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People | 07.06.2018

Frauen-Power

Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau. Im Falle Sebastian Kurz ist es die Grazerin Lisa Maria ­Wieser. Wie sie als Büro­managerin dem Kanzler den ­Rücken stärkt – der Talk.

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© Dragan Tatic

Ohne sie geht gar nichts im Leben des Sebastian Kurz. Seit sieben Jahren managt sie das Büro des Kanzlers, ist seine rechte und linke Hand und begleitet den Polit-Senkrechtstarter zu allen Auslandsaufenthalten. Nebenbei sind die beiden gute Freunde und engste Vertraute.

 


look: Sie arbeiten seit sieben Jahren mit Sebastian Kurz zusammen. Wie wird frau die „rechte Hand“ eines Polit-­Stars?

Lisa Maria Wieser: Meine beruflichen Anfänge hatte ich in der Grazer Stadtpolitik unter Siegfried Nagl. 2010 bin ich aus privaten Gründen nach Wien gezogen und direkt in das Kabinett von Frau Innenministerin Maria Fekter eingestiegen. Zusammen mit einem Kollegen war ich für den Bereich Integration zuständig. Die Politik hat mich seither nicht mehr losgelassen. Im April 2011 entstand im Rahmen der Regierungsumbildung das Staatssekretariat für Integration und Sebastian Kurz musste über Nacht sein ganzes Team aufstellen. Da ich davor ja schon im Innenministerium tätig war, konnte ich so meine Erfahrungen einbringen und startete als seine persönliche Assistentin – und bin jetzt seine Büroleiterin im Bundeskanzleramt. Ich bin meist an seiner Seite und auch sonst laufen bei mir alle Fäden zusam­men.

 


Sie waren Teil des politischen Start-ups und stehen seither hinter Sebastian Kurz. Wo setzt er stark auf Sie?

Es ist so, dass man in sieben Jahren viel voneinander lernt. Wenn man mich kennt, dann weiß man, dass ich für Disziplin stehe und ich unangenehme Dinge nicht aufschiebe, sondern lieber gleich erledige. Ich habe gelernt, dass man alles schaffen kann, wenn man an sich glaubt und sich voll reinhängt.

 

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Privat. Lisa Maria Wieser ist glücklich mit Luca Matteo Wieser (Palmers) verheiratet. © Privat

Was hat sich mit dem Bundeskanzleramt für Sie verändert?

Der Arbeitsalltag hat sich nicht wirklich verändert. Das Erste in der Früh ist der Griff zum Handy, um die Lage zu checken: Was hat sich in der Nacht getan, wer benötigt welche Informationen, verläuft der Tag wie geplant? Auch wir als Team haben uns kaum verändert, außer einem grauen Haar dort und da (lacht).

 


Wie stärken Sie ihm den Rücken?

Wir wissen beide schon voneinander, wie der andere tickt – das ist in vielen Situationen sehr hilfreich und ich glaube, so kann ich ihm gut den Rücken freihalten und Dinge erledigen, bevor sie überhaupt Thema werden.

 


Braucht es da nicht auch eine gemein­same Wellenlänge?

Ich sehe meine Arbeit gar nicht als Job, es ist über die Jahre hinweg eine Freundschaft geworden. Und natürlich will man da immer nur das Beste für den anderen. Wenn man in seinem Alltag so viel Zeit wie wir miteinander verbringt, muss das Verhältnis im Team ein gutes, auch freundschaftliches sein.

 


Wie sieht der typische Alltag an der Seite des Bundeskanzlers aus?

Jeder Tag birgt neue Herausforderungen und Chancen. Das ist es, was ich an meiner Arbeit schätze. Büroleitung, Terminvorbereitungen, Reiseorganisationen, Koordinierung des Teams und nebenbei das Terminmanagement und die Organisation rund um Sebastian Kurz zählen zu meinen Aufgaben. Ich verlasse das Büro wie Sebastian zwischen 19 und 22 Uhr.

 


Dabei verbringen Sie rund 14 Stunden mit Ihrem Chef?

Wir sind auf jeden Fall über 14 Stunden verbunden – ob im Büro, in den Bundesländern, im Ausland oder einfach telefonisch. Das wichtigste ist ein gutes Management – man muss die Zeit, die einem privat bleibt, bewusst wahrnehmen und auch gut nützen.

 

 

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Lisa Maria Wieser mit Sebastian Kurz in New York – sie begleitet ihn zu jedem seiner Termine. © Jakob Glaser

Um einen erfolgreichen Mann im Hintergrund zu stärken, braucht es selbst viel Kraft. Welche ist Ihre?

Ich bin auf jeden Fall ein Organisa­tionstalent und, wie gesagt, das ist es, was Sebastian an mir schätzt. Wenn ich ­einen Plan habe, dann verfolge ich diesen auch bis zur Perfektion.

 


Wie wichtig ist die weibliche Komponente in der Männerdomäne Politik mittlerweile?

Sebastian sieht prinzipiell immer den einzelnen Menschen und seine oder ihre Leistung. Wir sind viele Frauen bei uns im Kabinett, das hat Kanzlerin Merkel in Berlin auch schon freudig wahrgenommen (lacht).

 


Ist Familienplanung überhaupt eine Option in Ihrem Beruf?

Natürlich ist das eine Option – keiner weiß, was die Zukunft bringt!