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People | 02.11.2020

"Ich bin bereit für die große Liebe"

„Ich bin bereit für die große Liebe“, sagte der international erfolgreiche Regisseur und Videoproduzent Rudi Dolezal, 62, im neuen look!. Während eines privaten Lockdowns in Miami hat Dolezal, der mit Musikgrößen wie „Queen“, David Bowie und den „Rolling Stones“ zusammengearbeitet hat, sein Leben neu sortiert. Das war nötig, denn die vergangenen zehn Jahre waren für den Vater zweiter Söhne (für die er das Sorgerecht hat) fordernd. „Ich war unendlich müde“, sagt er. In Amerika hat er sich „wieder gefunden“: Er schrieb ein Buch über Freddie Mercury, verzichtetet auf Alkohol, setzte auf gesunde Ernährung und auf Sport. Der neue Rudi Dolezal ist selbstkritischer und leiser. Nach dem einjährigen US-Aufenthalt kommt er nun zurück nach Österreich. In look! spricht er offen über Themen, die für ihn in Interviews bislang tabu waren.

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RUDI DOLEZAL. DER TALK.

Da in Miami hat’s 47 Grad. Kannst dir vorstellen, wie es ist, in der Hitz’ das Büro zu übersiedeln“, sagt Rudi Dolezal. Die Anstrengung muss sein, damit alles unter Dach und Fach ist, wenn er demnächst in die Heimat Österreich zurückkommt. Fast ein Jahr war Dolezal, 62, diesmal in den USA. Seit 2003 hat er in Miami Beach ein Büro und Apartment in der legendären Collins Avenue, direkt am Atlantik. 2019 zog er sich hierher zurück, um sein Buch „My Friend Freddie“ über den 1991 verstorbenen „Queen“-Frontman Freddie Mercury zu schreiben. Ein Jahr, das ihn verändert hat – optisch und mental. „Ich habe mich wieder gefunden“, sagt er.

Zuletzt machte Dolezal durch den Konkurs seiner österreichischen Firma und eine gescheiterte Kurzbeziehung Schlagzeilen. Beim Video-Interview zeigt sich ein neuer Rudi. Obwohl sein Sprechtempo noch immer an Maschinengewehrsalven erinnert, und er von der Autorin dieser Zeilen (wenn sie den Redeschwall nach fünf Minuten unter- bricht) bestimmt fordert „Lass mi bitte ausreden, i bring grad einen Gedanken zu Ende“, sind die Töne oft durchaus leise und selbstkritisch.

Seit mehr als 40 Jahren ist der Regisseur und Videoproduzent ein Fixpunkt im internationalen Musikbusiness. Er hat mit Größen wie „Queen“, David Bowie, Whitney Houston, den „Rolling Stones“ – und natürlich mit Falco – gearbeitet. Er kann auf zahlreiche Auszeichnungen und Grammy-Nominierungen verweisen.

Für 2021 ist Dolezal, der mehr als 2.500 Musikvideos produziert hat, als erster Österreicher für die Aufnahme in die „Rock and Roll Hall of Fame“ nominiert, in der Kategorie „Musikfilmer“.

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DAS INTERVIEW

 

look!: Rudi, man sieht’s Dir an, Du hast ziemlich abgenommen.

Rudi Dolezal: Ob ich jetzt ansehnlicher bin, ist die Frage. Ich hab‘ auch im Gesicht abgenommen, so viel, dass die Haut jetzt hängt. Aber das ist mir wurscht, es geht vor allem um meine Gesundheit. Ich hab in den vergangenen Monaten meine Blutdruckmedikamente um zwei Drittel reduziert. Durch gesünderes Essen, den Verzicht auf Alkohol – mittlerweile habe ich seit 270 Tagen keinen Tropfen Alkohol getrunken – und Sport. Ich laufe täglich, auf Instagram poste ich mich unter dem Motto „Run, Rudi, run“. Damit stelle ich mich absichtlich unter Beobachtung.

Wann geht’s zurück nach Österreich?

In den nächsten Tagen. Die Abreise hat sich immer wieder verschoben, weil ich für den Sender HBO am 7. November als Producer die große Gala mache, bei der fünf Künstler in die „Rock and Roll Hall of Fame“ aufgenommen werden, u. a. Whitney Houston. Das ist nach den Grammys die wichtigste Musiksendung der Welt. Das ist für mich eine wichtige Visitenkarte.

Warum warst Du diesmal ein ganzes Jahr in den USA?

