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Sabrina Limbeck, 48

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Sabrina Limbeck zeigt soziales Engagement und redet über den Stellenwert sozialer Berufe in der Gesellschaft. © Sabine Hauswirth
Fünf Jahre lang nahm die Wienerin als Krisenpfegemutter hilflose Kleinstkinder vom Babyalter an auf, wenn diese etwa wegen Gewalt nicht in den eigenen Familien bleiben konnten. Nun möchte sie Erziehungshilfe für Pflegeeltern anbieten. Die Mutter einer zehnjährigen Tochter betreut außerdem Menschen, die von Trennungen (etwa Scheidungen) betroffen sind (trennungsambulanz,at). Limbeck bemängelt, dass soziale Berufe – die in erster Linie von Frauen ausgeübt werden – nach wie vor keinen Stellenwert in der Gesellschaft haben und manchmal nicht einmal bezahlt werden. Mit dem von ihr gegründeten Verein Artemes setzte sie etwa durch, dass Krisenpfegemütter Geld erhalten: „Ich konnte mir das Krisenpflegemuttersein nur leisten, weil ich selbstständig bin, mir die Zeit frei einteilen kann und in meinem Hauptjob gut verdiene.“ Limbeck ist u. a. Coach, Pharmatrainerin und Lebens- und Sozialberaterin. Ihr generelles Fazit: „In der Gesellschaft und in der Politik läuft etwas komplett falsch. Bei den Frauenrechten hat sich seit den 1970er, 1980er Jahren nichts getan. Im Gegenteil, es gibt Rückschritte. Allein, wenn man daran denkt, dass rund 40 Prozent der Alleinerzieherinnen armutsgefährdet sind – und damit auch ihre Kinder. Das ist eine Schande.

Virginia Ernst, 29

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Musikerin Virginia Ernst spricht mit uns über die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare. © Sabine Hauswirth

Ich habe eine Doku über die 1950er Jahre gesehen. Da hieß es: Die Frau soll dem Mann nie widersprechen. – Unglaublich, was sich verändert hat.“ Doch die absolute Gleichberechtigung, so die frühere Profi-Eishockeyspielerin, gibt’s keineswegs. Ernst, die seit 2017 mit einer Frau verheiratet ist, wünscht sich sowohl die Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Paare – z. B. wenn es um die Bezahlung von Kinderwunsch-Behandlungen geht – wie auch die Gleichberechtigung der Frau: „Das Musik-Business ist noch immer eine Männerdomäne. Im ersten Line-up des Amadeus Austrian Music Award im April stehen nur Männer.“ Für den Kampf um Gleichstellung veranstaltet sie am 8. März das Konzert #WEARE – starke Stimmen, starke Frauen in den Sofiensälen.

Michaela Radax, 34

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Die Makronenbäckerin Michaela Radax erzählt uns von ihrem Weg zur Selbstständigkeit. © Sabine Hauswirth
Die Flamme, selbstständig zu sein, hat schon lange gebrannt“, sagt Michaela Radax. Doch gut Ding brauchte Weile. Nach ihrem Studium an der Lauder Business School arbeitete sie fünf Jahre als Produktmanagerin bei einem Kosmetikkonzern. „Ich war beruflich oft in Frankreich, dort haben mich Makronen fasziniert. Plötzlich hatte ich den Ehrgeiz, sie selbst zu backen – die besten Makronen. Obwohl Backen kein Hobby war.“ Nach einem Jobwechsel war ihr klar: Jetzt geht’s in die Selbstständigkeit: „Makronen sind das perfekte Produkt, man kann sie nicht bei Amazon bestellen!“ Radax kündigte, entwickelte einen Businessplan. Dank Gründerservice, Unterstützung der Eltern und eines Bankkredits eröffnete sie 2019 den ShopSiller Makronen“ beim Sillerplatz in der Speisinger Straße 152, in dem man auch Kaffee trinken kann. Die Location ist wohlüberlegt: „In 150 Meter Entfernung ist ein riesiger Supermarkt, der Frequenz bringt.“ Das Fazit von Michaela, die mittlerweile vom Makronenbacken leben kann: „Es gab Anfangsschwierigkeiten, ich hatte nicht genug Ware zum Verkaufen. Aber toll, was man bei uns alles erreichen kann, wenn man es wirklich will.“ Jetzt, nach dem Stress des Businessstarts, hätte die stets gut gelaunte Single-Frau auch Zeit für eine neue Liebe ...

Maria Fleimisch, 48

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Yogi Maria Fleimisch spricht mit uns über das Gleichgewicht zwischen Mann und Frau. © Sabine Hauswirth
In erster Linie möchte ich Entspannung, Harmonie, Kraft und Mut vermitteln, auch den Mut zu erkennen, dass jeder selber Regisseur seines Lebens ist und dieses so gestalten kann, wie es ihm oder ihr entspricht“, erklärt Maria Fleimisch – Mutter von zwei erwachsenen Kindern, früher in der Wirtschaft tätig, heute als Shiatsu-Praktikerin, Yogalehrerin und Kinesiologin erfolgreich. „Ich emppfinde es als großes Glück, dass ich meine Berufung zu meinem Beruf machen konnte, und bin sehr zufrieden mit meinem Leben!“ Dass Frauen die Welt retten können, glaubt sie schon allein deshalb nicht, weil sie nicht in diesen Kategorien denkt. „Für mich geht es um den Einklang weiblicher und männlicher Qualitäten, die in jedem von uns vorhanden sind. Was wären Planung, Vision, Struktur, Organisation und Bewusstsein – männliche Qualitäten – ohne Liebe, Vertrauen, Hingabe, Mitgefühl und Intuition – weibliche Qualitäten? Wir brauchen beides, beides ist gleichwertig. Wenn dies jeder erkennt und mit den Verurteilungen über Männer/Frauen Frieden schließt, dann gibt es Heilung auf der Erde.

