Loading…
Du befindest dich hier: Home | People

People | 08.03.2019

Schmuck Visionärin

Seit mehr als 30 Jahren ist sie der kreative Kopf hinter Schmuck-Gigant Thomas Sabo: Susanne Kölbli über ihr Designgeheimnis und ihre Inspirationsquellen.

Bild 1903_W_ThomasSabo-3.jpg
Susanne Kölbli im Talk. © beigestellt

Wer kennt sie nicht, die süßen, baumelnden Bettelarmband-Charms von Thomas Sabo, die unser aller Sammelwut geweckt haben. Sie stammen auch aus der Hand einer Frau: Susanne Kölbli ist Creative Director bei Thomas Sabo und seine Wegbegleiterin. look! traf sie zum Talk.

 

look: Wann und wie haben Sie Ihre Begeisterung für Schmuck entdeckt?

Susanne Kölbli: Ich hab schon als Kind viel gebastelt. Meine Mama war Schneiderin und hat mit uns viele Handarbeiten gemacht. Da war schon ganz früh klar, dass ich mal einen kreativen Job ausüben werde. In meiner Schulzeit, um 1978, als es mit der Punkzeit losging, hab ich Plexiglas-Dreiecke ausgesägt und Häkchen drangemacht. Alle wollten plötzlich diese Ohrringe haben, die hab’ ich dann am Schulhof in Massen verkauft. (Lacht)

 

Seit 1992 sind Sie die rechte Hand von Thomas Sabo. Wenn Sie auf die vergangenen Jahre zurückblicken – was sinddie emotionalsten Highlights?

Ganz klar die Gründung des Charm Clubs – die Begeisterung, die er bei den Kunden ausgelöst hat. Mein ganz persönliches Highlight: als ich vor ein paar Jahren in Paris vor dem Einkaufszentrum „Printemps“ stand und Thomas Sabo ein ganzes Schaufenster füllte. Was für ein Glücksmoment!

Bild 1903_W_ThomasSabo-2.jpg
Kölblis Lieblingsstück: das Sonnensymbol- Amulett aus der „Arizona Color“- Kollektion: „Rund, bunt und von den Indianern inspiriert. Die glauben daran, dass alle guten Dinge 4 sind. Das mag ich.“ © beigestellt

Wie kann man sich den Designprozess vorstellen – fängt alles mit einer  Blitzidee unter der Dusche an?

Ein bisschen Crazyness muss man schon haben. Dieser Denkprozess findet immer statt, egal wo man ist, was man liest, was man anguckt. Aufnehmen. Speichern. Sammeln. Im Team findet ständig ein reger Austausch statt. Irgendwann hat man ein Thema fixiert und kreiert erste Entwürfe. Meistens fängt man mit dem kompliziertesten Teil aus der Kollektion an, weil runterbrechen einfacher ist, als aufzubauen.

 

Wenn Sie ein Schmuckstück wären, was wären Sie?

Das ist jetzt echt eine gute Frage, das hat mich noch niemand gefragt! (Lacht). Ich wäre nicht gefasst, also ein Rohstein. Weil ich mich nicht gerne in eine Form pressen lasse oder mich von irgendjemandem zurechtfeilen lasse. Ich bin ein ungeschliffener Stein. (Lacht)

 

Wie bekommen Sie Ihren Kopf frei?

Beim Yoga und der Gartenarbeit. Ich liebe es, in der Erde zu wurschteln.

Bild 1903_W_ThomasSabo-1.jpg
Herzblut: Die Deutsche Susanne Kölbli würde gerne mal Schmuck für Frauen entwerfen, die keinen Bezug dazu haben, aber „Tolles leisten – eine Gehirnchirurgin etwa“. © beigestellt