Weil ich mein Buch „My Friend Freddie“ endlich fertigschreiben wollte – und das habe ich auch getan. Es erscheint 2021 in elf Sprachen. Das Buch kann man schon jetzt mit iund Widmung des Autors auf www.myfriendfreddie.com vorbestellen mit einer Anzahlung von zehn Dollar. Zielpublikum sind die 16 Millionen registrierten „Queen“-Fans auf der ganzen Welt. Ich bin also zu Weihnachten 2019 nach Miami geflogen und hab mich in Schreibklausur begeben Dann kam die Corona-Krise und ich ging in den privaten Lockdown. Ich hab’s genossen, denn ich war müde, ich habe mich viele Jahre lang selbst ausgebeutet, kreativ, energetisch und emotional. Rückblickend war ich vermutlich am tiefsten Punkt meines Lebens. Und ich wollte wieder zu mir selbst finden.

Was hat Dir die Kraft geraubt?

Es gab zwei große Trennungen in meinem Leben, die mir zugesetzt haben: die berufliche Trennung von Hannes Rossacher 2007. Und die Trennung von der Mutter meiner Kinder 2009. Ich musste die Firma plötzlich allein übernehmen, ein ungeheurer Druck und ein wahnsinniges Arbeitspensum. Dazu kam, dass ich bei der privaten Trennung (von Martina Pauser, Anm.) das Sorgerecht für meine beiden Buben Benny (heute 14) und Ruby (heute 17) wollte.

Warum wolltest Du unbedingt das alleinige Sorgerecht?

Weil ich Vater mit Leib und Seele bin! Ich bin nicht mit 40 Vater geworden bin, damit ich meine Kinder bei  einer Mutter abgebe und sie nur alle zwei Wochen sehe. Ich bin Vater geworden, weil ich Vater sein wollte. Aber natürlich besprech’ ich alles mit der Mutter der Buben, wenn es um Entscheidungen geht.

Bei unserer Trennung waren die Buben drei und sechs Jahre alt. Eine ganz schöne Herausforderung als alleinerziehender Vater. In Kombination mit der Firma war das ein Irrsinn. Ich habe wahnsinnig viel gearbeitet – Filme, Sendungen, Bücher, Termine im In- und Ausland.  Nach zehn Jahren hat mein ganzes System gesagt: Du bist zwar ein Büffel, Dolezal, aber jetzt hamma ka Kraft mehr.

Ich habe das schon zwei Jahre lang gespürt,  aber ich wusste nicht, was ich tun soll. Ich hackle seit meinem 17. Lebensjahr wie ein Verrückter. Und ich habe  vielleicht auch Talent, aber der Hauptgrund, warum ich gewinne, dass ich mit Größen wie „Queen“ und den „Rolling Stones“  gearbeitet habe und  arbeite, ist, weil ich ein konsequenter, fleißiger,  immer noch eins drauflegender Arbeiter war und bin. Von nix kommt nix.

Ich habe mir also immer mehr aufgeladen, der Druck wurde immer größer, dass ich alles schaffe, weil ich ja auch ein guter Vater sein wollte.

Gab es ein Erlebnis, das Dir klargemacht hat, dass es so nicht weitergeht?

Ich hab einfach gespürt, hoppala, ich leb ja überhaupt nicht mehr. Ich konnte mich etwa nicht erinnern, wann ich z. B. in Österreich privat in ein Konzert gegangen bin. Ich bin in Konzerte gegangen, um zu filmen, also um zu arbeiten. Ich habe nur gehackelt und mich um die Kinder gekümmert. Für die Kinder gekocht, schnell in die USA geflogen, um einen Videoclip zu schneiden, schnell wieder zurück, um bei den Kindern zu sein. Sonst bin ich zu Hause gelegen und war müde.

Allein der Umstand, dass ich neun Jahre Single geblieben bin, sagt alles. Die einzigen Frauen, mit denen ich Kontakt hatte, waren die Mütter beim Elternsprechtag, und die waren alle verheiratet. Meine längsten Beziehungen zu Frauen waren jene mit Stewardessen, mit denen ich während der Transatlantikflüge Small Talk gemacht hab.

Wie hast Du Dein Leben in diesem Jahr in Miami zum Besseren verändert?

Ich hab in der Früh Sport gemacht, danach an den Schreibtisch gesetzt. Ich habe wieder einmal zu rauchen aufgehört, auf Alkohol ganz verzichtet – von Kokain und harten Getränken hab ich mich ja schon vor 100 Jahren verabschiedet. Und ich bin nach Jahrzehnten eines sehr tollen Lebens draufgekommen, wie man ein noch besseres Leben führen kann. Und dazu gehört, dass weniger mehr ist. Das hat mir schon meine Mutter gesagt, aber der hab ich ja viel zu selten zugehört.

