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People | 26.09.2018

Design trifft Tradition

Lena Hoschek, Österreichs bekannteste Designerin, verrät in look! Country die neuesten Trachtentrends und spricht über ihr aktuelles Projekt.

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Ihre Trenddirndln zeigt Hoschek am 28. September ab 14 Uhr beim Atelier-Kirtag in Wien Meidling, Längenfeldgasse 27/7a. © Wolfgang Pohn

Dirndln in allen opulenten Variationen sind die Spezialität von Austro-Designerin Lena Hoschek. Mit look! Country sprach sie über ihre Liebe zur Tracht – und über ihr neues Projekt, das ihr ebenso am Herzen liegt wie ihre aufwendig gearbeiteten Fashionmodelle, mit denen sie auf vielen Fashion Weeks Erfolge feierte: Lena Hoschek widmet sich nun auch den ganz Kleinen, sie entwirft alles, was das Babyleben noch schöner macht.


look: Inwieweit hat sich die Bedeutung des Dirndls als Kleidungsstück in den vergangenen Jahren verändert?

Lena Hoschek: Das Dirndl war früher eine Alltagstracht, ein Alltagsgewand. Das hat sich im Lauf der Jahrhunderte verändert – die Tracht wurde  sozusagen zu einem Nicht-Gebrauchskleidungsstück, das Tragen von Dirndln war verpönt. In den vergangenen Jahrzehnten hat sich das Dirndl aber wieder zu etwas sehr Tragbarem entwickelt, es wird mit Österreich, mit einem Stück Heimat assoziiert. Frauen dürfen sich über ihre Dirndln freuen, ohne gleich in ein bestimmtes politisches Eck gedrängt zu werden. Das sehe ich als extremen Fortschritt fürs Heimatbewusstsein. Auf der anderen Seite hat sich das Dirndl aber mittlerweile auch zu einer Art Kostüm entwickelt, manche tragen es, ohne an ihre österreichischen Wurzeln zu denken. Sie kaufen ein Dirndl made in China um 39,90 Euro beim Discounter.

 

Steht ein Dirndl tatsächlich jeder Frau, weil es deren beste Seiten unterstreicht?

Das kommt ganz aufs Dirndl an. Bei einem klassischen Dirndl ist das sicher so. Bei einem strassbesetzten Dirndl aus Polyester in Kombination mit einer Carmenbluse wird eher das Gegenteil der Fall sein.

 

Verraten Sie uns die aktuellen Trachtentrends?

Trends gehen ja auch immer in unterschiedliche Richtungen. Gott sei Dank tendiert man gerade zu „weniger ist mehr“ und in Sachen Materialien geht es hin zur Natur. In unserem Fall auch hin zu gröberen Stoffen wie Leinen. Ein Trend, den wir auch verfolgen, ist die Kombination des Dirndls mit bodenständigen Accessoires. Wir kombinieren unsere Dirndln gerne mit Dachstein-Schuhen und Strickwesten und nicht mit Hütchen und Stilettos.

 

Sie haben auch ein neues Projekt …

Ich habe am 14. September einen Baby-Concept-Store namens „Bunny Bogart“ am Wiener Spittelberg eröffnet. Das Sortiment reicht von Babymode über nachhaltiges Spielzeug bis hin zu ausgewählten Vintage-Stücken.

 

Sie sind Mutter, haben einen kleinen Sohn, Johann, und designen auch für die Kleinsten.

Mit meiner Mutterschaft haben unsere Designs, die Kinderbänderröcke, aber nichts zu tun, die gibt es ja schon seit vielen Jahren bei uns. Allerdings kam etwa die Idee, Babybettwäsche zu kreieren, erst durch meinen Sohn. Ich fand es sehr schwierig, schöne Baby­decken für Johann zu finden, deshalb habe ich sie schließlich selbst genäht. Und wir haben sie dann ins Sortiment  aufgenommen.

 

Liegt Ihnen das neue Projekt sehr am Herzen?

Ja! Ich habe viel Herzblut und Arbeit in dieses Projekt gesteckt. Ich hatte bis jetzt nicht einmal Zeit, selbst zu shoppen. Deshalb sitze ich wie auf Nadeln, denn es gibt von vielen Sachen nur ein Stück pro Größe und ich habe Angst, dass die Teile, die ich gerne für Johann hätte, bereits verkauft wurden (lacht). 

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OUT SOON: look! Country ist dem neuen Oktober-look!, welches am Samstag erscheint, beigelegt.