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People | 08.02.2021

#ACTOUT

Die Gesellschaft entwicklet sich weiter - aber die TV- und Filmbranche hinkt hinterher. Schauspieler*innen die sich als homo-, bi- oder transsexuell outen, verlieren häufig ihre Chance auf Hetero-Rollen, und damit auf eine Vielzahl an Jobs. 185 Schauspieler*innen sagen diesem Problem nun den Kampf an.

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Godehard Giese, Ulrich Matthes, Mark Waschke, Ulrike Folkerts, Karin Hanczewski und Maren Kroymann // © dpa, picturedesk.com // photos: Kalaene/Pedersen/Anspach/Reinhard/Arnold.

"Wir sind Schauspieler*innen. Wir müssen nicht sein, was wir spielen.
Wir spielen, als wären wir es – das ist unser Beruf."

Diese Worte sind teil des #ACTOUT Manifestes - eine Intitiative von 185 deutschen Schauspieler*innen, die sich zusammengeschlossen haben, um mit einem der größten Misstände der Branche auzuräumen. Sie alle outen sich in diesem Manifest kollektiv als homosexuell, bisexuell, trans*, queer, intersexuell oder non-binär. Der Grund: im nach außen so offenen TV- und Filmbusiness müssen queere Schauspieler:innen oft um ihre Rollen zittern, wenn sie ihr Coming Out wagen. Schwule Schauspieler werden plötzlich nicht mehr für die Rolle des Casanovas gecastet, lesbische Frauen verlieren ihre Chance, Mütter zu spielen. Damit soll jetzt Schluss sein, so heißt es im Manifest.

"Wir spielen Ehefrauen und Familienväter, Liebende und Staatsleute, Sympathieträger:innen und Ekel. Und häufig auch Figuren, mit deren Überzeugungen wir privat nie übereinkämen. Dabei können wir Mörder:innen spielen, ohne gemordet zu haben. Wir können Leben retten, ohne Medizin zu studieren. Wir können Menschen mit anderen sexuellen Identitäten spielen, als die, die wir leben. Und wir tun es längst, die ganze Zeit schon, weil es unser Beruf ist."

 

Außerdem sei es an der Zeit, sich mit der Gesellschaft zu entwickeln. Heteronormativität ist nicht mehr die Realität der Gesellschaft. Die Welt wird bunter, sie verändert sich - dementsprechend muss sich auch die Realität der Filmbranche weiterentwickeln. #ACTOUT ist ein großer, solidarischer Schritt in die richtige Richtung.


Das gesamte Manifest findet ihr auf act-out.org