Wie hat sich die Coronakrise auf Deine Geschäfte ausgewirkt?

Gleich zu Beginn der Krise sind drei Einzelprojekte für Fernsehsender, die mein Leben finanziell sehr gut gesichert hätten, weggebrochen, sie wurden storniert. Plötzlich stehst du da und denkst dir: Hoppala, wie geht das jetzt weiter ... ? Und dann habe ich gemerkt, dass ich keinen Millimeter an Lebensqualität einbüße, wenn ich auf Dinge verzichte, von denen ich immer dachte, dass ich sie unbedingt brauche. Im Gegenteil, der Verzicht befreit. Das war mir vorher nicht bewusst.

Du bist sehr aktiv auf den Social-Media-Plattformen, etwa auf Instagram unter @rudi_dolezal, aber auch auf Facebook unter „Rudi Dolezal official“.

In meiner Zurückgezogenheit in Miami hab ich begonnen, mich damit zu beschäftigen und gemerkt, welche Kraft Instagram hat. Mittlerweile habe ich Follower aus mehr als 60 Ländern, die „Queen“- Fans weltweit haben mich entdeckt. Ich bin aber auch auf Facebook, Twitter und TikTok aktiv.

Kein Nikotin, kein Alkohol, gesundes Essen, Sport – was hat diese Umstellung mental mit Dir gemacht?

Mir ist klar geworden, wie ich leben will. Ich bin nach wie vor ein Besessener, aber beruflich möchte ich nur mehr das tun, was mir Spaß macht. Ich hab in den vergangenen zehn Jahren aus wirtschaftlichen Überlegungen so viel gemacht, an dem ich keinen Spaß mehr hatte, dass ich mich selber frustriert habe.

Und ich habe gelernt, mich von gewissen Dingen nicht mehr unter so großen Druck setzen zu lassen. Etwa den Mut zu haben, einen Tag lang keine Mails zu lesen, wenn ich gerade etwas mache, auf das ich mich voll konzentrieren will. Ich will mich nicht mehr zum Sklaven von Dingen machen, die ich viele Jahrzehnte als so wahnsinnig wichtig empfunden habe. Verlässlich und zuverlässig sein ist schon gut und wichtig, aber wenn ich meditiere, dann meditiere ich eben und rufe später zurück und nicht in der Sekunde.

Der neue Rudi ist sicher auch für die Umwelt ein viel angenehmerer Mensch. Ich war immer ein Getriebener, im unangenehmen Sinn, immer auf Druck unterwegs, hab immer gefordert – von mir übrigens am meisten. Ich hab immer geglaubt, ich muss funktionieren wegen des geschäftlichen und wirtschaftlichen Drucks, den ich mir selbst auferlegt habe. Aber davon habe ich mich befreit.

Geblieben ist mir, dass ich manchmal, wenn ich über meine Produktionen rede, noch ständig sage „Das war sehr erfolgreich“. (Lacht) Das ist eine ewige Gewohnheit, das könnte ich mir sparen. Ich bin erst jetzt im Alter draufgekommen, dass es besser ist, wenn man ein bissl weniger andrückt. Ich bin keine Legende, Freddie Mercury ist eine Legende. I’m just a filmmaker.

Florida ist einer der Corona-Hotspots, wie gehst Du damit um?

Wir haben ca 15.000 Neuinfektionen pro Tag. Ich war immer sehr vorsichtig, bin vom ersten Tag an nur mit Maske, Schild und Handschuhen vor die Tür gegangen. Viele haben gelacht, aber ich bin gesund. Selbst wenn ich nur eine leichte Covid-19-Form hätte, bliebe etwas an der Lunge zurück. Ich bin aber ein begeisterter Sporttaucher, wie mein jüngerer Sohn Benny. Und ich möchte dieses Hobby mit ihm bis ins hohe Alter ausüben.

Du bist 62. Was steht noch auf Deiner Agenda?

So dramatisch sehe ich das nicht. Ich habe immer gesagt, ich werde 120 Jahre alt. Daher ist 60 die Lebensmitte. Ich habe also noch viel Zeit. Die erste Lebenshälfte war die Pflicht, jetzt kommt die Kür. Und dazu gehört auch eine Beziehung. Ich bin kein geborener einsamer Wolf, und ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass die Richtige noch kommt.

