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People | 15.11.2021

Viel Geld sparen

Umschuldung richtig vorbereiten

Wer einen oder sogar mehrere Kredite abbezahlen muss, kann mit einer Umschuldung viel Geld sparen. Gerade bei höheren Darlehensbeträgen dauert es mehrere Jahre, bis die Kreditschuld vollständig getilgt ist. Zwischenzeitlich können sich die Zinssätze für Kredite verringern. Für den alten Kredit zahlt der Kreditnehmer dann mitunter höhere Zinsen, als er für einen aktuellen Kredit aufbringen müsste. Mit einer Umschuldung des Altkredites kann er diesen Vorteil nutzen, indem er einen alten Kredit gegen einen neuen Kredit mit einem geringeren Zinssatz tauscht.

Kreditumschuldung: Was heißt das?

Jeder von uns wünscht sich ein gesundes, langes und glückliches Leben. Doch genau dieses ist teuer. Ein Kredit für einen besonderen Wunsch ist rasch aufgenommen. Doch wer zu viele Verbindlichkeiten hat, gerät schnell in die Schuldenfalle. Eine Umschuldung kann eine Lösung sein.

Die Umschuldung eines Kredites ist nicht mit einer vorzeitigen Tilgung zu verwechseln. Bei dieser zahlt der Verbraucher einen laufenden Kredit früher zurück, als mit dem Kreditgeber vertraglich vereinbart wurde. Dadurch ist er schuldenfrei.

Bei der Umschuldung löst der Verbraucher einen alten, teuren Kredit vorzeitig durch einen zinsgünstigeren Kredit ab. Je nach verbleibender Laufzeit und Restschuld kann er mit einer Umschuldung mehrere Tausend Euro einsparen, da mit dem Umschuldungskredit die Restschuld kleiner wird.

Interessant ist, dass sich mit einer Umschuldung auch mehrere bestehende Kredite ablösen lassen. In diesem Fall kann der Kreditnehmer mehrere laufende Kredite (zum Beispiel Ratenkredite, Händlerfinanzierungen, Dispositionskredit) zusammenfassen und durch einen neuen Kredit ersetzen.

Eine Umschuldung bildet für viele Betroffene einen Weg aus der Schuldenfalle. Mit dem Abschluss eines neuen Kredits müssen sie schließlich nur noch eine Rate an einen Kreditgeber zahlen.

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Die Aufnahme eines Kredites ist für Verbraucher häufig eine große finanzielle Entlastung. Foto: pixabay.com © Raten-Kauf

Welche Kredite lassen sich umschulden?

Grundsätzlich lässt sich jeder Kredit umschulden, angefangen beim Ratenkredit für die Waschmaschine über die Autofinanzierung bis hin zum Studienkredit. Auch private Kredite von Verwandten oder Freunden lassen sich bei entsprechender Bonität vorzeitig ablösen.

Umschuldung des Dispokredits

Eine Umschuldung des Dispositionskredites, den die Banken ihren Kunden auf dem Girokonto einräumen, kann sich ganz besonders lohnen. So praktisch diese Kreditvariante sein mag, so teuer ist sie auch. Viele österreichische Banken bieten den Dispokredit mit einem Zinssatz von sechs bis acht Prozent Zinsen pro Jahr an. Einige Geldinstitute verlangen sogar bis zu 14 Prozent pro Jahr.

Damit ist der Dispositionskredit teurer als ein klassischer Verbraucherkredit. Eine Umschuldung macht dann Sinn, wenn der Nutzer den Dispo nicht zur Überbrückung eines vorübergehenden finanziellen Engpasses nutzt, sondern sich mit seinem Girokonto dauerhaft im Minusbereich befindet. Mit der Aufnahme eines Umschuldungskredits kann er in diesem Fall enorme Zinsen sparen.

Wichtig: Nach dem Ausgleich des Dispositionskredites mithilfe eines Umschuldungskredits sollte das Konto nicht erneut überzogen werden. Anderenfalls kann der Kreditnehmer in eine dauerhafte Schuldenfalle geraten, da er sowohl die monatlichen Raten für den neuen Kredit aufbringen als auch den enormen Zinssatz des Dispokredites bezahlen muss.

