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People | 26.05.2021

Bestens vertreten

Mag. Marlene Krüger hält, was sie verspricht: ihre Mandanten stets mit Engagement und Freude zu unterstützen!

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© Stefan Diesner

Zuverlässigkeit, Lösungskompetenz und Diskretion bilden die Grundlage der Rechtsberatung von Mag. Marlene Krüger. Die Spezialgebiete der erfahrenen Anwältin aus Wien sind Familien- und Vertragsrecht, weitere Schwerpunkte unter anderem Miet- oder Erbrecht. look! traf die frisch gebackene Mutter zum großen Experteninterview.

look!: Sie haben sich den anstrengenden Beruf einer Anwältin ausgesucht, wie kam es dazu?

Mag. Marlene Krüger, LL.M.: Ich wollte unbedingt meinen Gerechtigkeitssinn verwirklichen. Dies bereits als ältestes von drei Kindern, und dieser Wunsch hat sich dann eben nach der Matura verwirklicht. Nach dem Studium und dem Gerichtsjahr wollte ich jedenfalls die Rechtsanwaltsprüfung ablegen, so lernte ich einige Rechtsanwaltskanzleien mit den unterschiedlichsten Charakteren von Kollegen kennen. Es erfüllt und begeistert mich, Menschen in für sie oft aussichtslosen Situationen mit meiner rechtlichen Expertise unterstützen und ihnen zu ihrem Recht verhelfen oder vermittelnd da sein zu können.

Was fasziniert Sie am meisten an diesem Beruf?

Kein Fall gleicht dem anderen! In meinem Beruf herrscht nie Langeweile und jeder Fall ist einzigartig. Jeder Mensch ist anders, hat seine eigene Geschichte und keine rechtliche Angelegenheit ist wie die andere. Der tägliche Kontakt mit den verschiedensten Menschen und deren ganz unterschiedliche rechtliche Probleme und Anfragen, das macht die Vielfalt meines Berufes aus. Ich erarbeite für meine Mandanten gerne die für sie passende und individuelle Lösung und versuche, diese dann auch erfolgreich, entweder gerichtlich oder außergerichtlich, durchzusetzen.

Das Bestmögliche für seinen Mandanten zu erreichen – und damit eine professionelle Leistung – beruht jedoch nicht nur auf juristischem Können, sondern auch auf Vertrauen sowie der guten Kommunikation mit dem Mandanten. Denn es gibt keinen größeren Feind als deinen eigenen Mandanten und nur durch enge Zusammenarbeit mit ihm schafft man es, das gewünschte Ergebnis zu erzielen.

Ich muss jedoch gestehen, dass sich im Laufe der Zeit, vor allem seit ich meine eigene Kanzlei habe, der Blick- winkel geändert hat. Noch vor einigen Jahren waren befreundete Kollegen der Ansicht, ich sei manchmal zu streng mit der „Gegenseite“. Seit der Geburt meiner ersten Tochter kann ich selbst beobachten, dass ich etwas „milder“ bin. Zwar nach wie vor sehr bestimmt und ich habe stets das Ziel bzw. den Prozessausgang vor Augen, aber ich versuche nun einmal mehr, selbst bei stark verhärteten Fronten eine passende Lösung für alle Beteiligten zu erzielen und nicht um jeden Preis ein Gerichtsverfahren zu führen.

Was ist Ihr Spezialgebiet als Rechtsanwältin?

Ich bin auf Ehe- und Familienrecht sowie Vertragsrecht spezialisiert.

Können Sie uns einen besonders schweren oder interessanten Fall aus diesem Bereich nennen?

Eine Mandantin, österreichische Staatsbürgerin, war bzw. ist mit einem Deutschen verheiratet. Die Ehe zerbricht und sie bleibt mit dem gemeinsamen Kind in Österreich, während der Ehemann nach wie vor in Deutschland lebt. Vom Ehemann wurde ein Antrag auf Rückführung des gemeinsamen Kindes eingebracht, dieses Verfahren ging bis zum OGH, welcher wie die Erstinstanz der Ansicht war, es handle sich nicht um Verbringung des Kindes. Die deutsche Richterin ignoriert aber die Entscheidungen österreichischer Gerichte und führt in Deutschland unzählige Verfahren gegen die Kindesmutter fort. Die Mandantin ist den deutschen Gerichten völlig ausgeliefert.

"Mein Job ist keine Zauberei, sondern ein Handwerk!"

