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People | 08.03.2018

Im Bad mit Dagmar Koller

Sie ist die Influencerin unseres Herzens – und auch irgendwie ein Phänomen: 78 lebenslustige Jahre jung, sticht Dagi Koller mit ihrerEnergie so manche Mittzwanzigerin aus. Wie sie ihr Ballerina-Figürchen fit hält, welche 2-Euro-Creme sie strahlen lässt und warum manchmal ein Stamperl sein muss, verriet uns die Bühnendiva in ihrem Boudoir.

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Schöne Einblicke. Die Grande Dame ließ uns in ihr Allerheiligstes – ihr Bad. Das Pflegeregime wird selbst nach lustigen Abenden streng befolgt. © Stefan Joham

Sie ist schlicht eine Wucht: Trifft man die rastlose Dagmar Koller zum Interview, ist es ein bisschen so, als würde man die coole Lieblingstante besuchen. Spitzmädisch mit blitzenden Augen, kredenzt sie uns zu Kaffee und Keksen auch den „guten“ Wodka und tänzelt durch die Wohnung wie ein aufgeregter Teenager. Der geliebte Helmut Zilk ist allgegenwärtig und lächelt von Kommoden und Wänden. „Da schau, sogar mein Schlafzimmer wird vom Zilk bewacht“, lacht sie und deutet auf eine Karikatur des ehemaligen Bürgermeisters.

 

 

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Beauty-Talk. Blondinen unter sich: Kaffeeklatsch mit einem Schuss Wodka – Interviews mit „der Koller“ sind immer ein Erlebnis! © Stefan Joham

Schönheitsrefugium. Dagmar Koller genießt das Leben mit all seinen Köstlichkeiten. Ausgiebige Pflege­rituale  in ihren prächtigen Boudoir-Räumlichkeiten zählen genauso dazu ...

 

look: Haben Sie einen Lieblingsduft?

Dagmar Koller: Ich verrate Ihnen etwas, was ich sonst niemandem erzähle. Ich mische meine Eaux de Toilette! Angel von Thierry Mugler und Twilly von Hermès. Die Düfte trage ich aber nicht am Hals, sondern nur am Dekolleté auf. Da ist es nicht so intensiv. Meine Busenhalter riechen alle so gut (lacht)!

 

Wie wichtig ist Ihnen Pflege?

Ganz wichtig. Ich pflege mich intensiv und verbringe sehr viel Zeit damit. Durch das Tanzen lege ich großen Wert auf die Füße. Das Leben fängt überhaupt erst an, wenn man seine Füße gepflegt hat.

 

Verfolgen Sie eine strikte Routine?

Ja und die wird eisern befolgt. Ich würde nie mit Make-up schlafen gehen. Jeder Mann in meinem Leben hat eine vollkommen abgeschminkte Dagmar neben sich erlebt. Ich brauche sehr viel Fett im Gesicht, weil meine Haut so trocken und dünn ist. Am liebsten die klassische Nivea-Creme. Ich muss nämlich so viel schmieren, dass ein teurer Tiegel in einer Woche leer wäre. Die Falten sind bei mir auch Lachfalten, ich lache sehr viel. Das Gesündeste ist nämlich die Seele. Die Seele brauchst du. Wehe, wenn dir einer die Seele verletzt. Dann bist du schwer dran. Das Herz kann man flicken. Die Seele hat mir noch nie jemand verletzt. Da passe ich sehr auf. Da habe ich eine Jalousie runtergezogen.

 

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© Stefan Joham

Schönheitsempfinden einst und heute – wie haben Sie den Wandel erlebt?

