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People | 15.02.2021

IDOLE SIND WEIBLICH

Großartig. Christine Dobretsberger interviewte für ihr neues Buch 18 Powerladies aus Wirtschaft, Sport, Politik, Medien und Kultur über ihren Werdegang, ihre Erfahrungen und Vorbilder. Es sind einfühlsame Porträts von Frauen, die inspirieren, begeistern und ermutigen.

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Autorin Christine Dobretsberger © Karl Schöndorfer

POWERLADIES IM PORTRÄT.

Wie gehen erfolgreiche Frauen mit privaten Herausforderungenum? Was sind ihreindividuellen Kraftquellen? Wie haben sie schwierige Lebensphasen gemeistert? Welche Begegnungen waren prägend? Wie lauten ihre lebenslangen
Leitsätze? Was raten sie jungen Frauen? Wie motivieren sie andere und vor allemsich selbst? Wie räumen sie gelegentliche Selbstzweifel aus dem Weg? Wie stecken sie Niederlagen weg? All diese und viele weitere Fragen stellte die Journalistin und Autorin Christine Dobretsberger 18 Ausnahmepersönlichkeiten, die ihr erfrischend ehrlich Rede und Antwort standen. Die Wienerin befragte u. a. Brigitte Bierlein, Emmy Werner, Helga Rabl-Stadler, Petra Kronberger, Elisabeth Gürtler, Helene Klaar, Helga Kromp-Kolb, Renate Holm, Maria Rauch-Kallat, Uschi Pöttler-Fellner, Erika Pluhar, Lisl Wagner-Bacher und Heide Schmidt.

Bereichernde Lektüre. Dieses Buch muss man jeder Frau – unabhängig von Alter oder Beruf – wärmstens ans Herz
legen, denn so unterschiedlich der berufliche Werdegang oder die Persönlichkeit dieser weiblichen Role Models auch
sein mögen, ihr Mut, ihre Ausdauer, ihr Kampfgeist, ihre Disziplin, ihr Fleiß und vor allem der Glaube an sich selbst vereint sie. Und macht sie zu dem, was sie heute sind: Leading Ladies, Vorreiterinnen, Lichtgestalten, Vorbilder
und Ikonen.

Das Buch "Idole sind weiblich" von Christine Dobretsberger ist seit 11. Februar im (Online-) Handel erhältlich.

Hier ein kleiner Vorgeschmack:

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© Bernhard Müller / Doris Wild & Team

PRÄSIDENTIN DER SALZBURGER FESTSPIELE HELGA RABL-STADLER.


Starke Mutter. Meine Mutter hat mir zum Beispiel unbegrenzte Belastbarkeit vorgelebt. Bei uns zu Hause wurde das Leistungsprinzip ganz großgeschrieben. Mir wurde vermittelt, wenn man etwas wirklich will, schafft man es. Wie schrieb der Gründer der Salzburger Festspiele Hugo von Hofmannsthal: „Wenn der Wille nur erwacht, ist schon fast etwas erreicht.“
Mutmacher Gerd Bacher. Der größte Mutmacher in meinem Leben war allerdings mein Vater Gerd Bacher. Ohne ihn hätte ich nie den Mut gehabt, zu allen beruflichen Herausforderungen, die mir reizvoll und interessant erschienen, Ja zu sagen, denn ich bin sehr bescheiden erzogen worden. Dass Gerd Bacher mein leiblicher Vater ist, erfuhr ich erst mit 21 Jahren, aber als wir uns kennenlernten, war das auf beiden Seiten Liebe auf den ersten Blick ...

Ewiger Tatendrang. Es gibt eine weitere Parallele zu meinem Vater: diese Freude am Tun, diese Freude, mit guten Leuten zusammenzuarbeiten, diese Freude, wenn mir selbst oder anderen etwas gelingt. Ich bin nicht deshalb erfolgreich, weil ich so eine Streberin bin, sondern ich habe Erfolg, weil ich andere zum Denken und Tun begeistern kann.

