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People | 07.09.2018

Das Leben zelebrieren

Grandios. Die aktuelle Saison der Volksoper steht ganz im Zeichen des 120-jährigen Jubiläums. Den Auftakt bildet „Die Csárdásfürstin“ (ab 16. 9.) mit der temperamentvollen Sopranistin Elissa Huber.

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WOW. Die wandelbare Sopranistin Elissa Huber brilliert ab 16. 9. in der Volksoper als „Csárdásfürstin“.

Diese Frau ist eine Wucht. Denn nicht nur, dass sie enorm wandelbar und stimmgewaltig ist, Elissa Huber versprüht Lebensfreude pur. Kein Wunder, hat die gebürtige Deutsche mit Wohnsitz Zürich (der Liebe wegen!) doch brasilianisches Blut in ihren Adern. Die Rolle der Chansonette Sylva Varescu in Emmerich Kálmáns „Die Csárdásfürstin“ scheint ihr förmlich auf den Leib geschneidert. Und vor allem geht für die 30-jährige Sopranistin ein Traum in Erfüllung.

Mitreißend. Komtesse Stasi und Fürstensohn Edwin – so wollen es die Eltern – sollen heiraten. Der junge Aristokrat hat sich allerdings unsterblich in die Sängerin Sylva verliebt und ihr die Ehe versprochen. Die heißblütige Künstlerin, die sich nicht kampflos geschlagen geben möchte, taucht daher als vorgebliche Gattin des Grafen Boni bei der Verlobungsfeier auf, und das turbulente Verwirrspiel – auch um die vornehme Gastgeberin Fürstin Anhilte – nimmt seinen Lauf.

 

look: Ihr erstes Engagement in Wien, und das gleich in der Volksoper ...

Elissa Huber: Ja, und dann noch die Csárdásfürstin! Eine fantastische Rolle – und daher eine große Ehre, sie spielen zu dürfen!

 

Sylva Varescu ist eine starke Frau, die um ihre Liebe kämpft, auch wenn diese überhaupt nicht standesgemäß ist ...

Sie ist eine Bohemienne, die ihr Leben liebt, ihren Körper, ihre Freiheit, und die sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Sylva ist eine Frau mit Stil und Charisma und macht alle ganz wild mit ihrer Klasse. Zudem bringt sie Glamour in dieses verstaubte Adelshaus, und alle sind begeistert.

 

Die Rolle ist wie für Sie gemacht ...

Ja, ich kann mich mit Sylva sehr identifizieren. Mit dieser starken Frau, die ihren Gefühlen folgt und zu sich selbst steht. Jeder sollte zu sich stehen, seine Identität feiern und das Leben zelebrieren (lacht)!

 

Und am Ende siegt die Liebe ...

Und das Gute und das Wahre. Die zwei kommen zusammen, auch wenn der erste Weltkrieg im Hintergrund grummelt.

 

"Der Schlüssel zum Erfolg ist, sich selbst zu erkennen und seine Identität zu feiern." - Elissa Huber

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FEURIG. Foto-Shooting auf der Bühne der Volksoper: Elissa Huber sagt, sie sei stets gut aufgelegt.

Legen Sie überall so viel Herzblut hinein?

Enthusiasmus ist meine größte Stärke, und vielleicht auch gleichzeitig meine größte Schwäche (lacht).

 

Sie haben zuerst eine Musicalausbildung absolviert und danach das klassische Fach für sich entdeckt. Warum?

Als Teenager wollte ich nur singen, tanzen und spielen. Dann habe ich studiert, um alles zu lernen, was man für die Bühne braucht. Aber damals wusste ich bereits, dass in mir eine klassische Stimme schlummert. Und die Geschichten bzw. die Musik mit ihrer Tiefe, die das Musical nicht erreichen kann, das hat mich sehr gereizt. Darum beschloss ich, klassischen Gesang an der Zürcher Hochschule der Künste zu studieren. Zwei Jahre lang war ich nur mit mir und meiner Stimme beschäftigt.

 

Und wie lauten Ihre nächsten Ziele?

Ich glaube, man darf den Karriereberg nicht zu schnell besteigen, sondern schön langsam. Wichtig in unserer schnelllebigen Zeit sind auch regelmäßige Auszeiten.

 

Das heißt, es gibt auch Phasen, in denen Sie nicht singen?

Ja, im Urlaub zum Beispiel. Die Synapsen brauchen auch einmal eine Pause, um neue Kraft zu schöpfen. Man erblüht danach wieder mit neuem
Wissen, weil es eben Zeit braucht, alles Gelernte zu verarbeiten.

VOM MUSICAL ZU OPER & OPERETTE

Top. Erst absolvierte sie ein Studium in Gesang, Schauspiel & Tanz an der Bayerischen Theaterakademie August Everding in München, dann studierte sie klassischen Gesang in Zürich. Ihr Operndebüt gab sie an der Mailänder Scala.


Text Andrea Buday
Fotos Johannes Ifkovits, Bubu Dujmic