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People | 26.04.2021

Empowerment & Diversity

All White war gestern: Nachdem in den letzten Jahren vermehrt Kritik über die fehlende Diversität der Academy Awards laut wurde - immerhin gingen in der Vergangenheit rund 90% der Oscars an ausschließlich weiße Filmschaffende - präsentierte sich die diesjährige Oscarverleihung so divers wie noch nie. Wir stellen euch die bemerkenswerten Menschen vor, deren Arbeit diesen Meilenstein möglich gemacht hat.

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© Courtesy Everett Collection / Everett Collection / picturedesk.com

International & Divers: Die Nominiertenliste.

Quo vadis, Aida? - der Titel dieses Filmwerks ging schon im Vorfeld der Oscarverleihung durch alle Medien. Das von acht Ländern (darunter Österreich) co-produzierte filmische Meisterwerk aus der Feder der bosnischen Regisseurin Jasmila Žbanić thematisiert bildgewaltig und intelligent den Genozid von Srebrenica. Wenn auch schlussendlich nicht mit einem Oscar ausgezeichnet, bedeutet die Nominierung des Films für bosnische Filmschaffende eine ganze Menge.

Als Nominierte, unter anderen in der Top-Kategorie des Abend, "Bester Film", stechen vier Filme besonders hervor: Minari - wo wir Wurzeln schlagen, Judas and the Black Messiah, Nomadland sowie der Musicalfilm Ma Rainey's Black Bottom. Was diese drei Filme gemeinsam haben: sie stammen allesamt aus der Feder nicht-weißer Regisseure und Produzenten und zeichnen real, berührend und bildgewaltig die Lebensgeschichten komplexer Charaktere, gespielt von einer Reihe fantastischer Schauspieler*innen unterschiedlichster ethnischer Herkunft. Für die Academy und die gesamte Filmszene ein sehr verspäteter, aber nicht minder wirkungsvoller Meilenstein.

 

 

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© Avalon / Action Press / picturedesk.com

BESTE NEBENDARSTELLERIN: YOON YEO-JEONG

Als beste Nebendarstellerin im amerikanisch-koreanischen Filmwerk Minari - Wo wir Wurzeln schlagen, überzeugte die 73-jährige koreanische Yoon Yeo-Jeong. Im Familiendrama des Regisseurs Lee Isaac Chung übernahm sie die Rolle der Großmutter einer koreanisch-amerikanischen Familie, die am Versuch, den "American Dream" zu leben, zu zerbrechen droht.

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Regisseurin Chloé Zaho kam in Begleitung einer modernen Nomadin, die im Roadmovie sich selbst spielte. © Chris Pizzello / AP / picturedesk.com

DER ABRÄUMER DES ABENDS: NOMADLAND

Auch das ist Amerika: Moderne Nomaden, die nach dem Zusammenbruch ihrer kompletten Existenz ihr Hab und Gut in einem Camper-Van packen, und fortan ihr Leben auf den Straßen, Park- und Campingplätze der Staaten verbringen. Nach Vorlage eines Sachbuchs zur Thematik adaptierte die chinesische Regisseurin Chloé Zhao das Leben moderner Nomaden zu einem beeindruckenden Roadmovie und wurde mit ihrem Werk zur ersten nicht-weißen Preisträgerin, und einer von wenigen ausgezeichneten Frauen, in den Kategorien Bester Film und Beste Regie. Zudem nahm die zum dritten Mal ausgezeichnete Schauspielerin Frances McDormand die Statue als beste Hauptdarstellerin mit nach Hause. 

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© Chris Pizzello / AP / picturedesk.com

BESTER NEBENDARSTELLER: DANIEL KALUUYA

Als eine von zwei schwarzen Top-Produktionen ging das Bürgerrechtsdrama Judas and the Black Messiah ins Rennen um die Academy Awards. Als Bester Nebendarsteller wurde der bereits zum zweiten Mal nominierte Brite Daniel Kaluuya in seiner Rolle als Fred Hampton ausgezeichnet. Dem grandiosen Musikfilm Ma Rainy's Black Bottom wurde weniger Aufmerksamkeit zuteil als erwartet (man rechnete mit einer posthumen Auszeichnung für den jung verstorbenen Chadwick Boseman als bester Hauptdarsteller). Schlussendlich reichte es doch für zwei Statuen in der Kategorien Kostümdesign und Styling.

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© Chris Pizzello / AP / picturedesk.com

FIGHT FOR YOU

I'm always going to fight for my people, verspricht Sängerin und Songwriterin H.E.R. (Gabriella Sarmiento Wilson) und trifft mit ihrer Dankesrede den Nerv einer Zeit, in der schwarze Amerikaner*innen um ihr Leben fürchten. Die Kalifornierin holte sich mit Fight for You gemeinsam mit D'Mile und Tiara Thomas den Oscar für den besten Titelsong (Judas and the Black Messiah).