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People | 28.01.2022

Gewalt bleibt zu oft UNSICHTBAR

Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter und meist weitreichende physische, seelische, soziale und gesundheitliche Folgen. Das Spektrum reicht von körperlicher Gewalt über Psychoterror und Erniedrigungen. Der Frauennotruf hilft!

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Kein Kavaliersdelikt. Gewalt gegen Frauen wird bei Anzeige strafrechtlich verfolgt. © Karolina Grabowska / Pexels

Gewalt gegen Frauen und Mädchen muss beendet werden, unabhängig davon, ob sie im sozialen Nahraum, zu Hause oder im öffentlichen Raum stattfindet.Frauen sollen sicher und selbstbestimmt leben können, unabhängig davon, wie sie gekleidet sind oder wo sie sich gerade aufhalten, und unabhängig davon, wer die Täterinnen und Täter sind. 

Dabei sein heißt beteiligt sein – aber sicher!
Der 24-Stunden Frauennotruf macht Wienerinnen und Wiener darauf aufmerksam, wie wichtig anwesende Personen bei Übergriffen an Frauen im öffentlichen Raum sind.Die Mitarbeiterinnen des 24-Stunden Frauennotrufs der Stadt Wien unterstützen und beraten von Gewalt betroffene Frauen am Telefon, persönlich und online. Durch die Gewalterfahrung werden die Psyche, der Körper und die sozialen Bezüge des Opfers verletzt oder zerstört. Die Beratung und Unterstützung erfolgt vertraulich, kostenlos und auf Wunsch anonym. 
Das Unterstützungs-und Beratungsangebot des 24-Stunden Frauennotrufs umfasst rechtliche, psychologische und sozialarbeiterische Beratung sowie Krisenintervention nach akuten Gewaltvorfällen, Begleitungen ins Krankenhaus, zur Polizei und zum Gericht, unter anderem bei Körperverletzung oder gefährlichen Drohungen im Beziehungskontext, Vergewaltigungen, versuchten Vergewaltigungen, geschlechtlichen Nötigungen oder sexueller Belästigung.

Sicher, strukturiert und respektvoll.
Bei familiärer Gewalt kommt es ganz selten vor, dass Opfer nach dem ersten Übergriff Hilfe holen, beziehungsweise eine Anzeige machen. Sie suchen zunächst nach eigenen Lösungsmöglichkeiten. Bei länger andauernder Gewalt stellen sie nach und nach ihr Leben darauf ein, Gewalt zu vermeiden, mit zum Teil sehr negativen gesundheitlichen Auswirkungen. Die Mitarbeiterinnen des 24-Stunden Frauennotrufs bieten professionelle Beratung und vermitteln ein hohes Maß an Sicherheit. Alle bestehenden Schutzmöglichkeiten werden mit der Betroffenen besprochen. Außerdem wird sie über mögliche externe Unterkünfte – wie zum Beispiel Frauenhaus – sowie über Wegweisung und Betretungsverbot durch die Polizei informiert. Der durch das Trauma Gewalt erlebte Kontrollverlust auf der psychischen, körperlichen und Handlungsebene erfordert im Umgang mit den betroffenen Frauen ein hohes Maß an Struktur: Es gilt, über rechtliche Möglichkeiten aufzuklären und zu informieren, psychische Auswirkungen von Gewalt zu beschreiben und durch Empowerment die Handlungsfähigkeit der Betroffenen wiederherzustellen. Mit dem erlebten Vertrauensverlust gehen Schuldgefühle und ein verändertes Selbstbild einher. Daher ist ein klares Beziehungsangebot vonseiten der professionellen Beraterin nötig. Dieses muss gestützt sein durch wertfreie Begegnung und respektvollen Umgang.

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Rasche und unkomplizierte Beratung und Hilfe - Rufen Sie an, wenn Sie selbst betroffen sind oder wenn Sie Frauen kennen, die betroffen sind. © Mart Production / Pexels

Cyber-Gewalt auf dem Vormarsch.
Durch die zunehmende Digitalisierung der Gesellschaft und Nutzung der Technik in vielen Bereichen wird Gewalt auch mehr und mehr über das Internet und Handy ausgeübt. Cyber-Gewalt ist Gewalt, wird aber – noch öfter als andere Gewaltformen – häufig verharmlost oder gar nicht erst als Gewalt erkannt. Wichtig ist, dass sich Frauen wehren und sich von einer spezialisierten Beratungseinrichtung zu den rechtlichen und technischen Möglichkeiten beraten lassen. In Paarbeziehungen wird Cyber-Gewalt häufig in Verbindung mit anderen Gewaltformen wie psychischer, körperlicher oder sexualisierter Gewalt ausgeübt. Oft versucht der Gewalt ausübende Partner auch nach einer Trennung, Macht und Kontrolle über die Frau auszuüben, und bedient sich dabei der virtuellen Welt und diverser technischer Möglichkeiten. Technologien können bei Gewaltbetroffenheit lebensrettend sein und Zugang zu wertvollen Informationen und Beratung bieten. Gleichzeitig können sie aber missbräuchlich verwendet werden, zum Beispiel zur Überwachung, Verfolgung oder Diskreditierung.

Sicherheit ist oft subjektiv.
Sicherheit ist ein zentraler Aspekt der Lebensqualität von Frauen und Mädchen. Wenn einer Frau Gewalt angetan wurde, ist es wichtig zu wissen, dass sie mit der Situation nicht alleine bleiben muss. Es gibt auch Sicherheits-Tipps, die das persönliche Sicherheitsempfinden von Frauen und Mädchen erhöhen und helfen sollen, mit gefährlichen Situationen besser umgehen zu können und sich gegebenenfalls Hilfe zu holen.


24-STUNDEN FRAUENNOTRUF: 01 71 71 9 (0-24 Uhr)

Unterstützung und Beratung bei:

  • Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung
  • sexueller Belästigung
  • Verabreichung von K.-o.-Mitteln
  • körperlicher Misshandlung wie Schlagen, Treten, Stoßen, Würgen
  • Psychoterror, Stalking, gefährlicher Drohung

wien.gv.at/frauennotruf
wien.gv.at/gewaltschutz