheben, die Intendant Aron Stiehl seit seinem Amtsantritt mitten in der Pandemie am Stadttheater Klagenfurt umgesetzt hat. Mit „Un Ballo in Maschera“ von Guiseppe Verdi geht die Erfolgsgeschichte nun weiter. Dass der international renommierte Regisseur als Intendant dem Stadttheater Klagenfurt zu neuem Glanz verholfen hat, steht außer Frage. Ein „Intendant zum Anfassen“ wie er es selbst anlässlich der öffentlichen Premierenfeier der Verdi Oper am 5.11. formuliert, bei welcher er in lockerer Theater-Manier kurzerhand auf den Tisch springt, um seiner Cast und seinem Team eine – zu Recht – emotionale Lobesrede darzubringen.

Letzteren ist eine Inszenierung gelungen, die in ihrer Umsetzung zwar da und dort für Schmunzeln, bei Kennern auch für Verwunderung sorgt (warum ist Ulrica in einem Bordell?), unterm Strich aber einen genussvollen Opernabend verspricht, bei dem insbesondere die Besetzung begeistert. Mit Matteo Desole konnte für den „Gustavo“ ein hervorragender, charismatischer Tenor gewonnen werden, welchem die Rolle des extrovertierten Königs fabelhaft steht. An seiner Seite glänzt die junge irische Sopranistin Ava Dodd in der Rolle des Oscar als heimlicher Publikumsliebling, während Gustavo Castillo, dessen warmer Bariton gekonnt die Tragik seiner Rolle akzentuiert, und Elizabeth Caballero in den Rollen von Renato und Amelia nicht nur stimmlich auf höchstem Niveau überzeugen, sondern ihren Rollen auch schauspielerisch in hohem Maße gerecht werden. Die Mezzosopranistin Aytaj Shikhalizada glänzt indes mit ihrer stimmlichen Bandbreite in der - etwas adaptierten - Rolle der Wahrsagerin Ulrica.

Als besonderes Highlight der Inszenierung ist hervorzuheben, dass Chor und Extra-Chor des Stadttheaters erstmals seit langer Zeit wieder gemeinsam auf der Bühne stehen und gemeinsam für ein Opernspektakel sorgen, welches mit Stimmgewalt, aber auch durch die ein oder andere, teils amüsante Ensemble-Performance glänzt. Die Kostümbildner haben für Un Ballo in Maschera, insbesondere im Design der festlichen Ballgewänder, ebenso bemerkenswerte Arbeit geleistet wie das Team hinter dem Bühnenbild, welches durch spannende Videoprojektionen und gezielt eingesetztem Raumdesign den roten Faden der Handlung perfekt unterstreicht.

Wer sich die Verdi-Inszenierung selbst ansehen möchte, kann dies noch bis 16. Dezember 2022 tun. Tickets und Termine gibt es auf stadttheater-klagenfurt.at

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Der Extra-Chor des Stadttheaters glänzt in seiner vollen Vielfalt und Stimmgewalt an der Seite des Chores. © Martin Steinthaler