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People | 14.07.2022

Das Glück hat vier Pfoten

Tiere machen Menschen glücklich. Und unsere treuesten BegleiterInnen sollen sich bei uns rundum wohlfühlen. Wie wir Menschen unsere Tiere glücklich machen können, erklären zwei Expertinnen der Wirtschaftskammer Wien.

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PROFIS. Elisabeth Mannsberger und ihre Tochter Yvonne leiten eine Hundeschule und sind zertifizierte Tierbetreuerinnen. © Andreas Hofmarcher / Maisblau

Hans, der süße Mischling aus dem Tierheim, der seit vier Jahren bei seinem neuen Frauchen lebt, darf heute zur Hundemassage. Und wedelt freudig-aufgeregt mit dem Schwanz. Schauplatz ist die Hunde- schule Mannsberger in Wien, wo das look!-Team – außer von Hans – auch von zwei Hunde-Expertinnen begrüßt wird: Elisabeth Mannsberger, Berufsgruppensprecherin der Wiener Tierbetreuer und stv. Obfrau der FG der persönlichen Dienstleister. Und Yvonne Mannsberger, stellvertretend für alle Tiermasseure und Bewegungstrainer.

look!: Liebe Elisabeth, wie wird man denn zur Tierbetreuerin?

Elisabeth Mannsberger: Also den Wunsch zum eigenen Haustier hatte ich schon in der Kindheit (lacht). Später habe ich mich zusätzlich zu meinem Beruf im sozialen Bereich mit Hunden engagiert – das heißt, ich bin mit meinen eigenen Hunden in Kindergärten und Schulen gegangen, um Kindern den richtigen Umgang mit Hunden zu vermitteln. Durch dieses Projekt ist der Wunsch, mehr von Hunden wissen und weitergeben zu können, ein ganz großer geworden. So begannen dann meine Fortbildungen und Ausbildungen und schließlich habe ich den Job gewechselt. Und ich bereue es keine Sekunde (lacht)!

Manche meinen, der Hund ist immer ein Spiegelbild seines Frauchens oder Herrchens. Das Tier nimmt alles an, was man ihm als Mensch vorlebt – ist das so?

Elisabeth Mannsberger: Hunde sind unser Spiegelbild, das stimmt. Sie merken sofort, wenn wir gestresst sind oder wenn es uns nicht gut geht – und das eigene Verhalten oder die persönliche Stimmung merkt man dann ganz oft auch an unseren Hunden. Das war zu Corona-Zeiten stark spürbar: Es war vieles für Menschen nicht möglich und darunter hat die Sozialisierung der Hunde sehr gelitten. Das merkt man jetzt im Alltag, wo viele Hunde Probleme haben. Jetzt sind wir Tierbetreuer be- sonders gefragt.

Zur Berufsgruppe der TierbetreuerInnen gehören Tiertrainer, Tierschönheitspfleger, Tierernährungsberater, Tiermasseure und -bewegungstrainer sowie Tiersitter und Tierpensionen. Du selbst bist Tiertrainerin. Das sind verschiedene Gebiete, die ineinander- fließen. In deinem Fall musst du ein umfassendes Wissen haben, denn alle Bereiche zusammen führen dazu, dass es dem Tier gut geht.

Elisabeth Mannsberger: Genau. Jeder, der mit Tieren arbeitet, braucht ein Grundwissen aus allen Bereichen. Und der Einzelne spezialisiert sich dann dorthin, wo er sich wohlfühlt. Es ist auch wichtig, ein gutes Netzwerk an Partnern zu haben, denn niemand kann alles selbst wissen oder können. Wenn ich ein gutes Netzwerk habe und mir auffällt, dass bei einem Hund etwas nicht stimmt, dann schicke ich ihn erst einmal zum Tierarzt und als nächstes z. B. zu einem Tiermasseur oder einem Bewegungstrainer – je nachdem, worum es geht. Wir sehen das so: Wenn wir den Tieren helfen, dass es ihnen gut geht, helfen wir auch den Menschen, die diese Tiere betreuen. Es ist immer ein Zusammenspiel.

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"Hunde genießen eine Massage genauso, wie der Mensch sie genießt!", so Yvonne Mannsberger. © Andreas Hofmarcher / Maisblau

Wie finde ich denn nun einen guten Tierbetreuer für meinen Hund?

