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People | 27.02.2019

„Mehr Zeit zum Leben!“

AK Präsidentin Renate Anderl über Arbeitszeiten und lange Arbeitswege und leistbare Mieten.

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AK Präsidentin Renate Anderl. © Sebastian Philipp, BAK

Rund 235.000 Menschen pendeln nach Wien in die Arbeit. Lange fahren, lange arbeiten und dann vielleicht auch noch die Kinder wo hinbringen. Was muss sich tun, damit die Menschen wieder mehr Lebens- statt Fahrzeit haben?

 

AK Präsidentin Renate Anderl: Ohne Frage – der Druck in der Arbeitswelt steigt. Es rasen zwei Züge aufeinander zu – immer längere Arbeitszeiten und immer längere Wegzeiten. Auf der Strecke bleiben die Familien, das Privatleben und die Sicherheit. Die Menschen brauchen mehr Zeit zum Leben. Wir brauchen Arbeitszeiten, die zu den Menschen passen und schnellere Arbeitswege durch den weiteren Ausbau der Bus- und Bahn-Angebote.

 

Was verlangen Sie konkret?

Anderl: Ein Arbeitszeitgesetz, das den Wünschen der Menschen entspricht, müsste ein Recht auf die Vier-Tage–Woche enthalten. Davon würden Pendlerinnen und Pendler mit langen Wegen profitieren. Gleitzeit, dort wo es für die Menschen passt sowie ein leichterer Zugang zur 6. Urlaubswoche. Bei den Öffis gibt es leider noch immer keinen durchgängigen 15-Minuten-Mindesttakt auf allen S-Bahn-Linien und beim Bahn-Ausbau sollte es keine weiteren Verzögerungen geben.

 

 

Sie setzen sich auch schon länger dafür ein, dass Mieter und Wohnungssuchende entlastet werden. Hier geht aber nichts weiter. Warum?

Anderl: Die Stadt Wien tut eh alles, damit so viel wie möglich gebaut wird – aber im privaten Bereich steigen die Mieten trotzdem extrem. Wohnen wird für immer mehr Menschen, vor allem junge, immer weniger leistbar. Es ist einfach nicht fair, dass Entlastungen für Mieterinnen und Mieter immer wieder auf die lange Bank geschoben werden.

 

 

Wie sieht ihr Wohn-Entlastungsprogramm aus? Was wollen Sie genau?

Wir verlangen einen Wohnbonus, also einen steuerlichen Absetzbetrag für Wohnkosten. Die Regierung plant eine Steuerreform, dabei müssen auch die Mieterinnen und Mieter sowie Eigentümerinnen und Eigentümer entlastet werden. Überdies ist ein neues Mietrecht überfällig. Für private Wohnungen muss es Mietzinsobergrenzen geben. Die Zu- und Abschläge müssen klar definiert sein. Außerdem soll die Maklerprovision nicht mehr von Mieterinnen und Mietern gezahlt werden müssen.