Umschuldung einer Baufinanzierung

Eine Baufinanzierung lässt sich ebenfalls umschulden. Hier spielt allerdings der Zeitpunkt eine große Rolle. So kann eine vorzeitige Ablösung der Finanzierung für den Verbraucher teuer werden, da er mit einer Vorfälligkeitsentschädigung rechnen muss. Diese stellt die Bank als Ausgleich für entgangene Zinsen in Rechnung. 

Allerdings steht es den Banken frei, auf die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung zu verzichten, wenn sie durch die Fortführung des Vertrages mit dem Kunden zu geänderten Bedingungen oder durch ein Ersatzgeschäft keinen finanziellen Schaden erleiden. Dabei kann es sich zum Beispiel um einen Schuldnertausch handeln. Hier tritt für den bisherigen Schuldners ein anderer Schuldner in den Kreditvertrag ein. Eine andere Möglichkeit ist ein Objekttausch. Hierbei verkauft der Schuldner eine Immobilie und kauft ein neues Objekt, und der Kreditvertrag wird zu den alten Konditionen fortgeführt.

Wann ist es ratsam, einen Kredit umzuschulden?

Verbraucher, die ein günstigeres Angebot finden, können ihren laufenden Verbraucherkredit in der Regel jederzeit in einen neuen Kredit umtauschen. Kündigungsfristen sind, anders als bei einer Baufinanzierung, hierbei nicht zu beachten. Neben den Kostenvorteilen gibt es aber noch weitere Situationen, in denen es sich lohnt, über eine Umschuldung nachzudenken: 

1. Anpassung der monatlichen, finanziellen Belastung

Eine Umschuldung kann ratsam sein, wenn die Höhe der Raten und die Laufzeit nicht mehr zur persönlichen Finanzlage passen. Hat der Verbraucher inzwischen größere Belastungen oder verfügt er über ein höheres Gehalt, kann er die Laufzeit anpassen, indem er die Monatsrate im Zuge der Umschuldung senkt oder erhöht. Je nachdem, für welche Variante er sich entscheidet, verlängern oder verringern sich die Laufzeit sowie die Zinsen des neuen Kredites. Eine Verringerung der Monatsraten entlastet die Haushaltskasse. Dafür zahlt der Kreditnehmer die Restschuld mit etwas höheren Zinsen über einen längeren Zeitraum ab.

2. Trennung/Scheidung

Bei einer Trennung vom Partner oder von der Partnerin kann eine Umschuldung ebenfalls sinnvoll sein. Dies gilt für den Fall, dass die gemeinsamen Schulden im Vorfeld aufgeteilt wurden. Denn: Kann eine Partei den Verpflichtungen nicht nachkommen, wendet sich die Bank an die andere Partei. Mit einem Umschuldungskredit lässt sich diese Problematik umgehen. Hier schließt jeder einen Kredit im eigenen Namen ab, mit dem sie den vorherigen gemeinsamen Kredit ersetzen.

3. Weitere Kredite

Je mehr Kredite ein Kreditnehmer zur gleichen Zeit zurückzahlen muss, desto geringer sind dessen Chancen, einen neuen Kredit zu erhalten. Auch hier kann eine Umschuldung helfen, etwa wenn der Kreditnehmer einen Renovierungskredit benötigt oder abzusehen ist, dass er in den nächsten Monaten die Schlussrate für sein Auto finanzieren muss. Der Grund: Wenn der Verbraucher nur einen Kredit (Umschuldungskredit) bedient, verbessert sich seine Bonität. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit, dass er einen weiteren Kredit bekommt.

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Für den Hauskauf oder Hausbau können Hausherren verschiedene Baufinanzierungen in Anspruch nehmen. Bild: pixabay.com © Tumisu

Wie wird ein Kredit umgeschuldet?

Das primäre Ziel einer Umschuldung umfasst die Kostenersparnis. Zwar stehen in einzelnen Fällen, zum Beispiel bei einer Umschuldung infolge einer Trennung, andere Ziele im Vordergrund. Dennoch sollten sich auch hier die Kosten so gering wie möglich halten. Der Ablauf einer Umschuldung ist in vielen Fällen gleich:

1. Kreditbetrag und Restschuld ermitteln

Um in Erfahrung zu bringen, ob eine Umschuldung Sinn ergibt, muss der Kreditnehmer zunächst die Kreditsumme beziehungsweise die Restschuld in Erfahrung bringen, die er der Bank schuldet. Möchte er mehrere Kredite und gegebenenfalls einen überzogenen Dispokredit umschulden, addiert er die entsprechenden Summen. Für jeden Kredit sollte ein Tilgungsplan vorliegen, aus dem er die jeweilige Restschuld entnehmen kann. Alternativ kann er die Summen bei den Kreditgebern abfragen. Sobald der Verbraucher den Gesamtbetrag ermittelt hat, kennt er auch die Kreditsumme, die er mindestens neu beantragen muss.

