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People | 19.12.2018

Nicht ohne mein Brot

Smart. Erfolgreich. Attraktiv. Irene Ströck ist Geschäftsführerin der Handwerksbäckerei Ströck und führt den Traditionsbetrieb gemeinsam mit der Familie in die Zukunft. Die Top-Unternehmerin im persönlichen Talk.

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Irene Ströck, Geschäftsführerin der Handwerksbäckerei Ströck, im look! Talk! © Lukas Lorenz

look: Frau Ströck, waren Sie heute schon in der Backstube? Wie sieht Ihr Tätigkeitsbereich bei Ströck genau aus?

Irene Ströck: In der Backstube duftet es in diesen Tagen zwar ganz wunderbar nach Vanillekipferln, wir haben jedoch unsere Tätigkeits­felder im Unternehmen in der Familie aufge­teilt. Meine Schwägerin und ich kümmern uns primär um Ausbau und Optimierung unserer Filialen, mein Schwager um die gesamte Pro­duktion, mein Mann um die Distribution. Und auch die nächste Generation arbeitet bereits tat­kräftig mit und liefert zukunftsträchtige Inputs. Ein besonderes Anliegen sind mir zusätzlich seit Jahren die Ausbildung und Förderung un­serer Lehrlinge. Es ist wichtig, jungen Men­schen einen soliden Start ins Berufsleben zu er­möglichen. Und ganz ehrlich: Es ist großartig zu sehen, welche Begeisterung junge, motivierte Leute an den Tag legen.

 

Das Image von Backwaren und Bäckereien hat sich ja sehr gewandelt, was ist der Unter­schied zu früher?

In Wien wird Gemütlichkeit nach wie vor großgeschrieben – und da gehört Service dazu. Die Menschen konsumieren immer mehr außer­halb der eigenen vier Wände und wollen das in Ruhe genießen, z.B. bei einer Tasse Kaffee. Da­her schauen wir bei allen unseren Filialen darauf, wie die Fläche den aktuellen Anforderun­gen bestmöglich gerecht wird, um unseren KundInnen auch vor Ort frisch zubereitete Spei­sen bieten zu können. Die Kulinarik rund ums Brot – vom Frühstück bis zum Snack zwischen­ durch – kommt bei unseren KundInnen gut an.

 

Gibt es eigentlich gesundes Brot bzw. gesun­des Getreide? Bzw. wann gilt ein Brot als gesund?

Was gesund ist, hängt immer auch von der individuellen Konstitution ab. Generell fungiert Getreide in der Ernährung als wichtiger Ener­gielieferant. Kohlenhydrate und Eiweiß sind wertvolle Bausteine. Viele Menschen leiden aber mittlerweile an Unverträglichkeiten – unser Körper muss mit einem Zuviel an allem zurechtkommen. Deshalb ist es wichtig, ihm das zu geben, was ihm guttut – zum Beispiel lang­ zeitgeführte Sauerteige und Getreide­ Ursorten, die die Verträglichkeit unterstützen.

 

Gibt es einen Schwerpunkt im Unterneh­men? Z. B. die gesundheitsbewusste Klientel ...

Der Einfluss einer bewussten Ernährung auf die Lebensqualität nimmt für immer mehr Menschen eine wichtige Bedeutung ein. Die Ernährungsweisen unserer KundInnen sind daher vielfältig und sehr individuell. Auch mer­ken wir, dass man sich aufgrund vieler Unverträglichkeiten genau über die Produkte infor­miert. Wir haben schon sehr früh darauf reagiert und Alternativen entwickelt und ins Sortiment aufgenommen. Vegane oder weizenfreie Pro­dukte, langzeitgeführte Sauerteige statt Hefe­einsatz, da bieten wir eine breite Auswahl an. Auch der regionale Aspekt gewinnt immer mehr an Bedeutung. Wir setzen seit Jahren auf den Anbau und die Verarbeitung des Getreides durch heimische Bauern – beides ist zu 100% aus Österreich.

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SCHECK-ÜBERGABE. Anita Gerhardter, CEO Wings for Life, Irene Ströck, DI Günter Steinbauer, GF Wiener Linien. © Matthias Nemmert

Was zeichnet eine gute Bäckerei heute aus?

Wir suchen die Differenzierung in der Qualität unserer Produkte und punkten durch die spezielle Serviceorientiertheit in den Filia­len. Das heißt: beste Rohstoffe unserer Zulie­ferer, spezielle Zubereitung oftmals von Hand, der Frischefaktor noch Tage nach dem Kauf und natürlich der unverwechselbar Ge­schmack. Dazu ist unser Verkaufsteam bestens geschult, um den Konsumenten persönlich beraten zu können. Das alles macht den Un­terschied aus.

