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People | 19.03.2019

Eine Powerfrau auf Erfolgskurs

Wer auf Maria Höfl-Riesch trifft, begegnet einer echten Powerfrau, die strahlt und trotz ihrer großen Karriere immer bodenständig geblieben ist. Die ehemalige Skirennläuferin verrät, warum sie weit mehr als nur eine Marke ist.

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,,Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen. Dafür bin ich wahnsinnig dankbar.", so Maria Höfl-Riesch. © Rohrbacher/TVB Obertauern,

Die ehemalige deutsche Skirennläuferin gilt als eine der erfolgreichsten Athletinnen ihrer Zeit. Maria Höfl-Riesch ­gewann dreimal bei Olympia, zweimal wurde sie Weltmeisterin. Nach ihrer Sportlerkarriere hat sie ­unter anderem ihre eigene Modekollektion lanciert, ist ARD-Kommentatorin bei Ski-alpin-Bewerben, hat ihr zweites Buch veröffentlicht und bietet Fitnessprogramme auf Kreuzfahrtschiffen an.

Zurzeit befindet sie sich in Obertauern als Schneebotschafterin. Wir besuchten sie vor Ort und sprachen mit ihr über ihre Karriere, ihr berufliches Erfolgsgeheimnis – und über ihre angebliche Ehekrise.

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Modebewusst. Sympathisch, stilvoll, elegant – die ehemalige Skirennläuferin glänzt auch bei gesellschaft­lichen Events. © MHM Majors GmbH

Frau Höfl-Riesch, Sie sind seit 2016 Schneebotschafterin in Obertauern. Was macht Obertauern für Sie als Wintersportort so besonders?

Maria Höfl-Riesch: Das Skigebiet ist sehr gut erreichbar, aber auch im Ort selber mit seinen wunderschönen ­Pisten ist das Setting hervorragend. Der Vorteil hier ist, dass alles kompakt beieinanderliegt und doch weitläufig ist. In dieser Gegend gibt es auch tolle Hütten, ­Restaurants und Hotels. Ich kenne Obertauern ja auch aus meiner aktiven Zeit. Es gibt immer viel Schnee und die ­Bedingungen hier sind bestens.

 


Seit 2014 sind Sie nicht mehr aktiv im Skisport. Vermissen Sie manchmal die Rennen und Wettkämpfe?

Nein, überhaupt nicht! Natürlich gab es viele schöne Momente, aber was den Wettkampf und den Leistungsdruck betrifft, bin ich froh, dass ich da nicht mehr dabei bin. Auch der Vergleich und das Messen mit anderen bringt mir keine Motivation mehr.

 

 

Nach dem Karriereende haben Sie unter anderem Ihre eigene Modekollektion herausgebracht, Ihr zweites Buch veröffentlicht und Sie bieten auf Kreuzfahrtschiffen Fitnessprogramme an. Hatten Sie diese Projekte schon als Skisportlerin im Hinterkopf?

In der Zeit als Profisportlerin war mir schon klar, dass es auch ein Leben abseits der Piste gibt. Ich habe daher versucht, über den Sport hinaus etwas Bekanntheit zu erlangen. Ich bin von vielen Leuten gefragt worden, wie ich mich fit halte und wie ich mich ernähre. Daraus ist später die Idee entstanden, in diese Richtung einmal etwas zu machen.

 


Wie war für Sie die Umstellung vom langjährigen Leistungssport in Richtung Business-Alltag?

Das war schon eine Herausforderung. Ich war logischerweise in meiner aktiven Sportlerzeit immer sehr geführt. Jetzt ist es so, dass es zwar auch Termine gibt, aber zwischendurch habe ich ein paar Tage für mich. Daran habe  ich mich erst gewöhnen müssen. Natürlich ist das Ganze ebenfalls stressig, vor allem im Winter ist mein Terminkalender voll. Aber ich bin wirklich happy, so wie es jetzt ist.

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Erfolgreich. Maria Höfl-Riesch hat den Sprung vom Sport ins Business-Leben geschafft. © Ludwig Schedl

Sie sind auch ohne Ski eine erfolgreiche Marke. Empfinden Sie auch jetzt manchmal Leistungsdruck?

Ich sehe mich selber nicht als Marke. Natürlich weiß ich, dass ich einen bekannten Namen habe. Ich habe aber auch einiges dafür getan. Ich bin stolz auf das, was ich daraus gemacht habe. Am Anfang hatte ich schon eher das ­Gefühl, neuen Erwartungen entsprechen zu müssen. Davon habe ich mich relativ schnell befreit. Ich mache alles so, dass ich mich wohlfühle.

 


Was ist Ihr berufliches Erfolgsgeheimnis?
Ich mache Dinge, die mir Freude bereiten. Mit viel Leidenschaft und Engagement. Ich konnte mein Hobby zum Beruf machen. Dafür bin ich wahnsinnig dankbar.

 


Privat sind Sie seit 2011 mit Ihrem Manager Marcus Höfl verheiratet. Im Vorjahr war immer wieder von einer Ehekrise zu hören.

Es stimmt schon, dass wir vergangenes Jahr eine schwierige Phase hatten. Das hat sich in Kitzbühel wie ein Lauffeuer verbreitet. Es gehört leider auch dazu, wenn man in der Öffentlichkeit steht, dass über einen berichtet wird. Ich denke, dass es in jeder Beziehung manchmal nicht ganz rund läuft. Das ist doch ganz normal.

 


Wie haben Sie diese Krise über­wunden?

Wir waren beruflich beide viel unterwegs und haben uns vielleicht etwas vernachlässigt. Deshalb haben wir wieder bewusst mehr Zeit miteinander verbracht. Ich denke, wir haben das ganz gut hingekriegt, und ich finde, dass das unsere Beziehung letztendlich auch gestärkt hat.

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Im Rahmen unserer look! Women of the year Gala wurde Maria Höfl-Riesch 2017 mit einem Award ausgezeichnet. © Ludwig Schedl

Was schätzen Sie an Ihrer Beziehung zu Ihrem Mann?

Vor allem, dass man sich aufeinander verlassen und über alles reden kann. Wir beide haben viele Schnittpunkte, die uns miteinander verbinden.

 


Ist Familienplanung ein Thema für Sie beide?

Nach meinem Karriereende wäre ein Kind nicht infrage gekommen, da ich erst mal Zeit für mich gebraucht habe. Außerdem war es mir wichtig, eine berufliche Basis für die Zeit nach dem Skisport aufzubauen. Ich war damals 29 Jahre alt und wollte weitere berufliche Herausforderungen im Leben. Ich möchte zwar gerne einmal ein Kind, aber Marcus und ich warten ab, bis wir beide das Gefühl für den richtigen Zeitpunkt haben. Das muss man spüren.

 


Was ist Ihre Lebensphilosophie?

„Carpe diem.“ Man soll aus jedem Tag das Beste machen. Aber auch genießen. Ich denke, man sollte versuchen, die richtige Balance zu finden.

 


Welche beruflichen und privaten Träume haben Sie für Ihre Zukunft?

Mir macht die Arbeit beim Fernsehen viel Freude. Wenn es sich einmal ­ergeben würde, könnte ich mir sogar eine Moderation vorstellen. Privat sind wir jetzt beim Hausbauen in Kitzbühel. Und dann kommt vielleicht irgendwann ein Kind dazu ... Aber vor allem möchte ich glücklich sein und das Glück auch zu schätzen wissen!