Marie-Luise Winkler, 24

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Marie-Luise Winkler über ihren Traumberuf als Ärztin. © Sabine Hauswirth
Zurzeit studiert sie Latein/Geschichte und arbeitet daneben in einem Verlag, eigentlich möchte Marie-Luise Winkler aber unbedingt Ärztin werden. „Mein Papa war praktischer Arzt, ich bin in der Praxis aufgewachsen und fand das schon immer spannend. Mich fasziniert an der Medizin, dass man mit Menschen zu tun hat, denen man hoffentlich helfen kann und die angstfrei zu einem kommen können, weil man vertrauenswürdig und gut in seinem Beruf ist.“ Trotz all der Leidenschaft klappte der Aufnahmetest bisher drei Mal knapp nicht. Nun probiert es Marie-Luise im Mai an der Privatuni in Krems. Sollte sie genommen werden, müsste sie sich das Studium mittels Kredit finanzieren. Als Feministin sieht sie sich übrigens nicht. „Der Weltfrauentag bedeutet mir allerdings schon etwas, weil wir Frauen nicht vergessen sollten, dass Frauen nicht immer den heutigen Stellenwert hatten.

Britta Tess, 35

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In Britta Tess´s Kinderbuch „Ellie & Arko. Abenteuer in Oaktown“, das sie unter dem Pseudonym Britta Pirka veröffentlicht hat, geht es um Body Diversity, Achtsamkeit und den Abbau von Vorurteilen. © Sabine Hauswirth
Seit mehr als zehn Jahren arbeitet Britta Tess, ehemals Bankangestellte (Burn-out und Überfall inklusive), als Make-up-Artist und veröffentlichte 2019 mit „Ellie & Arko. Abenteuer in Oaktown“ unter dem Namen Britta Pirka ihr erstes Kinderbuch. Darin erlebt die neunjährige Heldin Ellie, die die Pigmentstörung Vitiligo hat, wunderbare Abenteuer mit ihrem sprechenden Hund Arko. „Es geht dabei um Body Diversity, Achtsamkeit und den Abbau von Vorurteilen, um Themen, die auch viele Frauen betreffen“, erklärt die Autorin. Die Kernbotschaft „Du bist okay so, wie du bist“ versucht sie auch den drei jüngeren Schwestern ihres Freundes, denen sie seit dem frühen Tod der Mutter eine weibliche Identifikationsfigur ist, mitzugeben. Ihre eigene Inspirationsquelle: „Frauen, die den Mund aufmachen, ihre Weiblichkeit als Stärke sehen und charakterfest sind.

Birgit Indra, 53

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Die leidenschaftliche Köchin Birgit Indra macht gerne darauf aufmerksam, dass das Leben alleinerziehender Mütter auch hierzulande schwierig ist. © Sabine Hauswirth
Jahrzehntelang war sie erfolgreich in der Modebranche tätig. Sowohl als Designerin mit eigenem Label (Indra Couture) als auch als Geschäftsführerin. Nun kehrt die Wirtstochter aus Bad Vöslau zu ihren Wurzeln zurück. Und macht sich als „Wanderköchin mit Herz“ selbstständig, denn Kochen ist seit jeher ihre Leidenschaft. Die Alleinerzieherin – ihre Kinder sind inzwischen 21, 24 und 26 – hat es sich nie nehmen lassen, täglich am Morgen vorzukochen. „Damit meine Kinder zu Mittag gesund und ordentlich essen konnten“, sagt Indra, die oft sehr hart zu kämpfen hatte, um über die Runden zu kommen. „Für alleinerziehende Mütter ist das Leben auch hierzulande extrem schwierig. Daran sollte man sich gerade am Weltfrauentag erinnern.

Angelica Henriquez, 49

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Fusspflegerin Angelica Henriquez gibt ihren vier Töchter schon in frühem Alter mit, wie wichtig finanzielle Unabhängigkeit ist und wünscht sich gleiches Gehalt für gleiche Leistung. © Sabine Hauswirth
Die gebürtige Chilenin kam 1977 mit ihren Eltern und Geschwistern nach Österreich. Anfangs war es nicht leicht, aber die Kinder erlernten schnell die Sprache und fühlten sich bald zu Hause. Henriquez absolvierte eine Kürschnerlehre, fand keinen Job und entschied sich für eine Ausbildung zur Fußpflegerin. Dazwischen brachte sie vier Mädchen zur Welt. Seit zwei Jahren ist die 49-Jährige selbstständig. Sie liebt ihre finanzielle Unabhängigkeit und hat auch ihre Töchter dazu erzogen. Weil einem hierzulande sehr viele Möglichkeiten offenstehen. Den Weltfrauentag findet sie wichtig. „Wir Frauen kümmern uns ja nicht nur um die Kinder, sondern auch um die Männer“, sagt sie – und wünscht sich zudem gleiches Gehalt für gleiche Leistung.