Apropos Liebe: Du sagst, die Trennung von der Mutter Deiner Kinder hat sehr geschmerzt.

Für mich war das eine Familie, auch wenn wir nicht verheiratet waren. Nach der Trennung von Hannes Rossacher wollte ich diese meine Familie zur unbestrittenen Nummer eins machen. Und ich war sehr verletzt und enttäuscht, dass mein Versuch, eine Familie zu haben, nach zehn Jahren trotz wahnsinniger Energieanstrengung nicht funktioniert hat. Ich wollte mit 40 eine Familie als meinen sicheren Hafen. Und dann war ich plötzlich allein Kapitän auf diesem Schiff.

Du warst noch nie verheiratet ...

Das habe ich mir aufgespart, etwas, das ich noch mit keiner anderen Frau gemacht habe: heiraten. Und zwar ganz romantisch. Brian May, der „Queen“-Gitarrist, ist mir im Wort, dass er bei meiner Hochzeit „Love of My Life“ spielt. Egal, ob am Strand von Miami oder auf der Donauinsel.

Bist Du ein Macho?

Wie bitte? Ich bin ein Softie! Ein Mann, der mehr als 50 Prozent der Hausarbeit erledigt, der kocht, zusammenräumt und zu den Elternsprechtagen geht, ist sicher kein Macho.

Aber es stimmt schon, ich habe den Frauen in meinem Leben mit Sicherheit viel abverlangt. Die Frau bzw. Freundin vom Dolezal zu sein, war eine ganz harte Nuss. Durch meinen Beruf, ich war ja viel weg, durch die Öffentlichkeit, aber auch durch die Art, wie ich drauf war.

Dennoch haben einige Deiner Beziehungen lange gehalten, mit der Künstlerin Evi Tauchen warst Du 17 Jahre liiert.

Ich bin gern lang mit jemandem zusammen, denn mit der Zeit wird alles besser: du verstehst dich besser, aber auch der Sex wird besser. Du bist auf allen Ebenen eingespielt, hast viel gemeinsam erlebt und ge- teilt, das verbindet. Und das geht mir schon sehr ab.

Es gab aber auch sehr kurze und sehr öffentlich geführte Beziehungen.

Die fallen in die Kategorie „Die Irrtümer des Rudi D.“. Der erste große Irrtum war die Sarah Kern. Dann gab es eine Italo-Amerikanerin und der letzte große Irrtum war die Martina Reuter.

Die Beziehung mit der attraktiven TV-Moderatorin Martina Reuter sah aber zunächst ganz nach großer Liebe aus. Oder war’s nur ein PR-Gag?

Nein, das war kein PR-Gag, ich hab mich Hals über Kopf verliebt. Ich hab sogar einen peinlichen Liebesbrief geschrieben und gepostet. Dazu steh ich auch, so bin ich eben.

Wir haben uns bei einer Peter-Maffay-Präsentation kennengelernt. Ich war offenbar so überfällig durch das Alleinsein in den USA, dass ich verliebt in das Verliebtsein war. Ich habe alles in diese Beziehung hineinprojiziert, was ich mir von einer Liebe wünsche.

Aber es gab dann mehrere Situationen, schwere Differenzen, und da wir klar: Da muss Schluss sein, denn ab jetzt fang ich an zu leiden. Und zum ersten Mal in meinem Leben war ich konsequent, ich habe einen radikalen Schlussstrich gezogen. Früher habe ich das Ende von Beziehungen hinausgezögert, weil ich nicht wahrhaben wollte, dass es vorbei ist.

Mir war das Ganze auch zu öffentlich. Ich habe den gleichen Fehler gemacht wie damals bei der Sarah Kern. Sie ist bei mir in Purkersdorf eingezogen und am nächsten Tag stand schon ein RTL-Team vor der Tür, das eine Geschichte über unsere große Liebe drehen wollte. „Schatzl“, hab ich gesagt, „jetzt wart ma einmal, und schau ma, ob wir uns überhaupt lieben.“ Aber ich hab nachgegeben, weil sie gemeint hat, sie braucht als Designerin die PR.  Ich hab mit ihr ja dann sogar halbnackert auf einem Magazin-Cover posiert.

Deine beruflichen Pläne?