2. Angebote vergleichen

Im nächsten Schritt gilt es, ein passendes Angebot mit einem Zinssatz zu finden, der günstiger ist als jener des alten Kredites beziehungsweise der alten Kredite. Dazu gibt der Verbraucher auf einem Vergleichsportal die gewünschte Kreditsumme in den Kreditrechner ein. Auf Basis der eingegebenen Daten erhält er anschließend eine Übersicht der für ihn infrage kommenden Angebote. Aus dieser Liste kann sich der Nutzer das günstigste Angebot mit dem niedrigsten effektiven Jahreszins heraussuchen. 

3. Umschuldungskredit abschließen

Ist der passende Umschuldungskredit gefunden, kann dieser in der Regel direkt online beantragt werden. Sobald das Geld auf das eigene Girokonto überwiesen wurde, zahlt der Kreditnehmer den alten Ratenkredit beziehungsweise alle alten Kredite zurück – eventuell einschließlich einer Vorfälligkeitsentschädigung.

 

Was müssen Verbraucher bei einer Umschuldung außerdem beachten?

Eine Umschuldung ist zwar kein Hexenwerk. Dennoch sind einige Punkte zu beachten, damit beim Umschulden keine Probleme auftreten:

 

  1. Alten Kredit kündigen: Der Kreditnehmer sollte seinen alten Kredit stets erst dann kündigen, wenn er den Umschuldungskredit abgeschlossen hat.
  2. Effektiven Jahreszins prüfen: Bei der Suche nach einem neuen Kredit sollte der Blick zuerst auf den effektiven Jahreszins gehen. Dieser eignet sich für einen Vergleich am besten, da hierin sämtliche Kosten enthalten sind.
  3. Verwendungszweck „Umschuldung“ angeben: Gibt der Verbraucher „Umschuldung“ als Verwendungszweck an, weiß die Bank, dass er keinen weiteren Kredit beantragen, sondern einen bestehenden Kredit ablösen möchte. Damit erhöht der Antragsteller seine Chancen auf einen neuen Kredit und erhält diesen zumeist zu günstigeren Konditionen.
  4. Kreditwechsel-Service nutzen: Viele Kreditgeber bieten einen Kreditwechsel-Service an. Dieser erleichtert die Umschuldung, da der Kreditgeber alle wichtigen Aufgaben übernimmt. Der Kreditnehmer unterschreibt dafür eine Ablösevollmacht, die den Kreditgeber dazu berechtigt, den alten Kredit beziehungsweise die alten Kredite abzulösen.

 

Häufige Fragen zur Umschuldung

Kann man bei derselben Bank umschulden, bei der der alte Kredit läuft?

Dies ist prinzipiell möglich. Allerdings ist eine Umschuldung bei demselben Kreditgeber nur sinnvoll, wenn dieser ein besseres Angebot unterbreitet als jenes, das der Verbraucher bei seinen Kreditvergleichen gefunden hat.

Gibt es bei der Umschuldung eines Autokredites Besonderheiten?

Wie andere Kredite können Verbraucher auch einen Autokredit jederzeit umschulden. In diesem Fall ist es aber häufig so, dass das Auto der kreditgebenden Bank als Sicherheit dient. Bei der Aufnahme eines Umschuldungskredits muss das Fahrzeug auf den neuen Kreditgeber überschrieben werden. Verzichtet dieser darauf, erhält der Kreditnehmer den Fahrzeugbrief zurück.

Ist es möglich, die Kreditsumme bei einer Umschuldung aufzustocken?

Der gewünschte Kreditbetrag muss nicht der Restschuld entsprechen. Das heißt, dass der Verbraucher auch einen Umschuldungskredit mit einem höheren Kreditbetrag beantragen kann. Dies ist zum Beispiel dann sinnvoll, wenn er mit einer Vorfälligkeitsentschädigung rechnet. Im Allgemeinen ist ein „Puffer“ für unerwartete Ausgaben nicht verkehrt. Der benötigte Kreditbetrag sollte immer so genau wie möglich kalkuliert werden.