Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 05.05.2018

Motto: Fit für die Zukunft

Bettina Augeneder, Human-Resources-Chefin bei Coca-Cola HBC Österreich, über Frauenpower im eigenen Unternehmen, Change Management und die Herausforderungen der digitalen Transformation.

Bild Portraitfoto_Bettina_Augeneder.jpg (1)
Bettina Augeneder, ­Human ­Resources Director bei Coca-Cola. © beigestellt

Von den über 1.000 Mit­arbeitern bei Coca-Cola HBC Österreich sind ­viele weiblich. Auch in den technischen Berufen und in der Führungs­etage. Bettina Augeneder, ­Human ­Resources Director bei Coca-Cola, ist selbst das beste Beispiel dafür. Im Talk mit Business look! erklärt sie, wie sie den Herausforde­rungen ­eines ­neuen Arbeitsmarktes ­begegnet und Frauen im Unternehmen fördert.

 

 


B-look: „Change is our Life“ – das Motto beim look! Business Award 2018. Wann haben Sie im Unternehmen ­bemerkt, wie sehr die digitale Transformation die Arbeitswelt auch bei Coca-Cola HBC Österreich verändert?


Bettina Augeneder: Uns begleitet das Thema schon sehr lange, da wir durch unsere internationale Struktur sehr früh mit Entwicklungen konfrontiert sind, diese gezielt beobachten und für uns nützen. Auch unser Tätigkeitsfeld – neue Getränkesegmente zu entwickeln und in Österreich zu etablieren – erfordert es, immer vorauszudenken. Somit sind Change Management und die Transformation des Arbeitens und der Arbeitskultur Themen, die uns ständig beschäftigen.

 

 

Wie machen Sie in Ihrem Unter­nehmen die Mitarbeiter fit für die digi­tale Zukunft?

Wir machen uns und unsere ­Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fit, indem wir uns im Senior-Leadership-Team bemühen, selbst voranzugehen, unsere Teams zu coachen, neugierig zu machen, ihnen auch den Raum zu ­geben, Dinge auszuprobieren, neue Wege zu gehen. Am wichtigsten ist, dass wir Führungskräften ganz klar Sicherheit geben und sie ermu­tigen: Nütze die Möglichkeiten, pro­biere aus, lasse dabei auch Fehler zu, wichtig ist, dass du dich weiterentwickelst und damit auch unser Business positiv beeinflusst.

Bild Mitarbeiterin_EDT.jpg
Zukunftsweisend. Frauen in technischen Berufen sind bei Coca-Cola HBC Österreich längst keine Ausnahme mehr. © beigestellt

Coca-Cola HBC Österreich legt großes Augenmerk auf die weiblichen Mitarbeiter und die Förderung und Weiterbildung der Frauen im Unternehmen. Was genau tun Sie für ­Frauen? Und was soll in Zukunft noch realisiert werden?


Der Konzern bietet ein inter­nationales Frauennetzwerk, das dabei unterstützt, Frauen auf künftige Kar­riereschritte vorzubereiten. Dazu gibt es dementsprechend maßgeschnei­derte Ausbildungsprogramme. In Österreich haben wir das Zertifikat „beruf und familie“ erhalten und uns gemeinsam mit den Mit­arbeitern Ziele gesetzt, die wir erreichen wollen, um als Arbeitgeber noch attraktiver zu werden. Uns ist es wichtig, den Mitarbeitern einen Ausgleich zur Arbeit zu ermöglichen, daher bieten wir auch flexible Arbeitszeitmodelle an. Dazu sind bei uns immer mehr inter­essante Aufgaben auch in Teilzeit­beschäftigung möglich, um vielfältige Lebensformen zu unterstützen.  

 

 


Auch in der Führungsetage sind viele Frauen. Sie selbst als HR Director sind das beste Beispiel dafür. Vielleicht können und wollen Sie an dieser Stelle andere Konzerne von den Vorteilen der Gleichberechtigung überzeugen und von Ihren guten Ergebnissen berichten?


Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ­gerade bei großen, internationalen Unter­nehmen Gleichberechtigung schon sehr lange angekommen ist – zumindest soweit ich das überblicken kann. Dennoch sind wir alle aufgerufen, das auch aktiv zu steuern und Gleichberechtigung zu einer Selbstverständlichkeit zu machen. Es gibt zahlreiche Untersuchungen – und ich kann das nur bestätigen –, dass ­paritätisch besetzte ­Geschäftsführungen Unternehmen anders – erfolg­reicher – führen als rein männlich ­besetzte. Und ich sehe jeden Tag Beispiele im ­Kleinen wie im Großen, wie sehr Teams davon profitieren, dass sie völlig geschlechts­unabhängig besetzt sind und Kompetenz entscheidet.  

Bild 180410-058©KatharinaSchiffl_6407.jpg
Frauen an der Spitze. Die Leading Ladies von Coca-Cola HBC Österreich beim look! Business Award. © Katharina Schiffl

Wie wichtig ist die Investition in die jungen Mitarbeiter? Wie läuft das in Ihrem Unternehmen?


Die Investition in junge Menschen ist keine Frage, sie ist eine Verpflichtung. Wir gehen da bei Coca-Cola HBC Österreich unterschiedliche Wege. Zum einen nehmen wir jetzt wieder bewusst Lehrlinge auf – ein nicht immer leichtes Unterfangen, da sich leider oft wenige auf offene Stellen bewerben. Zum anderen haben wir ­immer rund zehn bis 15 junge Menschen in Development-Programmen. Man startet als Trainee, durchläuft mehrere Abteilungen, und in vielen Fällen gelingt es uns, diese jungen ­Talente dann fix für unsere Teams zu gewinnen. Und es gibt keinen besseren Weg als diesen – aus Sicht des jeweiligen Trainees genauso wie aus unserer Sicht, der des Arbeitgebers.

 

 

Viele Menschen haben Angst vor der Arbeitswelt der Zukunft. Stichwort Jobverlust durch Robotisierung und Computer. Aber diese Zukunft bietet auch Chancen, richtig?

Ich sehe kein Schreckgespenst „Automatisierung“, man darf allerdings auch nicht naiv und passiv Entwicklungen auf sich zukommen ­lassen. Automatisierung und Digitalisierung verändern unsere Arbeitswelten massiv, das steht außer Frage. Das heißt für uns, dass wir uns rechtzeitig beim Recruiting, bei der Ausbildung und der Weiterent­wicklung darum kümmern müssen, unsere Mitarbeiter fit zu ­machen für die Zukunft. Das ist ­unsere Aufgabe – in der Bildungs­politik, in den Unternehmen und bei der dyna­mischeren Gestaltung von Aus- und ­Weiterbildung.