Ich sag’s wie Quentin Tarantino: Ich mache noch zehn Filme. Zwei davon sind schon in Planung. Jeder muss so gut sein, dass er Chancen auf einen Oscar hat. Denn ich habe meiner Mutter versprochen, dass ich einmal einen Oscar gewinne. In der Endauswahl für eine Oscar-Nominierung war ich ja schon, aber ich möchte für die Mama einen nach Hause holen. Das habe ich auch meinen Söhnen beigebracht: Was man verspricht, muss man halten.

Auch die Trennung von Deinem kongenialen Firmen-Kompagnon Hannes Rossacher 2003 hat Dir zugesetzt. Wie stehst Du heute zu Deinem „Torpedo Twin“?

Wir sind in „speaking terms“, und das freut mich. Es tut gut, das auszuheilen. Wir waren ja 27 Jahre ein „Paar“, unzertrennlich. Anfangs haben wir im selben Hotelbett geschlafen, weil wir kein Geld hatten. Jetzt können wir zumindest wieder miteinander reden. Oder er schickt ein SMS mit einem Daumen nach oben. Das passt schon, denn ein Mann der großen Worte war der Rossacher noch nie.

Wie kam’s zur Annäherung mit Hannes Rossacher?

Rob Bolland hat mich im Sommer angerufen, er hat Krebs und nicht mehr lange zu leben. Wir kennen uns ja ewig, er und sein Bruder Ferdi haben Falco-Hits wie „Rock Me Amadeus“, „Jeanny“ und „Vienna Calling“ geschrieben und produziert. Wir waren damals fünf Rotzbuam, die Bolland-Brüder, der Falco, der Rossacher und ich. Wir haben als Nobodys gegen alle Warnungen einen Welthit und  ein Weltklasse-Video geschaffen, „Amadeus“ war das weltweit meistgespielte Video 1986 und „Amadeus“ Nummer eins in den US-Billboard-Charts. Das hat uns für immer miteinander verbunden. Und Rob wollte, dass ich vor seinem Tod ein Interview mit ihm mache. Das ist mir unter die Haut gegangen und  ich habe dem Rossacher geschrieben, ob er weiß, wie  schlecht es dem Rob geht. Wir haben dann zweimal sehr lang telefoniert über den Rob Bolland, das waren sehr tiefe, menschlich Gespräche.

Und jetzt, beim Aufräumen in Miami, hab ich ein riesiges Elvis-Presley-Bild gefunden, das ich vor vielen Jahren für den Rossacher gekauft hab, weil er ein großer Elivs-Fan ist. Dann kam’s zum Zerwürfnis und ich hab ihm das Bild nicht mehr gegeben. Jetzt hab ich ihm geschrieben, dass er es jederzeit in Miami abholen kann.

Deine Pläne in der nahen Zukunft?

Ich habe den Sender DoRo TV gegründet, das ist im Augenblick ein YouTube-Sender, man kann ihn gratis abonnieren, es gibt viele unveröffentlichte Videos aus meinem Archiv.

In den nächsten fünf Jahren soll DoRo TV als Fernsehsender Realität werden. Ich bin jetzt schon mein eigener Intendant, ich brauch nicht mehr irgendwelchen Redakteuren etwas zu erklären, sondern ich kann sofort streamen oder einen Film in den sozialen Medien posten.

Ich mache etwa jeden Sonntag um 20 Uhr Wien-Zeit das Streaming „Rudi Backstage“, das Zehntausende Seher hat, auf allen Kanälen. Und für 2021 gibt es ein „Queen“-Projekt.

Du hast 32 Queen-Videos gemacht. Welcher Songtitel würde sich als Überzeile für Dein Leben eignen?

(Lacht) „The Show Must Go On“, aber mit einem Touch „Keep Yourself Alive“. Und immer hat für mich gegolten: „I’m Going Slightly Mad“. Auf das PS –„Love of My Life“– warte ich noch ...

Deine Söhne sind für Dich ...

Der Sonnenschein meines Lebens! . Ob „Rock and Roll Hall of Fame“ oder „Grammy“ – wenn einer der beiden sagt „Papa, ich hab dich lieb“ ist das tausendmal wichtiger als jeder Award.

Wie definierst Du nach einem Jahr innerer Einkehr den Sinn des Lebens für Dich?

Für mich ist der Sinn des Lebens, Kinder zu haben und ein guter Vater und Vorbild zu sein. Meine Söhne sind die Erfüllung meines Lebens. Der Sinn des Lebens ist es auch – und das ist wirklich ernst gemeint – ein immer größeres Schatzi zu werden, ein immer besserer Mensch. Und sich aufzumachen, um auf der Welt andere Schatzis zu suchen, mit denen man schöne Sachen machen kann.