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People | 05.04.2018

Charlotte rettet die Welt

Kristin Davis wurde als Charlotte in der Kultserie „Sex and the City“ zur Ikone. Und hat ihr Leben von Grund auf verändert. Das exklusive Interview.

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Dickhäuter. Statt auf Hollywood-Partys findet man Kristin Davis in Afrika, im Kampf gegen die Elfenbein-Mafia: „Wir müssen die Elefanten vor dem Aussterben retten.“ © Instagram @iamkristindavis

Strahlend und dennoch fast bescheiden kommt Kristin Davis zum Interview ins Glock Horse Performance Center im kärntnerischen Treffen. Ihre Freundin Kathrin Glock hat sie eingeladen, die beiden kennen sich seit Jahren – Tierschutz verbindet. Das Gespräch mit einer Frau, die in Hollywood zur Ikone wurde und viel zu erzählen hat ...

 



look: Kristin, praktisch alle wollen von Ihnen wissen, wie und ob es mit „Sex and the City“ weitergeht ...

Kristin Davis: (lacht). Und ich antworte darauf: Lassen Sie mich zuerst bitte von meinen Herzensprojekten erzählen. Ich bin aktive Tierschützerin und Entwicklungshelferin und ­engagiere mich für Projekte, die ich als sehr wichtig für unser Überleben und unseren Planeten betrachte. Neben der Erziehung meiner Tochter fließt derzeit alle meine Energie dorthin ...

 


Wie kann man sich den Wandel von der Hollywood-Ikone zur Tierschützerin vorstellen?

Tiere waren schon immer meine große Leidenschaft. Überall auf der Welt, besonders aber in Amerika werden sie wie Dreck behandelt. Meine Freunde und ich konnten eines Tages nicht mehr wegsehen und haben begonnen, uns gezielt gegen das sinnlose ­Abschlachten und Töten von Hunden, Katzen, aber auch von Wildtieren wie Elefanten zu engagieren. Als ich das erste Mal mitbekommen habe, wie brutal kleine Elefanten abgeschlachtet werden, habe ich beschlossen, meine Botschaft in die Welt zu tragen.

 

 

Die Elefanten werden wegen des wertvollen Elfenbeins getötet?

Ja, auch. Man muss sich dieses Business wie eine gewaltige Mafia vorstellen. Und dazu kommt, dass der Mensch glaubt, er wird vom Elefanten verdrängt. Elefanten brauchen gewaltige Wassermengen und fressen gewaltig viel. Elefanten-Herden brauchen viel Platz. Auf unserem Planeten ist Platz Mangelware. Also jagt und tötet man die Elefanten und rottet dadurch eine Urgewalt aus. Als Tierschützerin wird man automatisch zur Umwelt-Aktivistin: Wassermangel, Hunger und die Erderwärmung sind unsere schlimmsten Probleme. Ich sehe es als Berufung, hier aufzuklären.

Was kann der Einzelne Ihrer Meinung nach tun, um die Erde zu retten?

Jeder kann sich engagieren, indem er z. B. fair produzierte Kleidung kauft, keinen Pelz trägt, einen fleischlosen Tag pro Woche einlegt. Man muss nicht gleich zum Veganer werden, aber man kann seinen Teil beitragen.

 


Tragen Sie Lederschuhe?

Heute ja, jetzt haben Sie mich erwischt. Aber ich habe viele Schuhe aus alternativem Material daheim.

 

 

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Rettet die Tiere. Davis engagiert sich in Afrika für die Erhaltung der Wildtiere und unterstützt Entwicklungshilfe-Organisationen. © Instagram @iamkristindavis


Sie haben eine kleine Tochter, Amy. Und ich nehme an, Sie haben Tiere daheim in Los Angeles?

Amy und ich haben aus einem Tierheim in L.A. eine Hündin mit ihren Jungen gerettet, die Kleinen haben wir bis auf eines an Freunde weitergegeben und die Mutter und ein Junges haben wir behalten. Sie heißen Mama und Sammy und sind unsere besten Freunde.

 


Wenn Sie nach Österreich zu Ihrer Freundin Kathrin Glock kommen, statten Sie auch immer Gut Aiderbichl gemeinsam einen ­Besuch ab. Gibt es so etwas Ähnliches auch in Amerika?

Absolut nicht! Aiderbichl ist ein einzigartiger Ort, ich bin jedes Mal fasziniert von der unglaublichen Atmosphäre dort. Das wäre definitiv eine Idee, Aiderbichl nach Amerika zu bringen!

 


Kristin, neben dem Tierschutz sind Sie Botschafterin für UNHCR und setzen sich sehr engagiert für Flüchtlinge ein. Was genau machen Sie?

Ich unterstütze die Leute, die mit den Flüchtlingen arbeiten. Das sind Engel auf Erden. Ich war z. B. in einem Flüchtlingscamp in Tansania, wo 300.000 Menschen unter unvorstellbaren Bedingungen hausten. Und jeden Tag kamen 3.000 neue Flüchtlinge dazu. Die Menschen in Afrika flüchten vor der Dürre und dem Hunger, sie haben kein Wasser, sie haben nichts. Wer einmal in so einem Camp vor Ort war, wird zum anderen Menschen. Diese Bilder verändern dich, denn du erkennst, dass es Millionen Menschen gibt, die nichts haben als ihr Leben.

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Talk. Uschi Fellner traf Kristin Davis beim International Show Jumping im Glock Horse Performing Center Austria. Glock Studiohorst GHPC

Würde Sie eine politische Funktion interessieren?

Niemals! Das ist eine andere Welt. Ich setze mich lieber hinter den Kulissen für andere ein, als mich Machtkämpfen auszusetzen.

 


Glauben Sie, dass es einen dritten Film von „Sex and the City“ ­geben wird? Millionen Frauen würden sich das wünschen ...

(Lacht.) Ich weiß nicht genau, ob ich es mir persönlich wirklich wünsche. Ich bin so glücklich, wenn ich mich um meine Tochter kümmern kann und um meine Tiere. Und mein Einsatz für benachteiligte Menschen kostet Kraft. Aber natürlich bin ich dabei, wenn es eine Fortsetzung gibt, und freue mich natürlich darauf. Im vollen Bewusstsein allerdings, dass es schwierig wird, so ­einen gigantischen Erfolg weiterzuführen. Alle Beteiligten müssen zuerst sicher sein, in welche Richtung es geht. Die ­Story und die Rollen müssen sich ja weiterentwickeln, nur dann wird es gut.

 


Das klingt danach, dass Sie nicht mehr um jeden Preis alles machen, oder?

So ist es. Als ich jung war, wollte ich bei praktisch jedem Projekt engagiert werden, nur um dabei zu sein. Das hat sich geändert. Hollywood ist gnadenlos, wenn man sich zu sehr darauf einlässt, und das mache ich nicht mehr.

 


Machten Sie in Hollywood auch persönliche #MeToo-Erfahrungen?

Meine Erfahrungen diesbezüglich liegen außerhalb der Filmindustrie. Ich arbeitete früher als Kellnerin in New York. Ich glaube, dass jede Kellnerin mehr zum Thema #MeToo zu sagen hat als ein Hollywood-Star.

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Ikonen. Als biedere Charlotte in SatC wurde Kristin Davis weltberühmt. Heute kämpft sie für eine bessere Welt. © APA Picturedesk / Warner Bros./ courtesy Everett Collection

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