- Marlene Krüger

 

 

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MULTITASKING. Als Mutter von zwei Kindern arbeitet die Anwältin in „jedem Zeitfenster, das sich bietet“. © Stefan Diesner

Wann sollte jemand einen Rechtsanwalt aufsuchen?

Im Grunde ist es nie verkehrt, sich einen Wissensvorsprung durch profunde rechtliche Beratung zu verschaffen. Gerade im Bereich des Scheidungsrechts ist „Wissen = Macht“. Viele Betrof­fene sind sich des Umfangs ihrer Rechte bzw. ihrer Rechte im Kon­kreten leider noch immer nicht bewusst und sehen oft den „Wald vor lauter Bäumen“ nicht. Auf jeden Fall sollte ein Mann/eine Frau einen Rechtsanwalt aufsu­chen, wenn der Ehepartner be­reits anwaltlich vertreten wird. Hier entsteht ein Ungleichge­wicht auf der Beratungsebene, das jedenfalls ausgeglichen wer­ den sollte.

Was war Ihr skurrilster Fall?

Meine Mandantin kam in die Kanzlei und teilte mir mit, dass sie vor zwei Wochen geheiratet habe und unbedingt wieder geschieden werden wolle. Ihr Ehemann habe die Hochzeits­ nacht nicht vollziehen wollen bzw. können und sie sei über seine Männlichkeit getäuscht worden. Aufgrund der ethischen Herkunft meiner Mandantin war der Vollzug der Hochzeitsnacht für sie ein wichtiges Ritual.

Ist es schwer, als Frau in der Branche zu reüssieren?

Meiner Meinung nach ist es nicht schwerer als für einen Mann. Im End­effekt wird die Leistung anerkannt, egal wer sie erbracht hat. Es ist jedoch schon so, dass man als weibliche Kollegin von älteren männlichen Kollegen manch­mal etwas belächelt und nicht so ernst genommen wird.

Wie gelingt es Ihnen, Familie und Job zu vereinbaren?

Ehrlich gesagt: Ohne die tatkräftige Unterstützung meiner Familie, meiner Mitarbeiter und auch meines Eheman­nes wäre es bis jetzt nicht möglich gewesen, meine Kanzlei, wie sie heute ist, aufzubauen und – wie nun – Kanz­lei, Familie mit zwei Kindern und außerdem noch Zeit für mich selbst unter einen Hut zu bringen.

Schon bisher war meine Tätigkeit kein Nine-­to-­five-Job. Solange unsere zweite Tochter noch viel schläft, nutze ich diese „Zeitfenster“. Das führt dazu, dass Mandanten oft spät in der Nacht oder sehr zeitig in der Früh „Post“ von mir erhalten.

Für mich zählt nicht nur die Quan­tität der Zeit, die ich mit meiner Fami­lie verbringe, sondern auch die Qualität. Jede freie Sekunde wird im Hier und Jetzt gelebt und in vollen Zügen ausgekostet und genossen. Zumindest versu­che ich, das – so gut es geht – den Groß­teil der Zeit umzusetzen. Es gelingt mir zwar nicht immer, aber mittlerweile – vor allem seit unsere zweite Tochter auf der Welt ist – schaffe ich es auch tat­sächlich, eine handyfreie Zeit am Tag einzuhalten und mich dabei bewusst nur meiner Familie zu widmen.

Haben Sie Hobbys?

Ich verbringe meine freie Zeit hauptsächlich mit meiner Familie, und das an der frischen Luft.

Haben Sie einen Leitspruch?

Mein Leitspruch ist: „Bestens ver­treten.“ Für mich ist meine Tätigkeit als Anwältin keine Zauberei, sondern ein Handwerk, welches ich mir in den letzten Jahren umfassend angeeignet habe.

Haben sich Ihrer Meinung nach die Karrierechancen für Frauen in den letzten Jahren geändert?

Es wurde in den vergangenen Jahren sehr viel – auch vonseiten der Rechtsanwaltskammer – versucht, um die Anzahl der weiblichen Rechts­anwälte zu erhöhen. Aber leider ist der Beruf insgesamt doch eher famili­enfeindlich. Es kommt allerdings auch immer auf die Einzelperson und auf deren Durchhaltevermögen an. Aber die Chancen – speziell die Karriere­chancen für Frauen – sollten in Zukunft noch weiter verbessert und geför­dert werden.

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AUSGEGLICHEN. Die Familie gibt Marlene Krüger Kraft und Rückhalt für ihre Arbeit. © Stefan Diesner