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People | 03.10.2019

Nur für starke Nerven

Bestsellerautorin Melanie Raabe ist Stargast der 15. Kriminacht (am 15. Oktober). Die 38-Jährige kommt mit ihrem neuen Thriller „Der Schatten“, der nicht nur in Wien spielt, sondern auch großteils hier geschrieben wurde.

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@ Bubu Dujmic

Zum zweiten Mal beehrt die deutsche Schriftstellerin heuer die Wiener Kriminacht am 15. Oktober. Lesen wird die Thriller-Expertin im legendären Café-Hawelka. Zum Glück, denn die in Köln lebende Starautorin (die mit ihrem Debütroman „Die Falle“ alle Erwartungen sprengte – und sogar Hollywood beeindruckte!) zu treffen, ist immer sehr erfrischend. Melanie Raabe – heuer übrigens auch für den Leo-Perutz-Preis nominiert –, hat darüber hinaus schon wieder ein neues Buch geschrieben: „Die Wälder“ (erscheint am 27. Dezember). Die 38-Jährige gilt aber nicht nur als fleißige Schreiberin, sondern sie ist ebenso eine engagierte Leserin, die als Botschafterin den Verein „Stiftung Lesen“ tatkräftig unterstützt.

look: Sie sind zum zweiten Mal bei der Kriminacht dabei …

Melanie Raabe: Ja! Ich liebe Wien und bin immer unfassbar gerne in der Stadt. Zudem kam mir während meines Aufenthalts zu meiner ersten Kriminacht 2017 die Idee, meinen dritten Roman – „Der Schatten“ – in Wien spielen zu lassen. Das hat meine Verbindung zu dieser Stadt natürlich nur noch weiter gestärkt! Ich habe mich daher sehr über die erneute Einladung gefreut.

Bei jedem Wien-Aufenthalt besuchen Sie das Café Prückel. Gibt es noch anderes, das Sie planen?

Ich mag es, mich in fremden Städten einfach treiben zu lassen. Durch die Gassen zu schlendern, dort zu verweilen, wo es mich – warum auch immer – hinzieht. Ich muss allerdings gestehen, dass ich gutes Essen liebe. Ich bin eine Naschkatze und werde garantiert in diverse Kaffeehäuser einkehren. 

Sie sind für den Leo-Perutz-Preis 2019 vorgesehen, der Anfang November vergeben wird. Eine wichtige Nominierung?

Oh ja, eine sehr wichtige Nominierung. Ich bin da in ausgesprochen erlesener Gesellschaft und fühle mich durch die Nominierung sehr, sehr geehrt. Ich habe im Urlaub davon erfahren und bin vor Freude erst einmal einige Minuten lang auf dem Hotelbett herumgehüpft.

Ein neues Buch ist vermutlich bereits fertig, oder?

Mein neuester Roman trägt den Titel „Die Wälder“ und erscheint am 27. Dezember. Es ist erneut ein Thriller, aber im Kern ist er auch eine Geschichte über die Freundschaft. 

Würden Sie nicht gern einmal etwas völlig anderes schreiben – Stichwort Liebesroman?

Ich kann mir viele verschiedene Genres vorstellen, zumal ich gerne auch völlig querbeet lese. Einen Liebesroman aus meiner Feder wird es aber so bald nicht geben, glaube ich. Das können andere besser. 

 

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Einmalig. Für ihr Debüt „Die Falle“ 2015 sicherte sich Hollywood bereits die Filmrechte. © Bubu Dujmic

In einem Interview sagten Sie, dass Sie an das Gute im Menschen glauben. Haben Sie nie Zweifel – oder sind Sie eine unverbesserliche Idealistin?

Ich bin eine unverbesserliche Idealistin – all meinen Zweifeln zum Trotz. Gibt es viel Böses auf der Welt? Absolut. Gibt es aber auch viel Gutes? Definitiv. Den Blick nicht auch immer wieder aufs Gute zu richten, führt meiner Meinung nach zu Lethargie und Zynismus. Und damit ist niemandem geholfen. Insofern ist mein Idealismus eine ganz bewusste Entscheidung.

Sie engagieren sich für die Stiftung Lesen, die u. a. die Lesefreude von Kindern fördert.

Diese Leseförderung ist so wichtig. Im deutschsprachigen Raum gibt es auch heute noch Millionen Kinder und Erwachsene, die nicht richtig lesen und schreiben können. Das ist unendlich schade, denn durchs Lesen erwerben wir nicht nur Wissen, sondern lernen auch Empathie und können noch dazu in andere Welten eintauchen. Frühförderung ist ganz elementar. Wer früh Freude am Lesen entwickelt, verliert sie oft sein Leben lang nicht mehr. So war es auch bei mir. Ich war als Kind schon eine Leseratte, und daran hat sich bis heute nichts geändert.

Ihre Krimis erscheinen in mehr als 20 Ländern. Wie fühlt es sich an, sein eigenes Buch in einer komplett fremden Sprache in Händen zu halten?

Das fühlt sich völlig surreal an. Manchmal sind es ja Sprachen, die ich noch nicht einmal lesen kann. So ist mein Debütroman beispielsweise auch in Südkorea und in Taiwan erschienen… Es ist ein unglaubliches Gefühl, dass an so vielen Orten auf der Welt Menschen meine Bücher lesen können.

Reisen sind Teil Ihres Lebens. Wie waren Ihre Lesereisen bzw. welche Eindrücke haben Sie gewonnen?

Meine letzten Reisen waren wunderbar – vor allem auch die nach Kanada. Was mir immer wieder auffällt, ist vor allem das eine: Lesen verbindet!

Welche Pläne stehen demnächst auf Ihrem Programm? 

Da mein neues Buch Ende 2019 erscheint, werde ich 2020 wieder auf Lesereise gehen und viel mit „Die Wälder“ unterwegs sein. Darauf freue ich mich schon sehr.

 

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Während der Kriminacht 2017 kam Melanie Raabe die Idee, ihren dritten Roman – „Der Schatten“ – in Wien spielen zu lassen. © beigestellt