Lebensmotto: „Kein Talent zur Frustration.“

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© Sabine Gruber

SCHAUSPIELERIN ANDREA JONASSON


„Ich verkaufe mich nicht“ (Eleonora Duse)

Duse muss für die damalige Zeit eine sehr moderne Frau gewesen sein – im Gegensatz zu Sarah Bernhardt, die in ihrem ganzen Auftreten ja die große Diva war. Ein Zitat von Duse ist mir in besonderer Erinnerung geblieben: „Wenn ich
eine Rolle spielen müsste, die absolut nicht zu mir passt, nur weil mir gesagt wird, du musst doch einen Vertrag erfüllen oder Geld verdienen, würde ich es nie tun, da würde ich mich wie eine Hure fühlen. Ich verkaufe mich nicht.“ Das hat
mich sehr beeindruckt. Eigentlich war sie ausschlaggebend, dass ich mir dachte: Vielleicht probiere ich es doch mit diesem Beruf. Vorbildhaft in Sachen Disziplin. Disziplin habe ich nicht nur bei Gründgens, sondern auch beim Theaterspielen in Italien gelernt. Am Piccolo Teatro di Milano wurde sechs Tage die Woche en suite gespielt. Wenn man absagte, fiel die Vorstellung aus, und die Schauspieler bekamen kein Geld. So weit kam es aber nie. Giorgio hat oft gesagt: „Du bist wie ein
deutscher Panzer – wenn du 40 Grad Fieber hast, gehst du da durch.“ Ich muss auch sagen, Theaterspielen scheint gesund zu sein. Oft war es so, dass nach der Vorstellung das Fieber dann rausgeschwitzt war ...

Lebensmotto: „Ich erhoffe nichts, ich fürchte nichts, ich bin frei.“ (Nikos Kazantzakis)

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JOURNALISTIN, AUTORIN, MEDIENMACHERIN USCHI PÖTTLER- FELLNER


Ein Magazin hat eine Seele. 1992 gründeten wir die Verlagsgruppe News, und neun Jahre später entwickelte ich das Magazin Woman. Mein Vision war, ein aktuelles Frauenmagazin herauszubringen, das war damals ein absolutes Novum. Woman war trendsetzend und Vorbild für viele Frauenmagazine. Ein Magazin ist wie ein lebendes Objekt, wie eine Person,
mit der man sich ständig beschäftigen und die man immer neu erfinden muss. Die Gründung von look! war für mich ebenfalls eine Sternstunde, weil dieses Projekt auch ein Reset war. Die Herausforderung war, ein Magazin zu entwerfen, das die Uschi von früher überholt. Mit look! und den Bundesländerinnen sind wir mittlerweile in Österreich die
erfolgreichste Frauenmagazingruppe. Es ist schon cool, den Platzhirschen, den man selbst geschaffen hat, zu überholen!

Zauberwort Leidenschaft
. Was ich jungen Frauen in der Medienbranche raten würde? Mach das, wofür du dich interessierst und mache es mit Leidenschaft.

Lebensmotto: „Wer will, findet Wege, wer nicht will, findet Gründe.“

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© Ursula Röck

SCHEIDUNGSANWÄLTIN HELENE KLAAR

Anzustrebendes Ideal. Mein Vater Dr. Bernhard Klaar war Rechtsanwalt undceinerseits sicherlich für mich ein Vorbild, aber er war mir in einigen Punkten auch ein warnendes Beispiel. Ich erkannte recht bald: So kann und möchte ich einmal nicht leben oder auftreten, das liegt mir nicht...

Empathie für fremde Probleme. Ob es belastend ist, sich täglich mit kaputten Beziehungen auseinanderzusetzen? Ja, es ist belastend. Im Gegensatz zu Psychologen lernen Anwälte ja nicht, sich abzugrenzen. Ich persönlich grenze mich gar nicht ab, ich leide mit. Eine Freundin von mir, die eine Ausbildung als Analytikerin gemacht hat, meinte einmal, ich habe offenbar eine besonders glückliche Kleinkindzeit gehabt und halte deshalb viel aus. Das ist sicher richtig. Ich war ein sehr geliebtes, behütetes Kleinkind und habe die Unannehmlichkeiten des Lebens erst im Kindergarten und in der Schule kennengelernt. Das macht einen belastbar.