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Lifestyle | 27.05.2015

Weiblich & spitze

Offen, kommunikativ und teamorientiert – weiblichen Führungskräften werden allerhand positive Eigenschaften zugeschrieben. Doch sind Frauen wirklich die besseren Chefs?

Frauen-Power an der Unternehmensspitze – ein heiß diskutiertes Thema, nicht nur im Zusammenhang mit der Quotenregelung. Aufgrund zunehmender Erwerbstätigkeit sowie einem hohen Ausbildungsgrad von Frauen nimmt auch die Zahl weiblicher Führungskräfte (langsam) zu.

Allein im vergangenem Jahrzehnt ist laut Statistik Austria die Zahl der erwerbstätigen Frauen in Österreich um sechs Prozent auf 67 Prozent gestiegen. Tirol liegt dabei klar über dem Durchschnitt: Hierzulande gehen 71 Prozent der Frauen und fast 83 Prozent Männern einer Beschäftigung nach. In heimischen Chefsesseln landen jedoch nur zu rund einem Drittel Frauen. Innerhalb der Führungsebene der größten an der nationalen Börse notierten Unternehmen liegt Österreich in Sachen Frauenquote sogar noch unter dem EU-Durchschnitt von 10 Prozent.

Klein, aber oho

Laut Statistiken der EU-Kommission sind Frauen an der Spitze prominenter, europäischer Unternehmen mit über 5.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter deutlich unterrepräsentiert. Allerdings sind für die nationale Wirtschaft eher kleine und mittlere Betriebe ausschlaggebend, da diese einen Großteil der Arbeitnehmer beschäftigen – und genau hier sind Entscheidungsträgerinnen auch in Tirol durchaus präsent.

Weibliche Qualitäten

Dem weiblichen Geschlecht werden nicht nur privat, sondern auch beruflich vor allem soziale Stärken wie emotionale Kompetenz und ein hohes Konfliktlösungspotential zugeschrieben. Allerdings hält Gernot Schreier, psychosozialer Berater in Innsbruck, „diese Pauschalisierung für kontraproduktiv, sie stellt Frauen in das sozial emphatische Eck. Dabei haben Frauen, beruflich gesehen, dieselben Stärken und Schwächen wie Männer, da diese stets von den Interessen des jeweiligen Individuums abhängen.“

Weibliche Führungsqualitäten werden ebenfalls häufig mit sozialen Kompetenzen verbunden: Frauen seien demnach kommunikativer, besser vorbereitet, weniger selbstorientiert, risikobewusst, offen, handeln themenfokussierter und interessieren sich mehr für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen. Die Ursache für den vermeintlich „sanften“ Führungsstil liegt laut Experten in der Sozialisation.

 

Mehr zu weiblichen Führungsqualitäten - inklusive einem Interview mit unserem Blogger Gernot Schreier - findet ihr in der aktuellen TIROLERIN!