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People | 27.05.2021

LIEBE IST ... „unser erstes Baby“

Künstlerin und Musikerin Virginia Ernst und ihre Frau Dorothea bekommen im Sommer ein Baby. Im exklusiven look!-Interview erzählt Virginia die große Liebesgeschichte zweier Frauen, die füreinander bestimmt sind.

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© Elisabeth Lechner

KRÖNUNG EINER LIEBE

look!: Eure Liebesgeschichte – wie hat sie begonnen? Wo seid ihr einander erstmals begegnet und ab wann stand der Entschluss fest, zusammenbleiben zu wollen?

Virginia Ernst: Das erste Mal haben wir uns am 16. Juli 2016 im Volksgarten bei einem After-Work-Event getroffen.Wir waren beide mit ein paar Freundinnen dort, um den Tag nett ausklingen zu lassen. Durch Dorotheas Freundin, die ein Fan von mir war, kamen wir zum ersten Mal in Kontakt. Wir lernten uns jedoch erst ein paar Tage später näher kennen, trafen uns in der Stadt und spazierten durch die Gassen.

Es war ein unvergesslicher Abend, in dem wir von einer Bar zur nächsten zogen, viele Menschen kennenlernten, auf der Straße sangen und vor allem unheimlich viel lachten, bis ich Dorothea um 10 in der Früh mit meinem Auto nach Hause gebracht habe. Und als sie aus dem Auto ausstieg und sich unsere Blicke getroffen haben, wusste ich, dass ich diese Frau heiraten werde. Drei Wochen später habe ich ihr einen Heiratsantrag gemacht.

Das klingt nach Liebe auf den ersten Blick und einer spontanen Lebens-Entscheidung ...?

Ja, der Antrag kam spontan bei einer „Fête Blanche“, aber vor allem kam er von Herzen und deswegen war der erste Verlobungsring auch aus Alufolie, vom Barmann persönlich selbst gemacht. Zwei Tage später kam ich mit dem richtigen Verlobungsring und Dorothea sagte ein zweites Mal Ja zu meiner Frage. Wir überrumpelten damit unsere Freunde und Familien, die zum Teil von unserem Zusammensein noch nicht einmal etwas wussten. Aber das war uns egal, denn wir wussten, dass wir unser Leben von nun an nur noch zusammen bewältigen wollen, komme was wolle. Deshalb zogen wir schon von Anfang an zusammen und lernten die Macken deranderen kennen. Und auch lieben (lacht).

Im August 2017 habt ihr eure Traumhochzeit gefeiert, Dorothea im Prinzessinnenkleid, du im Frack ...

Es war wie im Märchen! Ein unglaublich schönes Fest! Heute können wir beide sagen, dass die Gefühle zueinander noch viel stärker geworden sind. Krisen haben uns noch näherzusammenwachsen lassen. Ich muss dazu sagen, Dorothea war in den Jahren davor immer nur mit Männern zusammen – ich bin ihr quasi passiert. Ein gutes Beispiel dafür, dass man sich nicht in das Geschlecht, sondern in den Menschen verlieben kann.

Und wie sieht deine Liebes-Vergangenheit aus?

Ich hatte zwar immer wieder längere Beziehungen mit Frauen, aber es war nie „die eine“ dabei.

Wann ist bei euch konkret der Wunsch nach einem Kind gereift, bzw. wann habt ihr euch nach passenden Möglichkeiten umgesehen?

Ich bin zwar in einer Großfamilie aufgewachsen, hatte die Familienplanung aber eher noch nicht am Radar. Erst mit Dorothea kam der Wunsch nach einer Familie. Dorothea ist auch in einer Großfamilie aufgewachsen, sie wollte immer eine eigene Familie haben und selber Mama sein. Und schon bei unserem Kennenlernen war für uns klar, dass wir diesen Weg gemeinsam gehen wollen. Der Fokus lag bei uns nie auf „das kann nicht funktionieren, weil wir zwei Frauen sind“. Natürlich war uns bewusst, dass wir andere Möglichkeiten in Betracht ziehen müssen, haben aber nie etwas dagegengestellt.

Wie ist eure Familie eurem Kinderwunsch begegnet? Gabes da Bedenken an der Art der Durchführung oder von Anfangan Euphorie? Was haben eure jeweiligen Mütter gemeint?

Nachwuchs ist immer schön! Jede Mami und auch jedes Familienmitglied hat sich gefreut! Bei Dorotheas Familie ist es das erste Enkelkind, bei meiner Mama schon das achte.

War euch bewusst, dass ein gleichgeschlechtliches Paar mit Kinderwunsch an gesellschaftlich akzeptierte Grenzen stößt? Wie geht ihr damit um, bzw. was sind eure Erfahrungen dazu?

Dass es nach wie vor ein sehr sensibles Thema in unserer Gesellschaft darstellt, ist uns bewusst. Aber wir haben es nie als „nicht normal“ angesehen. Wir haben nie die Aufmerksamkeit drauf gerichtet, dass es für jemanden ein Problem darstellen könnte.

Wie genau habt ihr euch mit der Methode der Befruchtung beschäftigt? Und wie wird in solchen Fällen der Vater des Kindes ausgesucht?

Dorothea hat mir die Auswahl des Samenspenders überlassen. Jede Klinik führt ein anderes System. In unserem Fall war es so, dass wir einen Fragebogen bekommen haben, beidem wir grob angeben konnten, in welche Richtung der Spender optisch als auch charakterlich gehen soll. Zusätzlich hatten wir auch noch ein Gespräch mit einer netten Dame, die uns diesbezüglich betreut hat – so konnte sie sich auch noch ein Bild dazu machen, welcher Spender am besten zu uns passt. Dann bekamen wir eine kleine Auswahl mit einemkurzen Profil von den jeweiligen möglichen Spendern, ohne Foto. Dann ist es an uns gelegen, einen auszuwählen.

Wie wird euer Kind euch später nennen? Mama und Mama?

Wir haben für uns entschieden, dass wir etwas Eigenes kreieren werden. Meine Mama wird auch nicht „Oma“ genannt– sie hat sich für „Momo“ entschieden. So möchten wir es bei unserem Kind auch handhaben – einfach eigene Bezeichnungen kreieren (lacht).

Wie möchtet ihr euer Kind erziehen, das heißt, welche Werte sind euch wichtig bei der Erziehung?

Hier werden wir wohl hineinwachsen müssen und mitSicherheit auch falsche Entscheidungen tre en. Aber wichtigist, dass wir Ehrlichkeit, Ethik und Vertrauen umzusetzen versuchen, und das Wichtigste ist die Liebe, die wir geben!

DAS GESAMTE INTERVIEW FINDET IHR IN DER LOOK! JUNI AUSGABE!

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LEBENSMENSCHEN. „Schon bei unserem Kennenlernen war klar, dass wir den weiteren Weg gemeinsam gehen wollen“, sagt Virginia Ernst. „Und mit Dorothea in meinen Leben kam auch bei mir der Wunsch nach einer eigenen Familie.“ © Elisabeth Lechner. Location: Whitewood Studio