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People | 23.04.2020

Musik in der Quarantäne

MusikerInnen gehören zu jenen Berufsgruppen, die von den Maßnahmen rund um Corona am stärksten betroffen sind. Doch die österreichischen KünstlerInnen hören nicht auf Musik zu machen veröffentlichen neue Songs und kreative Projekte von zuhause aus, und verlegen ihre Gigs auf digitale Konzertbühnen.

Das Jahr 2020 hat sich vermutlich jeder und jede von uns anders vorgestellt. Vor einer besonders großen Ungewissheit stehen seit Anfang März auch Österreichs KünstlerInnen. Selbst dann, wenn viele Betriebe wieder aufsperren und der Vollzeitbetrieb in manchen Branchen langsam wieder hochfährt, blicken all jene, die von Veranstaltungen und Konzerten leben, weiterhin in eine unklare Zukunft. Doch viele heimische MusikerInnen lassen sich davon nicht entmutigen und nutzen alle zu Verfügung stehenden Plattformen, um auf kreative Wiese weiterhin Musik zu produzieren.

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Sängerin Karin Maria Bauer, alias Kareen ©Barbara Amon

Eine davon ist Sängerin Karin Maria Bauer, alias Kareen. Nach erfolgreichen Jahren als Sängerin für TV Formate wie den Eurovision Song Contest oder die große Chance der Chöre sowie als Vocalcoach, ist es für Kareen nun an der Zeit ihre eigene Musik auf den Markt zu bringen. 2020 hätte ihr Jahr werden sollen – im Jänner veröffentlichte die charismatische Neusiedlerin ihre erste eigene Single „More than that“ inklusive Musikvideo, worauf einige Gigs und die Veröffentlichung des ersten Albums folgen sollten. Die Corona Krise machte ihr aber wie so vielen vorübergehend einen Strich durch die Pläne. Doch die Musikerin blieb flexibel und nutze die Chance im April ganz spontan ihre zweite Single zu veröffentlichen. „Everything“ heißt der Song, dessen Text noch dazu perfekt in die derzeitige Situation passt. Kareen singt von Menschlichkeit und davon, wie wir miteinander umgehen sollten. Da an einen Videodreh außerhalb der Vier Wände nicht zu denken war, wird der Song von kurzen Videosequenzen aus dem Quarantäne-Leben von Kareen’s Familie und Freunden untermalt.

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Sängerin und Songwriterin Nika ©beigestellt

Auch Sängerin und Songwriterin Nika musste für ihren neuesten Song „Es ist okay“ die eigenen Vier Wände nicht verlassen – und genau deshalb ist er entstanden. Geschrieben mit Hilfe von Wein und FaceTime, eingesungen in einer Höhle aus Decken und Kissen in ihrer Wohnung in Wien und aufgenommen in den Wohnzimmern einer Reihe engagierter MusikerInnen entstand in kürzester Zeit ein Popsong, der ins Ohr geht. Der Song, aber auch das dazugehörige Musikvideo aus sympathischen Einblicken in Nika’s Leben zaubern ein Lächeln ins Gesicht und bringen gute Laune in den tristen Corona Alltag. Die Textzeile „Das ist meine Gelegenheit nach innen zu gehen, mich hinzugeben und anzunehmen“ lebt die junge Musikerin dabei in vollen Zügen.

Solidarität statt Konkurrenz

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Profimusiker und Label-Inhaber Marlen Billii und Thomas Eder ©PLOP Music

Zumindest die Kreativität scheint von den Maßnahmen rund um COVID-19 zu profitieren. So auch in Oberösterreich bei Marlen Billii und Thomas Eder. Seit Jahren im Musikgeschäft tätig, wissen die beiden ganz genau, was in schwierigen Zeiten zu tun ist. Schon lange haben es sich die engagierten Profimusiker und Label-Inhaber zur Aufgabe gemacht, vor allem junge KünstlerInnen zu unterstützen und zu fördern. Und genau diesem Mindset ist auch ihr neues Projekt entsprungen: der YouTube Channel „QuarantaeneTV“ ist eine digitale Konzertbühne für alle KünstlerInnen und Acts, deren Konzerte aufgrund der Corona-Epidemie abgesagt wurden. Die Wohnzimmer-Konzerte, die per Livestream oder auch im Nachhinein auf YouTube verfolgt werden können, sind sympathisch, familiär und geben dem Publikum ein wenig das Gefühl, als säße man bei guten Freunden zuhause. Zu hören gibt es vor allem viel Neues von jungen MusikerInnen, die noch am Anfang ihrer vielversprechenden Karriere stehen.

Österreichs Musikbranche steht also keinesfalls still, auch, wenn den KünstlerInnen durch die weiter andauernden Maßnahmen einige Steine in den Weg gelegt werden. Musik ist überall, und es obliegt zu einem sehr großen Teil uns als Publikum, alle Plattformen und Angebote zu nutzen, zu teilen was uns gefällt und so dafür zu sorgen, dass unsere MusikerInnen auch trotz der Einschränkungen präsent bleiben, und auch nach der Krise weiterhin für uns Musik machen können.