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People | 06.12.2018

Eros Ramazzotti: Unser Mann des Jahres

Kommt er wirklich? Ja, er kommt! Eros Ramazzotti ­wurde von Look! als „Man of the Year“ geehrt. Und spricht ­exklusiv über Frauen, Kinder und große Leidenschaften.

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The winner takes it all: Stolz schreitet Eros Ramazzotti mit seinem „Man of the Year Award“ die Treppe des Wiener Rathauses hinunter. „Meine erste Auszeichnung. Ich freue mich wahnsinnig, von einem so prachtvollen Frauenmagazin geehrt zu werden.“ © Stefan Diesner

Da sitze ich also, ganz nah bei Eros Ramazzotti. Er sieht immer noch ziemlich gut aus. Er ist wahnsinnig charmant und ja, was soll ich sagen: Er ­beginnt sofort, mich zu interviewen. Mein Gespräch mit einem, der den Titel „Mann des Jahres“ ehrlich verdient.

 

Eros Ramazzotti: Jetzt einmal ganz ehrlich, liebe Uschi: Warum habt ihr mich als „Man of the Year“ ausgewählt?

look: Weil Sie, wie Sie möglicherweise vermuten, ein Mann sind, den die Frauen lieben. Weil Sie sich, wie auch wir mit unserer „Women of the Year“-Gala, für UNICEF einsetzen. Und weil Sie gratis Konzerte geben, um Frauen z. B. am Weltfrauentag zu stärken. Das finden wir ziemlich gut!


Eros Ramazzotti: Okay, ihr habt mich überzeugt. Ja, am 8. März zum „Tag der Frau“ gebe ich in Mailand ein großes Konzert. Ich fühle mich natürlich sehr geehrt durch  diese Auszeichnung, meine erste übrigens! Auch deshalb, weil ich Frauen wirklich respektiere, ihr habt einfach eine unbeschreibliche Energie und generell mehr drauf als wir Männer. Aber wir sind eben auch nur Menschen …

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Eine Stunde ganz dicht bei Eros ... es war so super, wie es aussieht!

Danke für die Rosen! Wir lieben und brauchen euch Männer und wollen mit dem ersten „Man of the Year Award“ im Rahmen unserer Frauengala auch dahingehend ein Zeichen setzen. Es geht eben nur miteinander. ­Apropos: Welche Frauen sind und ­waren sehr wichtig in Ihrem Leben?

Schauen Sie, die eigene Mutter ist immer die wichtigste Frau im Leben eines Mannes. Auch in meinem. Meine Mutter stammt aus Kalabrien. Sie hat meinen Charakter geformt und mir das Bestreben mit auf den Weg gegeben, mich immer verbessern zu wollen. Und die Kraft, um alles zu überwinden und das Schicksal als Chance zu sehen.


Sie haben auch zwei Töchter, ­Aurora und Raffaella. Was möchten Sie ­ihnen mit auf ihren Weg geben?

Nun ja, Aurora ist ja schon erwachsen, sie ist jetzt 20 und hat ihren Weg gefunden. Die Basis dafür haben natür­lich wir als Eltern gelegt. Aber inzwischen ist sie sehr selbstständig und lebt ihr Leben. Sie arbeitet für das Fern­sehen, hat eine eigene TV-Sendung. Ein steiniger Weg in diesem ­Alter. Ich bin sehr stolz auf sie.

Meine kleinere Tochter ist ja erst sieben Jahre alt. Das Wichtigste, was wir Eltern ihr geben können, ist eine gute Erziehung. Das alleine beeinflusst, ob sich ein Mensch später einmal in der Gesellschaft zurechtfindet oder nicht.

 

Ihr Image in der Öffentlichkeit ist das eines „Latin Lovers“, was durch Ihren Vornamen noch begünstigt wird. Wie erleben Sie diese andere Seite der Frauenwelt?

Diese Seite erlebe ich heute nicht mehr! Ich bin doch verheiratet! Scherz beiseite … Die Ehe nehme ich sehr ernst. Und ich habe mich selbst auch nie als Macho gesehen, meinen Status nie ausgenützt. Auch wenn ich sagen muss, dass Ihre Worte sehr schmeichelhaft sind. Wichtig ist mir in erster Linie, dass die Menschen meine Musik lieben, egal ob Frauen oder Männer. Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, weil Musik immer schon meine Leidenschaft war, und das lebe ich bis heute.

 

Sie sind 1981 beim Nachwuchswettbewerb von Castrocaro als junges ­Talent entdeckt worden. Seither ist es mit Ihrer Karriere steil nach oben ­gegangen. Dann 1984 „Terra promessa“, 1986 „Adesso tu“, alles Songs, die bis heute jeder kennt. Was ist das Geheimnis Ihres Erfolges?

Es waren andere Zeiten. Es war schwieriger, bekannt zu werden, Erfolg zu haben. Ich musste hart arbeiten. Vermutlich sind Disziplin und Arbeit das ganze Geheimnis. Und ein bisschen Glück. Heute reicht es, wenn du eine Reality-Show machst, und du landest schon auf Platz 1 in den Charts.

 

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Stolzer Preisträger: Bei der look! „Women of the Year“-Gala nahm Eros stolz seinen Award entgegen. Rechts: Prinzessin Francesca Riario-Sforza Schwarzenberg, die eine tolle Laudatio auf den Weltstar hielt. © Arman Rastegar

 

Aber das ist eine andere Art von Erfolg. Den Sänger Eros Ramazzotti gibt es seit über 35 Jahren, nächstes Jahr gehen Sie auf Welt-Tournee. Ist diese Verlässlichkeit ein Teil Ihres Erfolgs?

