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Lifestyle | 27.04.2022

VERJÜNGEN? Aber bitte gschmackig!

Intervallfasten, Spermidin, Zuckerverzicht: Was so unsexy klingt, soll uns aber lange leben lassen. Mit neuem Kochbuch will uns Gesundheitsguru und Bestsellerautorin Nina Ruge den Healthy Lifestyle schmackhafter machen – und verspricht: Man kann sich tatsächlich jünger essen.

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„Es geht nicht darum, krampfhaft jung und faltenfrei zu bleiben – sondern gesund & vital", so Nina Ruge. © Stefan Pick

Irgendwie ist sie ja die deutsche Antwort auf Gwyneth Paltrow: Quasi mit jeder Zelle hat sich Nina Ruge dem gesunden Lebensstil verschrieben. Nach ihren beiden Bestsellern „Altern wird heilbar" und „Verjüngung ist möglich" packt die Wissenschaftsjournalistin nun ihr geballtes Fachwissen über gesunde Ernährung und Alterungsprozesse in ein neues Kochbuch - nämlich „das erste, mit dem man sich jünger essen kann", wie sie selbst sagt. Im Rahmen der look! Women of the Year Awards“ (Ruge hielt die Laudatio auf Preisträgerin Maye Musk) baten wir die modelschlanke und strahlend schöne 65-Jährige zum Talk.

look!:Warum beschäftigen Sie sich so intensiv mit dem Älterwerden?

Nina Ruge: Ich bin von Haus aus Biologin und habe mich in die Zellbiologie des Alterns total verknallt. Im Augenblick explodiert die Forschung weltweit, nur bei uns in Europa ist das noch nicht so richtig angekommen. In den USA ist das schon „the next big thing“, da wird investiert, dass es nur so kracht. Man glaubt, Milliardengewinne machen zu können, das ist das eine. Aber das andere ist, dass der erwartete Effekt – länger gesund zu bleiben – einfach so sehr faszinierend ist. Ich bin Jahrgang 1956. Ich gehöre zu der ersten Generation von Frauen, die ihr Leben total frei und selbst gestalten konnten. Wir sind alle nicht mehr dazu bereit, uns in irgendwelche Altersschablonen pressen zu lassen.

Sie sind 65, wie alt fühlen Sie sich wirklich?

Ich habe einen epigenetischen Test gemacht, der das biologische Alter sehr seriös bestimmt. Laut Test bin ich rund sieben Jahre jünger. Ich fühle mich weder alt noch krank noch irgendwas. Ich habe mir mit den Jahren eine ganz bestimmte Haltung zum Leben erarbeitet: wahnsinnig dankbar zu sein, so leben zu dürfen und so lange erfüllt leben zu dürfen. Ich kann mir auch überhaupt nicht vorstellen, nicht mehr zu arbeiten. Der reine Konsumgedanke macht mich nicht glücklich und ist kein Sehnsuchtsziel. Ich muss immer etwas tun, was nicht nur mich mit Sinn erfüllt, sondern was auch anderen etwas Sinnenhaftes bringt. Und da ist es mir ziemlich egal, wie ich aussehe. 

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Rote Bete ist ein wahrer Vitamin- und Mineralstoff-Lieferant, der richtig zubereitet köstlich schmeckt! © Stefan Pick

Im April erscheint Ihr erstes Kochbuch. Welche Rezepte erwarten uns darin?

Also ich kann ja leider überhaupt nicht kochen. (lacht) Ich habe die Grundlagen der Ernährung, alles, was wir heute zum Thema gesunde Langlebigkeit wissen, zusammengetragen. Was wir essen sollten und in welchen Mengen. Und dazu gehören vor allem die sekundären Pflanzenstoffe, viele Polyphenole. Bloß sind diese in Gemüse enthalten, zu dem wir meistens nicht so tolle Rezeptideen haben. Bittergemüse, Wurzelgemüse, Kohl, Fermentiertes, ... Wie will man da was richtig Schickes daraus machen? So habe ich mir Unterstützung von Stephan Hentschel geholt, ein junger, kreativer Spitzenkoch. Ich habe ihn mir so sehr gewünscht, weil das „Cookies & Cream“ in dem er arbeitet, für mich das beste vegetarische Restaurant nicht nur in Berlin ist.

Wie sieht denn Ihr ganz persönlicher Anti-Aging-Alltag aus? Mit welcher Mahlzeit starten Sie in den Tag?

Mit nix! (lacht) Intervallfasten ist eines der ganz wichtigen Themen, besser noch: abends nix essen! Morgens trinke ich – das darf man auch beim Intervallfasten – einen Teelöffel geschrotete Floh- oder Leinsamen mit viel Wasser und etwas Zitronensaft. Mittags esse ich immer einen großen, wild gemixten Salat und abends ein Gemüsegericht. Den Begriff Anti-Aging meide ich übrigens, weil er negativ behaftet ist. Man denkt sofort an Schönheitspäpste, die einem Schweine-Stammzellen spritzen. Heute sprechen die Forscher von „gesunder Langlebigkeit“ oder „Longevity“.

Nascht eine Nina Ruge auch mal ein Stück Schokolade?

Nein. Ich hab mir das abgewöhnt. Kaum Gelüste! Aber zu einem Gläschen Wein sage ich „Bitte nur eines“ – obwohl ich weiß, dass das auch Zellengift ist.

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ISS DICH JUNG. Gemeinsam mit Spitzenkoch Stephan Hentschel kreiert: 60 bunte Veggie-Rezepte für gesunde Langlebigkeit, das „Verjüngungskochbuch“ von Nina Ruge (seit April im GU Verlag, € 30,90)