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People | 03.07.2019

Constantly Clever

Sie ist Österreichs coolste Fashion-Bloggerin: Constantly_K alias Karin Teigl. Die Salzburgerin hat aus ihrer Mode-Leidenschaft im Fast-forward-Modus ein höchst florierendes Business gemacht: Insta-Star, Fashion-Label, Kooperationen mit großen Marken. Das Interview.

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STATEMENT. "Früher war ich extrem ausgeflippt. Jetzt setzte ich bei jedem Look ein Statement-Piece ein, das heraussticht. Hier die Dior-Saddle-Bag in Kombination mit Radlerhose."

Ihr Sprechtempo kommt den Salven von Maschinengewehrfeuer gleich. Dass die Frau mit dem entwaffnenden Salzburger Idiom im Leben einiges weiterbringt, ist rasch klar. Bei Constantly_K läuft alles im Fast-forward-Modus. Constantly_K, das ist Karin Teigl, 34. Ihres Zeichens Österreichs coolste Fashion-Bloggerin und Influencerin mit eigener Ready-to-wear-Kollektion (elegant mit einem edgy Twist) und Instagram-Star mit mehr als 173.000 Abonnenten. Zuletzt gingen via Agenturen Fotos von Karin in den hippsten Outfits beim kalifornischen Coachella-Festival um die Welt.

Mit Constantly_K legt Karin Teigl eine Erfolgsstory wie aus dem Bilderbuch hin. Sie hat u. a. Kooperationen mit Intimissimi, H&M und Humanic, ist Markenbotschafterin für Labels wie Aigner und Escada bei den Fashionshows.

Ein großer Sprung, denn aufgewachsen ist Karin Teigl in Wagrain in Salzburg. „Aber ich wusste schon sehr früh, ich muss weg, wenn ich etwas reißen will“, sagt sie. Der erste Schritt war Hofgastein. Mit 15 begann sie dort mit der Hotelfachschule, Internat inklusive. Nebenbei hat sie stets gejobbt: „Weil i hob schon imma g’wusst, dass von nix nix kummt.“

 

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ON THE ROAD. 20 Tage pro Monat ist Karin Teigl für den Job unterwegs - vor kurzem war sie beim Coachella-Festival in Kalifornien. Fotos von ihr in den coolen Outfits gingen via Bildagenturen um die Welt.

"Die Musts im Sommer: eine Radlerhose und ein Batik-Shirt" 

- Karin Teigl

LEIDENSCHAFT:
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"Ich hab einen Schuhvogel - ich liebe extreme Schuhe, auch Ugly Sneakers" ©beigestellt
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"Ich hab einen Schuhvogel - ich liebe extreme Schuhe, auch Ugly Sneakers" ©beigestellt
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"Ich hab einen Schuhvogel - ich liebe extreme Schuhe, auch Ugly Sneakers" ©beigestellt
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"Ich hab einen Schuhvogel - ich liebe extreme Schuhe, auch Ugly Sneakers" ©beigestellt
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"Ich hab einen Schuhvogel - ich liebe extreme Schuhe, auch Ugly Sneakers" ©beigestellt
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"Ich hab einen Schuhvogel - ich liebe extreme Schuhe, auch Ugly Sneakers" ©beigestellt

look: Wie war Ihr Weg zur Fashion-Bloggerin?

Karin Teigl: Anfang 20 hab ich beschlossen: Ich studier nicht, ich geh lieber ins Ausland. Ich war fünf Jahre weg: in Miami, Palm Beach, New York, London. Überall hab ich gearbeitet. In Amerika gekellnert, in London war ich Chef-Rezeptionistin in einem Boutique-Hotel, dem Blakes in South Kensington. Dort sind Stars wie Amy Winehouse und George Clooney ein- und ausgegangen. Ich hab Geld gespart und bin dann mit meinem damaligen Freund auf Weltreise gegangen. Mit 25 war ich wieder in Österreich und habe im Hangar-7 in Salzburg im Eventmanagement-Team gearbeitet. Und parallel dazu war ich Co-Stadionsprecherin beim FC Red Bull Salzburg. Und da hab ich meinen Mann kennengelernt, der ja Fußballer ist.

Georg Teigl spielt in der deutschen Bundesliga beim FC Augsburg. Sie hätten sich als Spielerfrau ein schönes Leben machen können.

(Lacht.) Ich war immer schon selbstständig. Ich bin froh, unabhängig zu sein und habe bis zum heutigen Tag keinen Cent von Georg für mein Unternehmen genommen. Das war auch mit der Grund, warum ich meinen geliebten Job im Hangar-7 nach dem Wechsel meines Mannes zu RB Leipzig nicht aufgegeben habe. Grad zu Beginn war das eine Herausforderung. Oft bin ich für 24 Stunden mehr als 1.000 Kilometer gefahren, um ihn zu sehen. Erst als es mir gesundheitlich nicht gut ging, hab ich meinen Job gekündigt. Die Idee einen Blog zu gründen, hatte ich vor drei Jahren. Ich war das Gesicht, meine Freundin hat im Hintergrund gearbeitet. Es ging von null auf hundert, wir haben mehrere Rubriken gleichzeitig gelauncht. Das war irre viel Arbeit, Redaktionsplanung, Content produzieren. Aber für mich war’s okay, denn ich wollte ja nichts machen, weil mir fad ist, sondern ich wollte Erfolg haben. Und es hat geklappt.

