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People | 11.09.2019

Miss Musical

Mit Stimmgewalt, Strahlkraft und umwerfendem Charme schaffte es Ana Milva Gomes in die A-Liga der Musicalstars. Ab 20. September sorgt sie als Grizabella im Bühnenklassiker „Cats“ für unvergessliche „Memories“.

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„Ich bin ein Hundemensch und hatte immer Angst vor Katzen!“ © Bubu Dujmic

Sie überzeugte in Elton Johns „Aida“ ebenso wie in der Hamburger Inszenierung von „Der König der Löwen“ oder im Musical „Tarzan“. 2011 übersiedelte Ana Milva Gomes, gebürtige Niederländerin mit kapverdischen Wurzeln, nach Wien und feierte in „Sister Act“, „Mamma Mia!“ oder „Mozart“, aber auch als „Dancing Star“, große Erfolge. Ab 20. September darf die Darstellerin mit der grandiosen Stimme auf der „Cats“-Bühne im Ronacher sowohl Krallen als auch ihre sanften Pfoten zeigen.

look: Wie viel Katze steckt in Ihnen?

Ana Milva Gomes: Ganz ehrlich: Ich bin ein Hundemensch und hatte immer Angst vor Katzen. Meine beste Freundin als Kind, bei der wir am Wochenende immer Pyjama-Partys veranstaltet haben, hatte eine eigenartige, verrückte rote Katze, die uns ständig attackiert hat. Das war furchterregend! Aber ich finde Katzen gleichzeitig auch faszinierend, weil sie grazil und schön sind und komplett eigenständig. Mit einem gesunden Abstand beobachte ich sie sehr gerne.

Und wie bereitet man sich darauf vor, künftig eine Katze zu sein?

An den ersten Probetagen sind wir tatsächlich als Gruppe auf dem Boden herumgekrabbelt und haben diverse Übungen gemacht. Am Anfang muss man sich dazu überwinden, aber wenn 37 Menschen dasselbe tun, macht man es einfach. Es macht ja auch Spaß!

 

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© Bubu Dujmic

Bisher haben mehr als 73 Millionen Menschen weltweit „Cats“ gesehen. Was macht für Sie den Reiz des Stückes aus?

Es ist die Mischung aus großartiger Musik und Akrobatik. Meine Kollegen sind unglaublich athletisch. Das Stück ist außergewöhnlich, es gibt sehr viele Metaphern in der Show, die ich erst jetzt, wo ich selber daran arbeite, so richtig verstehe. Es ist einfach großartig geschrieben. Das alles zieht die Leute an.

„Cats“ genießt auch in Wien Kultstatus und lief in der Erstversion sieben Jahre lang. Macht Sie das nervös?

Ich weiß natürlich, dass das Stück bereits von großartigen Darstellern
gespielt wurde. Als ich „Sister Act“ gemacht habe, durfte ich Whoopi Goldberg kennenlernen, die mir geraten hat, mein eigenes Ding zu machen und mir auf keinen Fall sie zum Vorbild zu nehmen. Das habe ich mir seitdem immer zu Herzen genommen. Es gab von allen Musicals, die ich bisher gespielt habe, immer schon andere Versionen, aber ich schaue und höre mir diese grundsätzlich nicht an, damit ich meine eigene Version kreieren kann, auf die ich dann auch stolz sein kann. Ich vergleiche mich nicht mit anderen Leuten, sonst wird man verrückt.

 

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© Bubu Dujmic

„Memory“ ist quasi das Herzstück des Musicals, bei dem die ganze Welt an Barbra Streisand und ganz Wien an Angelika Milster denkt. Wie werden Sie diese Hymne zu Ihrer eigenen machen?

Ich bin Ana Milva Gomes und kann es nur so machen, wie ich es eben kann. Natürlich habe auch ich Barbra Streisand im Ohr, aber ich denke mir, nein, ich bin nicht Barbra, ich bin Ana und mache meine eigene Version daraus.

Musical hat immer mit großer Emotion zu tun. War das auch die Motivation für Sie, in dieses Metier einzusteigen?

Nein, ich wollte Tänzerin werden, und zwar Background-Tänzerin von Janet Jackson. Das war mein Ziel (lacht)! Ich habe zwar die Musicalausbildung gemacht, aber nur weil es an der Schule in Amsterdam die besten Lehrer im Bereich Tanz gab. Ich wusste schon, dass ich da auch singen und schauspielern würde müssen, aber ich dachte, das kriege ich schon hin. Bei der Ausbildung lernt man dann mehr über Musical, sieht Fred Astaire, tanzt Szenen aus der „West Side Story“ – da erst begann mein Interesse zu wachsen. Im letzten Jahr darf man dann schon Auditions machen, was ich auch getan habe. Ich ging sehr unbeschwert an die Sache heran und habe sofort drei Jobangebote bekommen. Das hat mich überrascht, ich dachte, okay, dann verdiene ich jetzt erst einmal ein Jahr lang Geld und gehe dann nach New York (lacht).