Elisabeth Mannsberger: Auf der Homepage der Wirtschaftskammer, im Firmen A-Z, sind alle Tierbetreuer aufgelistet. Man kann auch nach Bezirken filtern und sich ein Bild von seinem zukünftigen Betreuer machen. Und natürlich geht viel über die persönliche Empfehlung.

Die Berufsgruppe Tierbetreuer der WKW arbeitet auch an einem Qualitätskriterium. Wie kann man sich das vorstellen?

Elisabeth Mannsberger: Es ist bei den persönlichen Dienstleistern der WKW, zu denen auch die Tierbetreuer gehören, generell so, dass Qualität ganz hoch im Kurs steht. Wir arbeiten gerade an einem Gütesiegel, das dem Endverbraucher, sprich dem Kunden, signalisiert, dass man sich auf diese Menschen verlassen kann und dort gut aufgehoben ist.

Liebe Yvonne, du arbeitest als Tiermasseurin und Bewegungstrainerin. Sind unsere Hunde genauso verspannt wie wir Menschen? Bzw. was führt dazu, dass ein Hund verspannt ist?

Yvonne Mannsberger: Das kann viele Gründe haben. Vielleicht liegt es daran, dass er sich, genauso wie es bei Menschen vorkommt, durch eine dumme Bewegung „verrenkt“ hat. Gerade bei eher aktiven und jüngeren Hunden, die gerne durch die Gegend springen, ist das häufig der Fall. Manchmal liegt es auch am unpassenden Equipment oder es liegen Erkrankungen zugrunde, das ist ganz unterschiedlich. Eine Massage ist für den Hund immer wohltuend, so wie beim Menschen (lacht).

Konzentriert sich die Hundemassage meistens auf den Rückenbereich?

Yvonne Mannsberger: Nein, es kommt darauf an, wo genau die Probleme sind, es ist also immer ein Belastungsthema. Das kann der Rücken sein, es kann aber auch der Nackenbereich sein. Gerade wenn ich Hunde habe, die häufig „bei Fuß“ gehen und dabei immer hochschauen, in eine Richtung. Diese Hunde sind auf der gegenüberliegenden Seite im Nacken sehr häufig verspannt.

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HANS WIRD MASSIERT. Der Mischling Hans ist Stammgast bei der Hundemassage und liebt es, sich in die Hände von Elisabeth und Yvonne zu begeben. © Andreas Hofmarcher / Maisblau

Dann gibt es bei Hunden also auch Fehlhaltungen, so wie bei Menschen, die zu lange vor dem Bildschirm sitzen?

Yvonne Mannsberger: Es gibt Fehlhaltungen aufgrund von Erkrankungen. Aber auch das typische schlampige Sitzen, das wir von Menschen gewohnt sind, legen Hunde gern an den Tag. Wenn sich der Hund etwa bequem hinsetzt oder hinlegt und seitlich wegkippt, immer nur seitlich liegt und es nicht schafft, schön gerade zu sitzen oder zu liegen. Das kann in der Folge zu einseitigen Verspannungen oder auch schlimmeren Problemen führen. Das heißt jetzt aber nicht, dass der Hund nicht einmal schlampig sitzen oder liegen darf, das machen wir ja auch auf der Couch und das ist auch in Ordnung. Aber wir sollten schon die gerade Haltung bei uns und unseren Hunden üben (lacht).

Wie übt man mit einem Hund die gerade Haltung?

Yvonne Mannsberger: Das kann z. B. ein Bewegungstrainer gut erklären, der weiß ganz genau, wie die richtige Haltung aussehen sollte. Dabei wird gezielt mit dem Hund am Körper gearbeitet, damit er Muskeln aufbauen kann.

Wie lange dauert denn eine Hundemassage? Und genießen die Hunde diese Zeit?

Yvonne Mannsberger: Im Normalfall dauert die Massage ungefähr eine halbe Stunde, man sollte mit ca. 30 Euro Kosten rechnen. Bei Hunden, die schon öfter massiert wurden und die den Prozess gewöhnt sind, kann es auch mal eine Stunde sein. Man kann die Massage auch mit Bewegungsübungen kombinieren. Und ja, die Hunde genießen diese Zeit sehr! Unsere Stammgäste freuen sich schon in der Früh, wenn es heißt: „Es geht heute zur Massage (lacht).“


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