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People | 09.03.2018

Erklär mir YouTube

Generationen-Gipfel. Lara-Marie, 13, erfolgreiche YouTuberin mit Pink Pie Factory, im Talk mit ihrer Mama und Oma über die Generation Y, die neuen Stars und ein Leben mit dem Smartphone.

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Oma, ich bin ein YouTube-Star. Lara-Marie Pascher (Pink Pie Factory) im Talk mit Mama Gerlinde Macho (l.) und Oma Margarete Pascher über Millenials und Super-­Influencer

Sie ist gerade mal 13 Jahre jung, aber schon seit drei Jahren big im YouTube-Business. Lara-Marie Pascher hat mit ihrem Kanal Pink Pie Factory tausende Follower und ist auf Kochen und Basteln spezialisiert. diego5-Gründerin und Moderatorin Sandra Thier bat den kleinen, großen Star mit Mama Gerlinde Macho (41, Unternehmerin) und Oma Margarete Pascher (70, Pensionistin) zum Schlagabtausch über die Generation YouTube & Co. – ein generationenübergreifender Talk mit Herz und vielen neuen Erkentnissen für beide Seiten.

 

 

look: Was verbinden Sie mit dem ­Begriff Generation Y/Millenials?

Gerlinde Macho: Das sind die jungen Leute, die wir in unserem IT-Unternehmen suchen. Die bereits mit Technik und Gadgets aufgewachsen sind.

 

 

Lara-Marie, bist du ein Millenial?

Lara-Marie Pascher: Wahrscheinlich, kann aber nichts damit anfangen. Außer, dass ich oft mein Smartphone benutze.

Oma Margarete Pascher: Mir sagt das nichts, obwohl ich den Begriff schon mal gehört habe.

 

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,,YouTube und Instagram nutze ich täglich. Ein Leben ohne? Unvorstellbar für mich.", so Lisa-Marie. © Stefan Diesner

Nutzen Sie YouTube?

Mama: Nicht nur wegen meiner Tochter, ich suche nach Musikvideos, DIYs zum Thema Kochen und Praktischem, wie man im Haushalt was macht.Lara-Marie: Ich schau dauernd YouTube, suche Musik und liebe Bastel-­Tutorials. Definitiv jeden Tag nutze ich In­stagram, da lass ich mich inspirieren und suche nach Trends.

Oma: Ich schau nur Lara-Marie, sonst kann ich damit nichts anfangen. Für viele ist YT nicht nur eine ­Video-Plattform, sondern auch eine Freizeitbeschäftigung.

 

 

Wie haben Sie ihre ­Jugend verbracht?

Mama: Also ich hab nach der Schule Hausübungen gemacht und war dann mit meinem Bruder viel draußen in der Natur unterwegs. Abends haben wir immer das Hauptabend-TV-Programm geschaut, viel Auswahl hat es dabei nicht gegeben, ORF eins & zwei.

Oma: Alles, was es gab, war eine ­Musikbox. Und da hat man sich ab und zu getroffen, gemeinsam Musik gehört und getanzt. Viel getanzt und gelacht.

 

 

Was ist die Intention Ihrer Enkelin mit ­ihrem YouTube-Channel?

Oma: Die Lara-Marie ist etwas Besonderes, weil sie so viel weiß und viele Möglichkeiten hat. Das hatten wir ja ­alles nicht. Sie spricht auch englisch so unbekümmert und elegant. Sie ist sehr geschickt und weiß, was sie will. Sie macht Kochvideos und das sehr gut.

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Wie geht YouTube? Sandra Thier (rechts) im Generationen-Talk mit YouTuberin Lara-Marie und deren Mutter (l.) und Großmutter (r.). Stefan Diesner ©

 

 

 

Was glauben Sie, ist das Erfolgsrezept von YT? Warum ist es so beliebt?

Lara-Marie: Die Vielfalt. Was man da alles suchen und finden kann. Andere Menschen, auch an anderen Orten auf der ganzen Welt. Ohne Handy und Smartphone und Social Media würde ich das gar nicht alles wissen.

Mama: Für mich steht YouTube für User-generierten Content. Man ist mobil. Man kann es unterwegs anschauen, egal auf welchem Device. Es ist das neue Fernsehen. Und informativ. Ich lerne viel und bin dabei unabhängig.

 

 

Erfolgreiche YT-er haben Millionen Fans, was halten Sie von der neuen Idolisierung?

Mama: Ich kann das schon nachvollziehen und finde es auch spannend. Durch Lara-Marie kenne ich auch einige Instagrammer und YouTuber, die guten Content liefern und mit denen wir auch die gleichen Interessen teilen.

Oma: In meiner Jugend hießen die Idole Peter Kraus, Connie Francis, ­Freddy Quinn. Infos bekam man nur übers Radio und auf dem Pausenhof.

Lara-Marie: Aber jetzt als Generation ohne Technologie zu leben – das kann ich mir nicht vorstellen. Es hat positive und negative Seiten. Positiv – ich kann immer und überall Dinge machen. Negativ – ich bin immer mit Strahlen umgeben. Da ist es sicher gut, die Technik wegzulegen und mal nur was mit echten Freunden zu machen.

 

 

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Ist der Hype um Super-Influencer ­berechtigt?

Mama: Ja, klar. Früher waren es die Models, Sänger und Schauspieler, und jetzt halt die YouTube-Stars.

 

 

Viele legen aber alles Private auch ­offen – wie finden Sie das?

Lara-Marie: Ich finde, das ist eine ­bewusste Entscheidung und muss zum Channel-Konzept passen. Man sollte aber darauf achten, sich und andere Menschen dabei nicht zu gefährden. Ich ­würde es nicht machen und habe mich für das Format Kochen und Basteln ­entschieden.

Mama: Wenn es Jugendliche sind, dann sollte das zu Hause mit der Familie besprochen werden. Wir reden auch über solche Themen – was bedeutet es, ­einen Channel zu machen, wo geht es hin und worauf muss ich achten? Denn: Es ist ­natürlich eine Öffentlichkeit.

Oma: Gerade ein Mädchen muss aufpassen: Man weiß nie, wer zuschaut.

 

 

Wie stolz sind Sie auf Pink Pie ­Factory?

Mama: Sehr, ich unterstütze meine Tochter. Weil es ihr Spaß macht und ich ihr helfe, ihr Hobby sinnvoll umzusetzen. Andere Kinder spielen Fußball oder machen Ballett, und Lara-Marie liebt YT und entwickelt sich sehr stark dabei. Verbieten ist keine Lösung – ich helfe ihr, es richtig in ein Format zu gießen, das sinnvoll ist und wo sie etwas lernt.

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Selfie-Time. Lara-Marie knipst noch schnell ein Selfie mit Mama und Oma für ihre Fan-Gemeinde.

Text: Sandra Thier