Ich denke schon. Ich starte meine „World Tour“ im Februar und komme im April auch nach Wien. Es wird sehr lang und sehr anstrengend werden, aber die Liebe und Zuneigung des Publikums live zu spüren, ist das Schönste und Wichtigste überhaupt für einen Künstler. Also werde ich es immer wieder machen.


Wie wird es für Sie sein, im April 2019 wieder in Wien auf der Bühne zu stehen?

Oh, ich liebe Wien. Und das ist keine Plattitüde! Die Wiener begegnen Künstlern mit Respekt, ihr versteht es, der Musik in Ruhe zuzuhören und im richtigen Moment der Freude Ausdruck zu verleihen. Ihr seid genial!

 

In Kürze erscheint Ihr neues Album „VITA CE N’È“, auf dem Sie auch mit anderen großen Musikern wie Alessia Cara, Luis Fonsi und Helene Fischer singen. Wie war die Zusammenarbeit mit Helene Fischer?

Unsere Plattenfirma UNIVERSAL hat uns zusammengebracht. Sicherlich, weil es spannend ist, ein paar große Namen des Musikbusiness zusammenarbeiten zu lassen und zu sehen, was dabei herauskommt. Die Zusammenarbeit mit allen war sehr herzlich und professionell. Helene Fischer ist eine großartige Künstlerin, ich schätze sie sehr. Allerdings haben wir uns bis heute noch nicht getroffen. Sie hat ­ihren Part in Deutschland eingesungen, ich meinen in Italien und dann wurde es zusammengeschnitten. Von drei produzierten Liedern wurde eines ausgewählt. „Per il resto tutto bene“. Ein wunderschöner Song.

 

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Happy Team. Seit fünf Jahren ist Eros Ramazzotti mit Marcia Pellegrinelli verheiratet: „Sie hat mich gerettet, vor allem vor mir selbst!“ © privat

 

Eine Sache beschäftigt uns noch: Fußball! Sie spielen ja für die italienische Nationalmannschaft der Sänger (Squadra nazionale italiana cantanti), die sich für karitative Zwecke einsetzt.

Dazu muss ich ehrlich sagen, dass ich seit 15 Jahren nicht mehr aktiv in der „Squadra nazionale italiana cantanti“ mitspiele. Aber natürlich stelle ich mich immer gerne für den guten Zweck zur Verfügung. Diese Vereinigung setzt sich für viele gute Projekte ein und hier bin ich auch sicher, dass das gesammelte Geld den richtigen Zwecken zugeführt wird. Darauf lege ich größten Wert. Und das ist bei vielen anderen Charity-Organisationen leider nicht immer so. Aber generell helfe ich gerne, wenn ich kann. So hat mich z. B. vor einigen Jahren der Sänger Bryan Adams gefragt, ob ich die Vereinigung „Hear the World“ gemeinsam mit ihm unterstützen möchte. Die helfen Kindern in aller Welt, die ihr Gehör verloren haben. Für gute, ehrliche Projekte bin ich immer empfänglich.

 

Welches ist das Fußball-Team Ihres Herzens?

Welche Frage! JUVENTUS natürlich! Schon vor Ronaldo …

 

Wenn wir schon von Ronaldo ­reden: Wie wichtig sind Ihnen Mode, Aussehen und Stil?

Sehr wichtig! Jede andere Antwort wäre gelogen. Wir Italiener mögen zwar einiges falsch machen, aber wir verstehen, das Leben schöner zu gestalten. Nehmen Sie das Essen, die Mode, das Design. Es heißt, der gute Geschmack wurde in Italien erfunden und ich bin so vermessen, das zu bestätigen. Und bei allen Problemen, die wir im Land haben: Italien ist das Traumziel von sehr vielen Menschen.

 

Hat ein Superstar wie Sie noch unerfüllte Wünsche und Träume?

Ich wünsche mir und den Menschen, die ich liebe, Energie und Gesundheit. Wissen Sie, mein Vater war die treibende Kraft für meine Karriere. Er hat mich vorangetrieben. Durch ihn und viele andere Menschen, die mir ­geholfen haben, lernte ich Dankbarkeit. Auch wenn es komisch klingt, aber ich wünsche mir, diese Dankbarkeit nie zu verlieren. Und auch nie die Leidenschaft zu verlieren, um immer weiterzumachen!

 


Anlässlich der „Women of the ­Year“-Gala bleiben Sie zwei Tage in Wien. ­Haben Sie Freunde in der Stadt?

Nein, trotzdem mag ich die Stadt. Freundschaften zu pflegen ist in meinem Job sehr schwierig. Aber ich liebe die Ruhe dieser Stadt, man kommt hier wieder zur Besinnung. Und ich fühle mich fast ein bisschen als Österreicher.
Mir gefallen eure kleinen Orte und Dörfer in den Alpen, wo das Leben noch so beschaulich ist. So wie es früher in Italien war, als ich ein Kind gewesen bin. Wenn ich nach Wien komme, habe ich allerdings immer einen Geheimplan: Sachertorte mitnehmen für meine ganze Familie.


Haben Sie noch eine Botschaft für Ihre Wiener Fans?

Wir sehen uns nächstes Jahr in der Stadthalle! Und bis dahin: LUNGA VITA! (Es lebe das Leben.)