 

Wie lange arbeiten Sie schon im Unterneh­men und was ist Ihre Zukunftsvision von Ströck?

Ich bin seit 1986 mit meinem Mann ver­heiratet und zu dieser Zeit ins Unternehmen eingestiegen. Wir haben damals gemeinsam – mit meiner Schwägerin Gabriele und meinem Schwager Gerhard – die Entscheidung getroffen, das Traditionsunternehmen der Schwiegereltern zu erweitern. Ich bin nach wie vor unverändert im Einsatz, das Familienunternehmen weiter auszu­bauen und es gemeinsam mit der Familie nachhaltig erfolgreich zu führen.

 

Wie wichtig sind Ihnen Frauen in der Unternehmensführung?

Frauen stehen mit beiden Beinen im Beruf und tragen meist zusätzlich die Hauptverant­wortung für die Familie. Trotz dieser Doppel­belastung setzen sie sich mit ganzer Kraft für das Unternehmen ein. Ich habe oftmals das Gefühl, dass Frauen in Schlüsselfunktionen mit mehr Feingefühl agieren. Die meisten Führungskräfte in unserem Filialleiter­ Team sind Frauen.

 

Wie sieht ein typischer Business­ Tag bei Ihnen aus?

Ich bin grundsätzlich ein Morgenmensch: aufstehen um 4.30 Uhr, frühstücken, Mails checken, ins Büro und das Tagesgeschäft erle­digen, dann Termine wahrnehmen.

 

Und wie entspannen Sie privat?

Mit Yoga, Musik und einem guten Buch.

 

Sie sind eine sehr modebewusste Frau. Sind Ihnen Marken bei der Bekleidung wichtig, da Sie ja selbst eine Marke sind?

Starke Marken geben Orientierung, sor­gen für Stabilität und passen zur eigenen Lebenswelt. Ich verbringe nicht viel Zeit mit Einkaufen, habe aber dafür meine bevorzug­ten Geschäfte, wo ich schnell fündig werde. Ich achte in erster Linie auf die Qualität und auf zeitlose Mode.

Bild Ströck Lehrlingswoche 05.-09.03.18 mit GF Irene Ströck, Lehrlingsbeauftragte Roswitha und Martina Schaffer bzw. Leiterin HR Eva Planötscher-Stroh.jpg
NEXT GENERATION. Die Lehrlinge führen im Rahmen der Lehrlingswoche die Filiale Stephansdom eine Woche lang selbstständig. © Matthias Nemmert

Haben Sie einen für Sie typischen Business­ Look?

Ich kombiniere gerne sportliche Basics mit einem klassischen Teil. Am liebsten trage ich ganz unkompliziert Jeans, Bluse und einen bequemen Pulli. Ich muss mich in meinem Look wohlfühlen und Bewegungsfreiheit haben.

 

Wie oft am Tag essen Sie eigentlich Brot und welches ist Ihr Lieblingsbrot?

Bei mir gibt’s ein­ bis zweimal täglich frisches Brot oder Gebäck, eigentlich überall, wo es dazu­ passt. Wichtig sind das richtige Maß und Ziel. Mein Lieblingsbrot ist das Bio­-Vollkornbrot.

 

Und wie halten Sie Ihre tolle Figur?

Ich gehe gerne raus in die Natur, meist zum Walken und Wandern. Und regelmäßiges Yoga gehört ebenfalls zu meinem Programm.

 

Ist Home­-Office für Sie persönlich eine denk­bare Variante?

Natürlich – mein Büro ist dort, wo ich bin. Mit Smartphone und Tablet ist das heute alles kein Problem mehr.

 

Angenommen, Sie haben 24 Stunden nur für sich. Was steht auf der Prioritätenliste ganz oben?

Zur Ruhe kommen, Kraft für neue Inspira­tion finden und look! lesen (lacht).

 

Sie haben jetzt zur Weihnachtszeit wieder eine besondere Charity ins Leben gerufen, wofür spenden Sie heuer?

Wir sind stolz auf unsere langjährige Ko­operation mit den Wiener Linien. Gemeinsam konnten wir bereits großartige karitative Pro­jekte unterstützen. Der gesamte Erlös der Weih­nachtsbim, die an den Adventswochenenden um den Ring fährt, kommt dieses Jahr Wings for Life zugute, um die Forschung auf diesem Gebiet der Querschnittslähmungen zu unterstützen.