Früher mussten alle aussehen wie Brigitte Bardot. Und jede hat so ausgeschaut, nur ich nicht. Ich hatte nie ein Puppengesicht. Meinen Busen, der nie so groß war wie der von der Bardot, hab ich mir immer ausgestopft. Alle haben geglaubt, ich hätte einen Riesenbusen. Meine größte Angst war, dass einer von den jungen Burschen mit dem Ellen­bogen ankommt. Die hätten doch gespürt, dass da weiß Gott was drin ist! Inzwischen konzentriert sich alles auf den Mund. Gemachte Münder sind schrecklich. Da kriegst ja einen Schock! Ich finde, ob dick oder dünn, jede Frau hat etwas Reizvolles. Wenn sie Charakter und Geist hat, ist sie schön. Mir gefallen ja die etwas molligeren Frauen ohnehin viel besser. Leider verlangt es mein Beruf, schlank zu sein.

 

Was halten Sie von Botox & Co?

Gar nichts. Botox ist lebensgefährlich. Das hat mir die Shirley MacLaine beigebracht. Die hat vor langer Zeit zu mir gesagt: You never start with Botox. Schauen Sie sich an, was für eine herrliche Zornesfalte ich hab! Die setze ich auch gerne ein.

 

Ihr Mantra in Sachen Schönheit?

Ich weiß gar nicht, was mein ­Mantra ist. Ich kümmere mich nicht um solch Pfuscherei. Das ganze indische Zeug ist allerdings wertvoll für uns. Ich kann gut indisch tanzen, vor allem mit den Fingern. Das übe ich immer, damit sie schön gelenkig bleiben. Die Inder haben wunderbar weiche Hände, die können sie ganz nach hinten biegen.

 

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Sammel-Tick. Tiegel, Tuben, Flakons – besonders schöne Stücke werden nicht weggeworfen, sondern hübsch drapiert. „Sie sind längst verbraucht, die Falten haben sie trotzdem gebracht“, lacht die Musical-Lady. © Stefan Joham

Ihre größte Beautysünde?

Der Alkohol! Ich habe mein ganzes Leben immer gerne getrunken. Aber nur ein Schluckerl zur Entspannung. Ich glaube, dass Alkohol austrocknet. Aber meine größte Beautysünde war, als ich richtig betrunken war. Das war erst zweimal im Leben. Einmal bin ich auf allen Vieren in mein Hotelzimmer gekrochen. Da hatte ich wirklich Angst, dass mich jemand sehen könnte und sich denken würde: „Mein Gott, die Koller kriecht da entlang.“

 

Ihr wichtigstes Utensil im Kosmetiktascherl?

Ohne Wimperntusche kann ich nicht leben! Dann hätte ich überhaupt keine Augen (lacht)! Für die Lippen brauch ich nix, weil da schmiere ich mir oft die Butter in Restaurants drauf, wenn sie trocken sind. Butter ist sehr gut zum Lippen-Schmieren!

 

 

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Nicht zu stoppen. Auch wenn der Abend noch so lang war (Dagi geht jeden Tag aus!) – abgeschminkt wird immer. © Stefan Joham

Welche Frisur würden Sie niemals in Erwägung ziehen?

Ich hab schon alles ausprobiert. Eine Glatze würde ich aber nicht scheren lassen. Weil man dazu ein schönes Gesicht und einen tollen Hinterkopf braucht. Und ich hab bei Gott keinen tollen Hinterkopf!

 

Wie halten Sie sich fit?

Wir müssen zufrieden sein, wenn uns der Herrgott eine gesunde Figur geschenkt hat. Man kann heute so viel mit Gymnastik verbessern. Man kann auch weniger essen. Ich bin so schlank, weil ich nix esse! Eigentlich zu dünn für mein Alter. Ich hab gemerkt, dass ich ein paar Kilo zunehmen muss. Und schon ess ich ein Stück Schokolade (greift zum Tisch). Ich mache jeden Tag mein Balletttraining und laufe so oft es geht in High Heels rum. Das trainiert den Hintern!

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Prachtband. Private Einblicke ins bunte Leben der Operettendiva: „Dagmar Koller – Goldene Zeiten“, erarbeitet von Michael Balgavy, Verlag für moderne Kunst. © Stefan Joham