Wer arbeitet jetzt im Hintergrund?

Den Großteil der Bilder macht mein Mann Georg. Auf Fashion Weeks hab ich immer meine Fotografin Marion dabei. Ich habe eine tolle Grafikerin, die mich online unterstützt und auch den Onlineshop und das Lager managt. Außerdem gibt’s eine tolle Frau, die mich mit Inhalten für die Webseite unterstützt.

Warum der Name Constantly_K?

Weil ich in allen Situationen dieselbe bin. Ich verbiege mich für nichts und niemanden. Ich bin constantly Karin.

Wie aufwändig ist der Job?

Leider wird „der Job“ immer noch belächelt. Ich kann aber aus eigener Erfahrung sagen, dass er härter ist als alles, was ich bisher gemacht habe. In der Regel bin ich 20 Tage im Monat am Reisen: Fashion Weeks, Events, Content produzieren und jede Menge Termine wahrnehmen. Die restliche Zeit verbringe ich dann mit meinem Mann.

Vor kurzem haben Sie eine eigene Modelinie CYK by Constantly_K gelauncht.

Die Ready-to-wear-Kollektion war der nächste logische Schritt, nachdem ich 2016 mit der ersten von zehn T-Shirt-Kollektionen online gegangen bin.

Mittlerweile können Sie demnach von Ihrem Business gut leben.

(Lacht.) Sogar sehr gut.


Wie ist Ihr persönlicher Stil?
Bei meinen Looks muss immer ein Stück dabei sein, das den gewissen Constantly_K-Twist hat. Ein Statement-Piece, das heraussticht. Zum Beispiel Ugly Shoes – ich hab überhaupt einen Schuhvogel! – oder eine spezielle Tasche wie die Saddle-Bag von Dior. Außerdem mag ich Vintage-Stücke. Ich hab mir unlängst in Los Angeles in einem Secondhandshop in der Melrose Avenue eine weiße Chanel-Jacke aus Tweed gekauft – um 400 Dollar.

 Was ist Ihr aktuelles Lieblingsteil?

Eine schwarze Radlerhose aus meiner Kollektion. Ein geiles Stück, denn man kann sie mit allem kombinieren, mit Blazer und High Heels, mit Lederjacke und Band-Shirt.

Die Must-haves für den Sommer?

Eine Radlerhose und ein Batik-Shirt.

Und in der Saison Herbst/Winter?

Riesige Taschen und Mikro-Täschchen. Und oversized Daunenjacken.

Wer sind Ihre Lieblingsdesigner?

Dior find ich im Moment supercool. Ich mag Statement-Pieces von Diesel und die skandinavischen Brands wie Rotate, Ganni, Baum und Pferdgarten und Acne. Die sind alle mega.

Was ist Ihr Erfolgsgeheimnis?

Ich bin nicht perfekt. Dass zum Beispiel bei Intimissimi große Plakate mit mir in den Auslagen hängen, ist schon eine Riesenehre für mich, denn ich schau ja nicht wie ein Victoria’s Secret-Model aus. Ich bin eher diese normale Frau. Ich bin nicht unnahbar. Und ich hab nie eine Maske auf.

Haben Sie einen Profi-Tipp für Frauen, die gern Fotos posten?

Ich habe mit den klassischen Spiegel-Selfies begonnen :). Das ist ein einfacher Weg, sich vorzutasten. Grundsätzlich sollte man das machen, worauf man Lust hat, ohne Dinge hundertmal zu hinterfragen. Das ist generell meine Devise seit Tag1: Dream it–wish it–do it.

STREETSTYLE
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Unverwechselbar, mutig, ein bisschen crazy, das sind Constantly-Ks unverwechselbare Looks. Mehr als 173.000 Fans folgen ihr auf Instagram. ©beigestellt
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Unverwechselbar, mutig, ein bisschen crazy, das sind Constantly-Ks unverwechselbare Looks. Mehr als 173.000 Fans folgen ihr auf Instagram. ©beigestellt
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Unverwechselbar, mutig, ein bisschen crazy, das sind Constantly-Ks unverwechselbare Looks. Mehr als 173.000 Fans folgen ihr auf Instagram. ©beigestellt

"Fußballerfrau? Nein danke, ich hab von Georg noch keinen Cent genommen."

- Karin Teigl

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IN LOVE. Karin mit ihrem Mann, dem Fußballer Georg Teigl, 28. Der Österreicher spielt beim deutschen Bundesliga Club FC Augsburg.