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Lifestyle | 19.07.2019

Ziehen Sie eine gesunde Grenze, statt sich aufzureiben

Die ­renommierte Sexualtherapeutin Prof. Dr. Monika ­Wogrolly hat sich dem Thema wissenschaftlich genähert und 66 Tipps entwickelt, um „die Liebe in Bestform zu bringen“. Doch Achtung! Bereits den Ausführungen des mittelalterlichen Arztes Paracelsus zufolge macht die ­Dosis das Gift: Zu viel Nähe kann aufreibend sein, zu viel Zärtlichkeit aggressiv ­machen und erdrückend wirken. Wie beim Kochen kommt es auf das ­rechte Maß an.

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© iStock by Getty Images

Richten Sie sich eine Zone der Ruhe ein, auch wenn Sie mit Ihrem Partner zusammenleben. Beide haben dieses Recht und diese Pflicht sich selbst gegenüber, sich auch mal abzugrenzen, „Nein zu sagen“ ohne schlechtes Gewissen. Die Zone der Ruhe kann ein Zimmer, ein Hobbykeller, es kann aber auch eine durch einen Paravent geschaffene Raumnische sein. Für den Anfang würde ich eine langjährige Symbiose, wo keiner ohne den anderen konnte (in Wahrheit meist aus Verlustangst oder Überangepasstheit „zu können meinte“), nicht unversehens sprengen. Aber sich Qualitätszeiten nehmen, um die Verlustängste, die hinter einer symbiotischen Bindung stehen, langsam durch ein reifes Selbstbild, wo Sie auch allein überlebensfähig sind, zu ersetzen. Ganz ehrlich: Auf Dauer sind symbiotische Beziehungen nur ein Vorwand, um vor sich selbst davonzulaufen! Typisches Indiz für Symbiosen sind eine permanente Wir-Form, wenn eine Person eigentlich von sich erzählen sollte, und die ständige Bezugnahme auf den Partner wie auf eine übergeordnete Instanz, etwa: „Er sagt immer … “, „Ihm gefällt das nicht, wenn …“. 

Gehen Sie einmal bewusst auf Abstand! Eine Landkarte und ein Bild erkennt man nur aus einer gewissen Distanz. Ein anderer Vergleich: Man isst nicht jeden Tag Torte. Es würde Ihnen sauer aufstoßen, wäre rund um die Uhr ein Stück Torte auf dem Teller. Ähnlich verhält es sich mit der Partnerschaft: Auch hier sollten Sie sich nicht jeden Tag verschlingen. Nur wenn es Ihnen wirklich schmeckt. 

 


Mehr Themen über Sex und Beziehungen findet ihr im Blog von Sexualtherapeutin Prof. Dr. Monika Wogrolly.

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Sexualtherapeutin Prof. Dr. Monika Wogrolly